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Regelrecht gestürmt wurde der erste Forscher-Vortrag – was Prof. Harald Luksch, Prof. Ilona Grunwald Kadow und Prof. Philipp Benz ebenso freute wie OB Tobias Eschenbacher und WZW-Dekan Prof. Thomas Becker (v. l. ).

Neue Veranstaltungsreihe ein Riesenerfolg

Ansturm auf „Wissenschaft für alle“

Der Auftakt war vielversprechend: Die erste Veranstaltung in der Reihe „Wissenschaft – erklärt für Alle“ im Großen Sitzungssaal des Rathauses erlebte einen derartigen Ansturm, dass das Rathaus geschlossen werden musste.

Freising Die Stadt Freising und die Wissenschaftler von der TU München-Weihenstephan sind zusammengerückt – und so präsentieren ab sofort die Nachbarn vom „Grünen Campus“, was in den Laboren des Live Science-Campus in Weihenstephan er- und geforscht wird. Am Mittwochabend ging es im ersten Vortrag von Professor Harald Luksch um „Bionik an der TUM – Vorbilder der Natur für technische Lösungen“.

Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher und der Dekan des Wissenschaftszentrums Weihenstephan (WZW), Professor Thomas Becker, waren beide überwältigt vom Ansturm der Besucher. Die Organisatorin der Veranstaltungsreihe, Prof. Ilona Grunwald Kadow, sagte, es sei das Ziel der Vorträge, dass die Forscher raus aus den Laboren gingen und der Bevölkerung eingängig und gut verständlich präsentieren, was an Forschungsarbeiten in Weihenstephan aktuell geschieht. „Und wir wünschen uns ein Feedback von Ihnen“.

So erläuterte Harald Luksch in lockerer Form, dass „Bionik“ Grundlagenforschung sei, also die wissenschaftliche Erkenntnis zum Ziel habe. Und hier „stehen wir schon ganz gut da“. Aber: „Bionik geht immer weiter“. Als Beispiele, was man in den letzten 30 Jahren der Natur abgeschaut habe, nannte Luksch etwa das Schwimmverhalten von Haien, was man auf entsprechende Schwimmanzüge für den Menschen übertragen habe. Auch der sogenannte Lotus-Effekt, wo Wasser an Gegenständen abperlt, sei eine Erkenntnis der Bionik. In der Luftfahrt habe man sich längst einiges von der Natur abgeschaut. Es liege dann bei den Ingenieuren – die angewandte Forschung betreiben – entsprechende Produkte zu entwickeln. Luksch wies die Zuhörer darauf hin, „dass Sie sicher Einiges zuhause haben“, was aus der Bionik-Forschung stamme. Er nannte hier explizit den Klettverschluss. Den habe man den Geckos abgeschaut. Viele Gecko-Arten haben unter den Füßen sogenannte Haftlamellen. Damit können sie sogar an Glasscheiben hochlaufen. Diese Technik funktioniert wie ein Klettverschluss: Winzige Härchen an den Füßen werden in mikroskopisch kleine Unebenheiten einer Wand gepresst.

Es gehe aber bei der Bionik nicht nur darum, Ideen aus der Natur zu kopieren, sondern zu allererst um das naturwissenschaftliche Verständnis ihrer Entstehung und Funktion, so der Biologe. „Bionik ist nicht das Optimum“, sie optimiere lediglich vorhandene Strukturen wie sie in der Natur vorkommen. Die Ingenieure seien dann gefragt und da wusste Luksch: „Deutschland ist wirklich gut in der Ingenieursausbildung“. Nach seinem Vortrag erntete der Wissenschaftler tosenden Applaus und einen einzelnen Zwischenruf „Zugabe“.

Gut zu wissen

Den nächsten Vortrag in der Reihe „Wissenschaft – erklärt für Alle“ hält Prof. Dirk Haller am Donnerstag, 18. Januar 2018, 19 Uhr, im Lindenkeller. Thema: „Mensch und Mikrobe – wie Mikroorganismen unsere Gesundheit beeinflussen können“.                                                                                    Heinz Mettig

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