1. Startseite
  2. Lokales
  3. Freising
  4. Freising

„Das war geballt“: Grippewelle schwappt mitten im Sommer über bayerischen Landkreis

Erstellt:

Von: Magdalena Höcherl

Kommentare

Man sieht eine kranke Frau im Bett liegen.
Die aktuelle Grippewelle ist auch in Freising zu spüren. Ruhe, Flüssigkeit und Medikamente sind nötig, um sich auszukurieren. © Maurizio Gambarini

Zur Zeit werden viele Menschen krank. Grund dafür ist aber nicht das Coronavirus, sondern eine für die Jahreszeit ungewöhnliche Grippewelle.

Freising – Fieber, Husten, Schnupfen, Abgeschlagenheit: Symptome, die auf eine Corona-Infektion hindeuten können – aber dieser Tage auch verstärkt auf eine Grippe oder einen grippalen Infekt.

Grippewelle im Sommer: Das sagt der Ärztesprecher

Das ist auch in Freising der Fall, bestätigt Ärztesprecher Georg Miedl. Den Grund dafür sieht er indirekt bei Corona: „Die Grippewelle, die in der Regel bereits Ende Oktober beginnt, erreicht uns normalerweise um Neujahr bis Anfang März. Aufgrund der Covid-bedingten Infektionsmaßnahmen war die Grippewelle heuer ab Neujahr gering, durch den weitestgehenden Wegfall der Corona-Schutzmaßnahmen kommt es jetzt zu einer zweiten Welle.“

Grippewelle wegen Corona im Sommer: Das sagt die Apothekerin

Das merkt auch Ingrid Kaiser. „Gerade stecken sich viele Leute an“, sagt die Apothekensprecherin im Kreis Freising. Ihr ist die für diese Jahreszeit ungewöhnliche Grippewelle in den vergangenen Wochen vor allem im Notdienst aufgefallen. „Das war geballt, wie viele mit Grippesymptomen gekommen sind.“

Dabei ist es laut Kaiser wichtig, zwischen Grippe und grippalem Infekt zu unterscheiden: „Bei der Grippe hat man ganz plötzlich ein schweres Krankheitsbild. Der grippale Infekt fängt eher langsam an, mit Schnupfen und Halsweh.“ Aktuell sei beides stark vertreten. Der Grund dafür liegt für die Inhaberin auf der Hand: „Nach zwei Jahren Corona mit Maske und Abstand ist unser Immunsystem auch ,normale‘ Bakterien und Viren nicht mehr so gewöhnt wie früher.“

Freising-Newsletter: Alles aus Ihrer Region! Unser Freising-Newsletter informiert Sie regelmäßig über alle wichtigen Geschichten aus der Region Freising – inklusive aller Neuigkeiten zur Corona-Krise in Ihrer Gemeinde. Melden Sie sich hier an.

Während Miedl feststellt, dass Kinder und Jugendliche besonders betroffen sind, nimmt Kaiser wahr, dass unter der aktuellen Grippewelle mehr Erwachsene als Kinder leiden. Bei ihr in der Engel-Apotheke sei das Verhältnis zwei zu einem Drittel. „Kinder hatten auch zu Corona-Hochzeiten doch mal eher Kontakt zu Bakterien und Viren“, ist ihre Erklärung.

Grippewelle im Sommer: Die Schutzmaßnahmen

Um eine Ansteckung zu vermeiden, appellieren beide Experten, sich an die spätestens seit der Pandemie bekannten AHA-Regeln – Abstand, Hygiene, Alltag mit Maske – zu halten. Deren Wirksamkeit sei sehr gut am Ausbleiben der Grippewelle 20/21 zu sehen, so Miedl. Die beste Vorbeugung ist eine gesunde Lebensweise mit gesunder Ernährung und ausreichend Bewegung. „Außerdem gibt es die Möglichkeit der Grippeschutzimpfung, die jährlich aktualisiert wird“, sagt der Ärztesprecher.

Wer sich doch Erreger einfängt, sei mit fiebersenkenden Mitteln sowie Vitamin C und Zink gut beraten – letztere entweder direkt über die Nahrung oder mittels Nahrungsergänzungsstoffen. Um so schnell wie möglich wieder gesund zu werden, hat Miedl eine goldene Regel: „Ruhe geben, viel trinken und viel schlafen, höheres Fieber senken.“ Wer Medikamente braucht, solle sich fachlich beraten lassen, ergänzt Ingrid Kaiser.

Grippe im Sommer: Auf Hygiene achten

Was der Apothekensprecherin derzeit allgemein negativ auffällt: „Hygiene wird schon wieder ein bisschen vernachlässigt.“ Ihr Appell daher: Um eine Infektion – sowohl mit dem Coronavirus als auch mit Grippeviren – zu vermeiden, sollte sich jeder nach wie vor regelmäßig die Hände waschen und Desinfektionsmittel nutzen.

Noch mehr aktuelle Nachrichten aus dem Landkreis Freising finden Sie auf Merkur.de/Freising.

Auch interessant

Kommentare