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Sprachen über Verantwortung und Flüchtlinge: (sitzend, v. l.) Reinhold Deuter (Piratenpartei), Guido Hoyer (Die Linke), Johannes Huber (AfD), MdB Erich Irlstorfer (CSU), Andreas Mehltretter (SPD), Thomas Neudert (FDP), Reinhold Reck (ÖDP), Kerstin Schnapp (Grüne) sowie Robert Weller (Freie Wähler). Moderiert wurde das Gespräch von Alexander Fonari, Vorstand Eine Welt Netzwerk Bayern.

Diskussion über Fairen Handel

Neun Kandidaten und ihre Thesen

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Wie soll die Wirtschaftsordnung der Zukunft aussehen? „Visionen des Fairen Handels“ sollten die neun Bundestagskandidaten aus dem Wahlkreis 214 entwerfen. Der Weltladen Freising hatte zur Podiumsdiskussion in die Vhs an der Kammergasse geladen.

Freising – Erst drei Minuten für Statements, dann drei Minuten zur Beantwortung der „Hausaufgaben“, schließlich drei Minuten für die Antwort auf Fragen aus dem Publikum – das waren die Regeln für die Bewerber, die alphabetisch von links nach rechts auf Barhockern Platz genommen hatten. Hauptthemen: die Verantwortung des Einzelnen und die Flüchtlinge.

Da war Reinhold Deuter von der Piratenpartei, der betonte, Fair Trade beschränke sich nicht nur auf die Landwirtschaft. Freihandel, so seine These, nütze nur dem Stärkeren. Deuter forderte eine Umstellung der Produktion von Masse auf Qualität.

Guido Hoyer von den Linken sah im fairen Handel das wirksamste und nachhaltigste Mittel gegen Armut. Man brauche, so seine These, eine neue Wirtschaftsordnung – ohne TTIP und CETA, dafür mit Ächtung der Kinderarbeit. Johannes Huber von der AfD wiederum forderte vor allem eine andere Entwicklungshilfe – nämlich direkt vor Ort. Dann wäre sie ein wirksames Mittel gegen noch mehr Flüchtlinge und keine „Reiseberatung“, wie Huber die jetzige Politik in dieser Frage bezeichnete. Außerdem auf dem Podium: Erich Irlstorfer von der CSU. Er betonte, es sei wichtig, sich bewusst zu sein, dass der Verbraucher mit seinem Verhalten das Wort habe. Was die Frage nach der Arbeitserlaubnis für Flüchtlinge betreffe, war Irlstorfers Credo klar: Konsequent helfen, konsequent prüfen, konsequent integrieren, aber auch die, die kein Bleiberecht hätten, konsequent abschieben.

Interessiertes Auditorium: Zahlreiche Zuhörer waren in die Vhs gekommen, um den Ausführungen der Diskutanten zu lauschen. Diesen räumte das Regelement jeweils neun Minuten Zeit für ihre Statements und Antworten auf Fragen aus dem Publikum ein.

Andreas Mehltretter (SPD) forderte eine neue Praxis bei den Handelsabkommen und dass man sich bei Produkten die Lieferketten genau anschaue. Wieso Flüchtlinge nicht arbeiten dürften, um später ihr Können in der Heimat anzuwenden, verstehe er nicht. Thomas Neudert (FDP), setzte dagegen wenig auf die Politik, sondern ganz stark auf das Gewissen des Verbrauchers. Jeder könne und solle sich informieren, wie die Waren, die er konsumiere, produziert werden. ÖPD-Mann Reinhold Reck betonte seinerseits immer wieder, eine wirkliche Umstellung auf fairen Handel bedeute „eine gravierende Änderung“ der Gesellschaft. Das gehe aber nur durch das Aufstellen struktureller Regeln, der Einzelne sei da überfordert.

Überdies saß Kerstin Schnapp von den Grünen auf einem der Hocker. Für sie ist der faire Handel der einzig wahre freie Handel. Mit der Massenproduktion in Europa und den Exporten nach Afrika sorge man doch selbst dafür, dass sich Flüchtlinge auf den Weg machten. Und dann war da Robert Weller (FW): Europa dürfe, was faire Arbeitsbedingungen in anderen Ländern betreffe, nicht wegschauen. Und auch Weller betonte, dass der Verbraucher es in der Hand habe, welche Produkte er kaufe.

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