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Das Team der Kardiologie und die Mitglieder des Katheterlabors nach dem Setzen des ersten erfolgreichen Vorhofohrverschlusses im Klinikum Freising.

Neue Prophylaxemethode am Klinikum Freising

Ein kleiner Schutzschirm gegen Schlaganfall

  • Wolfgang Schnetz
    VonWolfgang Schnetz
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Zu den häufigsten Herzrhythmusstörungen zählt das sogenannte Vorhofflimmern. Neben der medikamentösen Behandlung kann auch  mit Hilfe eines Katheters ein winziger Schirm in das linke Vorhofohr platziert.  So können sich dort keine Blutgerinnsel mehr bilden. Diese moderne Methode der Schlaganfallprophylaxe wird nun auch am Klinikum Freising angeboten.

Freising – Dadurch wächst die Gefahr eines Schlaganfalls, weil sich im linken Vorhofohr des Herzens Blutgerinnsel bilden können. Als Vorhofohr bezeichnet man eine beutelförmige Verlängerung des linken Herzvorhofs.

„Ein Vorhofohrverschluss kann für Patienten sinnvoll sein, die beispielsweise aufgrund von Nierenproblemen oder wegen Blutungskomplikationen keine blutverdünnenden Mittel nehmen können“, sagt Dr. Roland Brückl, Chefarzt der Kardiologie und Pneumologie am Klinikum Freising.

Wie bei einer medikamentösen Blutverdünnung auch, kann durch einen Vorhofohrverschluss das Risiko eines Schlaganfalls entsprechend gesenkt werden. „Das Risiko einer Blutung sinkt durch den Vorhofohrverschluss im Vergleich zur medikamentösen Therapie um bis zu 70 Prozent“, sagt Dr. Brückl.

Dank der Anschaffung eines neuen 3D-Echokardiographie-Geräts können die Spezialisten der Kardiologie im Katheterlabor des Klinikums den Vorhofohrverschluss anwenden. Dabei wird im Vorfeld mit dem 3D-Echo durch spezielle Ultraschalldarstellung das Vorhofohr geprüft, ausgemessen und das Zielgebiet für den winzigen Schirm festgelegt. Dieser wird dann mithilfe eines Katheters platziert. Dieser Vorgang gehört zu den sogenannten minimal invasiven Eingriffen (ohne große Schnitte bei der OP).

Dr. Roland Brückl, Chefarzt der Kardiologie und Pneumologie am Klinikum Freising, zeigt einen speziellen Mini-Schirm für den sogenannten Vorhofohrverschluss.

Das neue 3-D-Echokardiographie-Gerät war im September 2017 für über 100 000 Euro angeschafft worden. Anschließend wurden die Experten des Katheterlabors in das neue Gerät eingewiesen und eingearbeitet. Im vergangenen Dezember wurde schließlich das neue Vorhofohrverschluss-Verfahren erstmals am Klinikum Freising erfolgreich durchgeführt. Seitdem wird es dort regelmäßig angewandt.

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