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Deutlich tiefer in die Tasche greifen müssen die Pendler, die von Moosburg aus den MVV benutzen. Sie sind die großen Verlierer der Tarifreform.

Grünen-Politiker hat Änderungen analysiert

Neue MVV-Preise: Das sind die größten Verlierer im Landkreis Freising

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Ein einfacheres System und gerechtere Preise – das verspricht der MVV mit seiner Tarifreform. Johannes Becher von den Grünen hat genau das für die Pendler im Landkreis Freising überprüft und kommt zu einem ganz anderen Ergebnis.

Freising – „Jubel-Pressemeldungen machen mich immer etwas misstrauisch“, sagt Johannes Becher. Und für ihn waren die Verlautbarungen des MVV zu seiner Tarifreform genau das. Der Grünen-Politiker aus Moosburg, der für den Landtag kandidiert, wollte genau wissen, ob es neben Gewinnern nicht auch Verlierer bei den Neuerungen gibt, die ab 9. Juni 2019 gelten.

„Mir ging es nicht nur um mein eigenes Ticket, sondern um einen Gesamtüberblick, damit sich jeder im Landkreis anschauen kann, wie sich die Reform auf ihn oder seine Freunde auswirkt.“ Und so nahm Becher alle Preisveränderungen unter die Lupe und analysierte, was das für die Pendler an sämtlichen Bahnhöfen im Landkreis Freising bedeutet.

„Unverhältnismäßig“ findet Grünen-Politiker Johannes Becher die Preisunterschiede, die zwischen den einzelnen Ringen bestehen.

Das Ergebnis, zu dem der 30-Jährige kommt, ist ernüchternd. Seine erste Erkenntnis: Das Ziel der Vereinfachung wurde nicht erreicht. „Statt vier Preise für Tageskarten – Gesamtnetz, Innenraum, Außenraum, XXL –, gibt es ab 2019 für jede Tages- und Monatskarte 13 mögliche Varianten. Wenn ein Tourist beispielsweise in den Freisinger Stadtbus einsteigt, sitzt da ein Fahrer, der ihm 13 verschiedene Tickets verkaufen kann.“

„Moosburg ist der große Verlierer der Reform“

Und auch günstiger wird der MVV nicht unbedingt. Wer etwa von Moosburg nach Feldmoching möchte und dafür eine Einzel- oder Gruppen-Tageskarte kauft, zahlt künftig mehr als das Doppelte wie bisher. „Moosburg ist der große Verlierer der Reform“, sagt Becher über den Bahnhof, der am Weitesten im Norden des Landkreises liegt. Doch auch für Pendler aus Freising gibt es gravierende Preissteigerung. So kostet die IsarCard 9 Uhr statt bisher 59,60 Euro künftig 81,90 Euro. Die IsarCard 60 wird zur IsarCard 65. „Zwar gibt es für das Monatsticket für Senioren keine Sperrzeiten mehr wie bisher, dafür darf sie erst im Alter von 65 Jahren genutzt werden“ – und kostet von Freising nach Feldmoching statt bisher 48,10 Euro künftig 70,40 Euro, also fast 50 Prozent mehr.

Gut weg kommen nach Bechers Analyse eigentlich nur die Pendler von Eching und Neufahrn. „Da werden die Monatskarten deutlich günstiger.“ Der Grünen-Politiker betont, dass er, der ja selbst aus Moosburg kommt, den Süd-Gemeinden nicht neidig sei. „Aber wenn es völlig unverhältnismäßig wird, finde ich es ungerecht.“

Bechers Forderung: keine Tariferhöhung über 20 Prozent

Becher fordert daher, Tarife für den Außenraum deutlich zu reduzieren und grundsätzlich keine Ticketverteuerung über 20 Prozent einzuführen. Zudem schlägt er vor, Moosburg, laut Reform in der Zone 6 angesiedelt, in den günstigeren fünften Ring einzugruppieren. Zudem sollte seiner Meinung nach das Tageskartensystem wieder vereinfacht sowie Wochen- und Monatstickets fürs Fahrrad eingeführt werden.

Übersicht: So haben sich die einzelnen Ticketpreise an den jeweiligen Standorten verändert

Für Bahnkunden, die wissen wollen, wie genau sich die Preise für sämtliche Tickets an ihrem Standort verändert haben, hat Johannes Becher eine detaillierte Auflistung erstellt.

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