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Großer Andrang: Gut 120 Leute nahmen an dem Info-Abend zur neuen Asylbewerber-Unterkunft teil.

Einrichtung in Lerchenfeld

Neue Asylbewerberunterkunft in Freising weckt alte Ängste

Die Angst vor Straftaten und Übergriffen bestimmte die Debatte bei der Infoveranstaltung zur neuen Asylbewerberunterkunft an der Katharina-Mair-Straße in Lerchenfeld. Ruhestörung war noch das Geringste, was die Bürger beim Info-Abend in der Realschule Freising II umtrieb. Dennoch: Ein Helferkreis ist schon im Entstehen.

Lerchenfeld – 80 Stühle reichten bei weitem nicht aus. Gut 120 Anlieger drängten sich beim Info-Abend in der Realschule Freising II in Lerchenfeld. Das Interesse war also riesig – was die Offiziellen auch ausdrücklich begrüßten. Michael Mayr, im Landratsamt zuständig für „Kommunales und Soziales“, erklärte, dass es sich bei der geplanten Gemeinschaftsunterkunft um eine Einrichtung des Freistaates Bayern handelt – mit 156 Plätzen. Mit der Belegung werde Anfang November begonnen. Die künftigen Bewohner stammten aus der Flüchtlingsunterkunft an der Wippenhauser Straße. Die würde nach und nach aufgelöst, die Flüchtlinge im Landkreis verteilt. Die Asylbewerber, die nach Lerchenfeld kommen, seien ergo keine neuen Flüchtlinge, sondern wohnten schon geraume Zeit in Freising. Beate Drobniak, Asylberaterin der Diakonie, betonte: „Menschen die schon lange hier sind, die kennen sich in Freising aus.“

Für Wirbel sorgten Zahlen, die Polizeichef Ernst Neuner vorlegte. Demnach ist es an der Wippenhauser Straße insgesamt zu 75 Einsätzen gekommen. Größtenteils seien dies Bagatellsachen gewesen – Streitigkeiten, Alkoholmissbrauch, aber auch Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz. Trotzdem waren zahlreiche Zuhörer in großer Sorge. Man habe Angst vor eine Zunahme der Kriminalität – bis hin zu Vergewaltigungen. Es wurde die Forderung nach einer Security laut. Die ist aber, wie Vertreter der Regierung klarstellten, bei einer Unterkunft dieser Größe nicht vorgesehen, Es gebe aber einen Sozialarbeiter. Das sei ausreichend. Wer Problem habe, solle sich direkt an das Büro in der Unterkunft wenden, lautete die Auskunft.

Unabhängig davon befand ein Bürger, dass „der Druck auf Lerchenfeld“, auf Schulen und Kindergärten zu groß werden könnte. Es gab Stimmen, die nach einem Vertreter der Stadt verlangten, der zur Situation Stellung nehmen sollte. Anwohner forderten zudem einen Sichtschutz, damit ihrer Privatsphäre gewahrt bleibe. Die Emotionen kochten bisweilen hoch.

Für Entspannung sorgten schließlich die Mitglieder bestehender Helferkreise. Eine Ehrenamtliche betonte, sie habe sich stets sicher gefühlt im Umgang mit den Flüchtlingen. Eine weitere Helferin erklärte: „Die Probleme mit der Angst haben sich schnell erledigt, wenn man auf die Leute zugeht.“ Pascal Peters von der Regierung von Oberbayern bat schließlich: „Geben sie diesen Menschen eine Chance!“ Im Anschluss meldete sich über 20 Lerchenfelder, die sich in den Dienst eines Helferkreises stellen wollen.

Alexander Fischer

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