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Unter dem Diodenlaser-Mikroskop sieht man hier eine Darmschleimhaut. In der unteren Bildhälfte (in blau-grün) das Deckgewebe des Darms, darüber die innenliegende Schleimschicht der Darmwand (in grün), darauf sind im Darminneren verschiedenste Bakterienstämme angesiedelt (in rot dargestellt). Ein Beispiel zur Forschungstätigkeit von Prof. Dirk Haller.

Neuer hochkarätiger TUM-Vortrag

Ich, das Mikrobiom

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Die Stadt Freising und der Campus Weihenstephan der TU München (TUM) sind jetzt noch bessere Nachbarn. Am 15. November kam die Uni erstmals direkt in die Stadt – mit einem Vortrag von Prof. Harald Luksch. Jetzt wird die Reihe „TUM@Freising: Wissenschaft – erklärt für alle“ fortgesetzt. Diesmal im Lindenkeller, wo es sicher nicht heißen wird: „Wegen Überfüllung geschlossen“.

Freising Die Freisinger Bürger bewiesen Mitte November großes Interesse an Wissenschaft und Forschung: Etwa 150 Zuhörer, vom Teenager bis zur Seniorin, wollten den Start der neuen Vortragsreihe miterleben und sich von einem TUM-Professor persönlich erklären lassen, woran er arbeitet. Als jedoch auch der letzte Stehplatz besetzt war, musste er das Rathaus aus Sicherheitsgründen absperren lassen. Beim zweiten Vortragsabend am Donnerstag, 18. Januar (19 Uhr), wird bestimmt kein interessierter Bürger vor der Tür bleiben müssen. „TUM@Freising“ zieht in den Lindenkeller um, symbolträchtig auf halbem Wege zwischen Stadt und Campus gelegen. Thema des Abends: „Mensch und Mikrobe – wie Mikroorganismen unsere Gesundheit beeinflussen können“.

Prof. Dirk Haller vom TUM-Lehrstuhl für Ernährung und Immunologie wird an diesem Abend über seine Forschungsaktivitäten bezüglich der Zusammenhänge von Ernährung, Gesundheit und Mikroorganismen sprechen. Denn Tatsache ist: Wir sind nicht allein. Billionen von Kleinstlebewesen wie Bakterien und Viren bevölkern unsere Körperoberflächen, innen wie außen. Die Gesamtheit dieser Mikroorganismen und ihrer Gene bildet das Mikrobiom. Es begleitet jeden Menschen von der Geburt bis zum Tod, ist so individuell wie der eigene Fingerabdruck, dabei jedoch in der Zusammensetzung veränderbar. Mikroben helfen uns bei der Verdauung, produzieren lebenswichtige Stoffe und trainieren das Immunsystem. Die Wissenschaft beginnt gerade erst zu verstehen, wie dieses komplizierte Gleichgewicht funktioniert. Krankheiten wie Morbus Crohn und Krebs, aber auch auf den ersten Blick darmunabhängige Erkrankungen wie Fettleibigkeit, Diabetes und Multiple Sklerose werden mit einer veränderten Darmflora in Zusammenhang gebracht. Was ist hier Ursache, was ist Wirkung? Wie kann eine „gesunde“ Darmflora erhalten oder wiederhergestellt werden? Diesen und weiteren Fragen wird Prof. Haller in seinem Vortrag nachgehen.

Der hochkarätige Wissenschaftler freut sich insbesondere auf den anschließenden Dialog. Dieser wird im Lindenkeller leichter zu realisieren sein als bei der Auftaktveranstaltung: Die anregende Atmosphäre der Kleinkunstbühne und die dortige Gastronomie laden zum lockeren Austausch mit dem Referenten im Anschluss an den Vortrag geradezu ein. Oder auch zu einer heißen Diskussion – das Publikum bestimmt, wie sich das Gespräch entwickelt.

Ganz sicher wird aber die Leidenschaft spürbar werden, die alle Wissenschaftler vom TUM-Campus antreibt. Mit den Worten von Prof. Ilona Grunwald Kadow, Initiatorin der Reihe: „Wir lieben, was wir machen, und wir wollen mit Ihnen in Dialog treten. Kommen Sie in den Lindenkeller – und bringen Sie Ihre Freunde mit!“  ft

Gut zu wissen

Die nächsten Termine, immer um 19 Uhr im Lindenkeller:

O Dienstag, 6. Februar: Prof. Dr. Chris-Carolin Schön. „Grüne Biotechnologie – Chancen und Zukunftsperspektiven“.

O Dienstag, 13. März: Prof. Dr. Thomas Hofmann. „Was schmeckt, wenn’s schmeckt? Eine Reise in die Welt der Gerüche und des Geschmacks“. O Dienstag, 17. April: Prof. Dr. Ilona Grunwald Kadow. „Gut oder schlecht? Wie innerer Zustand und Erfahrung Entscheidungen beeinflussen“.

O Dienstag, 15. Mai: Prof. Dr. Ulrich Kulozik. „Lebensmittel heute – Woher kommen wir, wo stehen wir, wohin gehen wir?“  ft

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