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Endlich verschweißt: Die einzelnen Brückenbauteile ergeben nun ein großes Ganzes – sehr zur Freude von Baubetreuer Christian Siegl und Projektleiter Peter Scheidt (r.).

Zwischenbilanz bei Baustellenbegehung 

Neufahrner „Kurve“ liegt voll im Zeitplan

Freising/Neufahrn - 9. Dezember 2018: Der erste Zug nutzt fahrplanmäßig die Neufahrner Kurve. Dass diese zwingende Vorgabe auch eingehalten wird, da ist die Deutsche Bahn zuversichtlich. Immerhin: Gestern konnte man schon einmal zu Fuß auf der neuen Brücke über die A 92 stapfen. Baustellenbegehung war angesagt.

„Spannend“ war das Wort, das gestern bei der Baustellenbesichtigung der Neufahrner Kurve am häufigsten fiel. Vor allem aus Sicht der Ingenieure ist das, was da auf einem relativ kurzen Teilstück von nur 2,3 Kilometer Länge gebaut und verändert wird, eine anspruchsvolle Maßnahme: Brückenabriss, Brückenneubauten, Gleisverschiebungen und -verschwenkungen, Überbrückungs- und Kreuzungsbauwerke, Abzweig-Weichen, und und und.

Im April 2016 hatte die Deutsche Bahn zuletzt vor Ort über das Projekt und den Stand der Dinge informiert: Damals hatte man gerade begonnen, die 30 Stahlkästen für die neue Brücke über die Autobahn 92 einzuheben. Gestern konnte man schon über die Brücke gehen, deren 30 Stahlkästen inzwischen verschweißt wurden, und die mit ihrem Gesamtgewicht von mehr als 1850 Tonnen nun langsam abgesenkt wird, wie Projektleiter Peter Scheidt von der DB Netz AG erklärte. Noch freilich fehlen die Betonfahrplatte, darauf dann der Schotter, und selbstverständlich die Gleise mit den Oberleitungen.

Und auch sonst gibt es noch jede Menge zu tun: Beispielsweise muss der riesige Betontrog, der im Süden der neuen Eisenbahnbrücke die Gleise allmählich wieder auf die Ebene des Bodens führt und dort zwischen die Gleise der Flughafen-S-Bahn einfädelt, noch befüllt werden. Im August 2017 werden dann zwei Gleis-Weichen eingebaut, die an dieser Stelle die Neufahrner Kurve mit der Airport-Strecke verbinden.

Eine besonders „spannende“ Maßnahme steht zu Pfingsten 2017 an, kündigte Scheidt an. Da wird dann für kurze Zeit die Bahnstrecke München-Freising in diesem Abschnitt nur eingleisig benutzbar sein. Denn in diesen Tagen werden die bestehenden Gleise in diesem Abschnitt mit den neuen, ein paar Meter weiter südlich in einem Trog verlaufenden Gleise verbunden, auf denen künftig die Züge und S-Bahnen zwischen München und Landshut verkehren.

Damit die Neufahrner Kurve im Norden auf diese Strecke einbiegen kann, müssen dann weitere Abzweig-Weichen eingebaut werden. Das wird aber erst 2018 so weit sein. Das große Kreuzungsbauwerk aus Unmengen von Beton und Stahl, das die zwei Gleise der Neufahrner Kurve im Norden Richtung Osten in die Strecke Landshut-München einfädeln lässt, ist schon sehr weit gediehen.

Zwei wichtige Botschaften gab es gestern: 1. „Bei der Autobahn sind wir aus dem Gröbsten raus“, so Scheidt. Will heißen: Noch ausstehende Arbeiten auf und an der Brücke machen höchstens noch für ein paar Tage eine Fahrbahnverengung notwendig. Eine Sperrung der A 92 wird es nicht mehr geben. 2. „Wir sind im Terminplan, sogar etwas vorne dran“, so der Projektleiter.

Und das ist bei Bauarbeiten für die Deutsche Bahn besonders wichtig. Denn solche Maßnahmen wie die Neufahrner Kurve, die teilweise gravierende Auswirkungen auf den Fahrplan haben, müssen bis zu dreieinhalb Jahre vor Baubeginn bei der DB angemeldet werden. Und die verlässt sich deshalb darauf, dass am 9. Dezember 2018 der erste Zug aus Richtung Landshut fahrplanmäßig bei Mintraching abzweigen und so direkt zum Flughafen fahren kann. Das wird spannend.

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