Zugeschaltet aus Nürnberg: Ministerpräsident Markus Söder sprach live zu den rund 5000 Teilnehmern des virtuellen CSU-Neujahrsempfangs.
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Zugeschaltet aus Nürnberg: Ministerpräsident Markus Söder sprach live zu den rund 5000 Teilnehmern des virtuellen CSU-Neujahrsempfangs.

Corona zwingt CSU-Neujahrsempfang in virtuelles Format

Neujahrsempfang der CSU mit Appell von Markus Söder

  • Andreas Beschorner
    vonAndreas Beschorner
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Corona hat den Neujahrsempfang der CSU in ein neues Format gezwungen. Ein Trost: Ministerpräsident Markus Söder war auch mit dabei.

Freising - Ein „virtuelles Defilee“ statt Händeschütteln und Selfie, ein Rückblick in Bildern auf 75 Jahre CSU statt eines Festakts, ein Ministerpräsident per Videoübertragung am Schreibtisch statt live am Rednerpult: Corona hat auch den traditionellen Neujahrsempfang der CSU in ein neues Format gezwungen. Und Corona hat auch die Reden geprägt.

Transparenz als Schlüssel zum Erfolg

Ein „virtuelles Defilee“ statt Händeschütteln und Selfie, ein Rückblick in Bildern auf 75 Jahre CSU statt eines Festakts, ein Ministerpräsident per Videoübertragung am Schreibtisch statt live am Rednerpult: Corona hat auch den traditionellen Neujahrsempfang der CSU in ein neues Format gezwungen. Und Corona hat auch die Reden geprägt.

Bevor sich am Freitagabend CSU-Chef Markus Söder von Nürnberg aus an die rund 5000 Teilnehmer des virtuellen Neujahrsempfangs wandte, konnte man sich die zuvor aufgezeichneten Grußworte der CSU-Bezirksvorsitzenden und Landtagspräsidentin Ilse Aigner und des Kreisvorsitzenden und Staatsminister Florian Herrmann anhören. Aigner betonte, Corona sei auch für die Politik eine Herausforderung, „weil wir keine Blaupause haben“. Fake News und Verschwörungstheorien machten ihr Sorgen, Transparenz, um die Menschen mitzunehmen, seien der Schlüssel zum Erfolg.

Herrmann sprach ebenfalls von einer herausfordernden Zeit, die auch noch andauern werde. Doch der Beginn der Impfungen sei ein Grund zur Zuversicht, „der Kurs der Vorsicht und der Umsicht“ sei weiterhin die einzige Möglichkeit, „das Virus im Zaum zu halten“. Weil aber die Bekämpfung des Corona-Virus nicht nur eine Aufgabe der Politik sei, sondern „unserer gesamten Gesellschaft“, müsse man jetzt zusammenstehen, um der Pandemie die Stirn zu bieten, so der Appell von Florian Herrmann.

Ministerpräsident Söder sprach dann live zu denen, die an PC, Tablets & Co. den Neujahrsempfang der CSU verfolgten. Außer einem kurzen Exkurs zum Thema Klimawandel und zwei kleinen Spitzen gegen Grüne und SPD mit Blick auf die Bundestagswahl im September drehte sich auch Söders Rede fast ausschließlich um die Corona-Lage. Der Ministerpräsident wiederholte seine Aussage von einer „geistigen Bewährungsprobe“. Er betonte, dass die zuletzt ergriffenen Maßnahmen ein Zurückgehen der Infektionszahlen bewirken würden, und dass man jetzt in Sachen Lockerungen „nichts überstürzen“ und „den Ball nicht verstolpern“ dürfe. Sein Fazit: „Der Weg, den wir gehen, ist gut.“

Sorge wegen Impfbereitschaft

Sorgen bereitet Söder die Impfbereitschaft: Er wundere sich, dass man gegen Impfen sei, sprach angesichts von Fake News und „Parallelwelten“, Verschwörungstheorien und falschen Informationen von einer „komischen Gemengelage“. Und dagegen müsse man sich wehren.

Söder appellierte, die Corona-Lage nicht als Taktik für den Bundestagswahlkampf einzusetzen. Im Jahr 2020, so hatte Generalsekretär Markus Blume gesagt, habe man so viel vorgehabt – und dann sei vieles ganz anders gekommen. So habe beispielsweise der 75. Geburtstag der CSU nicht im geplanten Rahmen gefeiert werden können. Als Ersatz gab es dafür am Freitagabend einen Rückblick in Bildern. Die Botschaft – egal, ob live oder virtuell – war klar: „CSU und Bayern sind eins.“

„Fanpaket“ für Aschermittwoch

Bevor traditionell das Bayernlied, die Deutschland- und die Europahymne den Neujahrsempfang der Christsozialen nach einer Stunde beendeten, ging der Blick noch voraus auf das nächste CSU-Großereignis: den politischen Aschermittwoch. Auch der wird virtuell abgehalten werden. Söder- und CSU-Anhänger haben ab sofort die Chance, ein „Fanpaket“ zu bestellen, um im heimischen Wohnzimmer ein bisschen Flair à la Dreiländerhalle in Passau zu erzeugen. Corona ist eben „eine geistige Bewährungsprobe“.

Lesen Sie auch: Das ist der Kandidatenstand der Dinge zur Bundestagswahl 2021.

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