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Denkanstoß: Peter Floßmann, Vorstandsmitglied des VVN-BdA-Kreisverbands, zeigt den „Stolperstein“ für Emma Reissermeyer.

Neue „Stolpersteine“ in Freising

Den Nazi-Opfern einen Namen geben

Freising – Es gibt vier weitere „Stolpersteine“ in der Stadt. Insgesamt sind es damit siebzehn. Die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes und der Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VNN-BdA) hatte die Verlegung der Mahnmale für Opfer des Naziregimes angeregt. Der Stadtrat stimmte zu.

Gestern wurden die „Stolpersteine“ für die Nazi-Verfolgten Emma Reissermeyer und Georg Ziegltrum sowie für Dr. Martin Holzer und Hildegard Lewin gesetzt. Die ersten beiden an der Wippenhauserstraße 18 und an der Haydstraße 23, die anderen beiden an der Oberen Hauptstraße 9 vor dem ehemaligen Modehaus „Obster“ und an der Unteren Hauptstraße 2, vor dem Markushaus. Außerdem hat man noch zwei der Steine ausgetauscht, bei denen sich neue Daten ergeben hatten, wie Guido Hoyer, VVN-BdA-Vorsitzender des Kreisverbandes Freising-Moosburg, erklärte.

Laut Hoyer soll es nicht mehr nur „Stolpersteine“ für Opfer, sondern auch für Verfolgte und Überlebende des Nazi-Terrors geben. Als Beispiel nannte er Hildegard Lewin, Tochter der Kaufhaus-Inhaberin Johanna Krell, die 1939 vor den Nazi-Schergen nach Großbritannien floh und Zeit ihres Lebens nicht mehr zurückkehrte. Gleiches gilt für Emma Reissermeyer, die erst nicht als Jüdin galt, dann aber 1942 doch nach Theresienstadt deportiert wurde und bei der Gelegenheit „spurlos verschwand“. Sie lebte nach der Befreiung bis zu ihrem Tod 1961 in Gräfelfing. Der Wirtschafts- und Steuerberater Dr. Martin Holzer war Jude und galt den Nazis als SPD-Sympathisant. Auch er musste fliehen und verbrachte sein weiteres Leben in Tel Aviv. Georg Ziegl-trum, einem Immobilienberater, den die Nazis als „Volksschädling“ ansahen, blieb indes der Tod nicht erspart. Er starb 1943 im KZ Neuengamme bei Hamburg.

Beteiligt an der Aktion war diesmal auch eine Abschlussklasse der Lycée Jean-Renoir-Schule München, die einen Teil zur Finanzierung der vier neuen „Stolpersteine“ geleistet hat. Auf die Idee war man in Berlin während einer Klassenfahrt gekommen, wie sich Schülersprecherin Carla Schwering erinnerte.

„Viele Opfer des Nazi-Regimes haben keinen Namen und kein Grab, in den Lagern wurden ihnen Nummern zugeteilt, ihre Leichen verbrannt“, betonte Hoyer bei der Verlegung der Stolpersteine. OB Tobias Eschenbacher erachtete es für „wichtig, daran zu erinnern, dass auch in Freising eine Reihe von Menschen von der Verfolgung durch die Nazis betroffen waren“.                               Alexander Fischer

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