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Einfach laufen lassen: Bei einer Erkältung ist das oft besser als der häufige Griff zum Nasenspray. 

Im Gespräch mit Ingrid Kaiser 

„Nicht alles auf einmal bekämpfen“: Apotheken-Sprecherin gibt Erkältungs-Tipps

Wie kann ich mich vor einer Erkältung schützen? Muss es gleich ein Medikament sein? Ingrid Kaiser, Inhaberin der Engel-Apotheke in Freising und Sprecherin der Apotheker im Landkreis, gibt Tipps.

Freising - Wie kann ich mich vor einer Erkältung schützen? Muss es gleich ein Medikament sein? Ingrid Kaiser, Inhaberin der Engel-Apotheke in Freising und Sprecherin der Apotheker im Landkreis, gibt Tipps.

Frau Kaiser, ist die Erkältungswelle schon ausgebrochen?

Tatsächlich hat uns die Erkältungswelle schon vor einiger Zeit erreicht. Aber sie ist noch nicht so heftig wie im vergangenen Jahr.

Welche Medikamente können Sie empfehlen?

Meine Kunden verlangen sehr häufig Kombipräparate. Also Mittel, die zum Beispiel gegen Husten und Schnupfen gleichzeitig helfen. Aber so etwas empfehle ich in der Regel nicht so gern, denn durch die Kombination von Wirkstoffen können mehrere Nebenwirkungen auftreten. Ich halte es meistens für besser, die Symptome einzeln zu behandeln. Manchmal empfiehlt es sich aber auch, die Krankheit einfach durchzustehen. So kann es zum Beispiel durchaus sinnvoll sein, tagsüber die Nase „laufen“ zu lassen und nur zum Schlafen ein Nasenspray zu verwenden. Man sollte das individuelle Optimum finden, indem man nicht alles auf einmal bekämpft sondern für die einzelne Krankheit passende Medikamente benutzt.

Haben Sie Tipps für Hausmittel?

Gegen Husten helfen meist schon feuchte Tücher, die man im Schlafzimmer aufhängt. Das erhöht die Luftfeuchtigkeit, und man kann besser atmen. Natürlich ist es auch wichtig, sich warm anziehen, wenn man rausgeht. Bei einem grippalen Infekt helfen ein Erkältungs- oder Fußbad, um die Symptome zu erleichtern. Allgemein kann man viel dafür tun, eine Krankheit abschwächend zu beeinflussen.

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Welche Hausmittel stellt die Apotheke selbst her?

Vor allem Tees. Manche sind leider fast schon in Vergessenheit geraten, wie beispielsweise Holunder- und Lindenblüten. Sie stärken das Immunsystem und können somit Erkältungen vorbeugen, bzw. beschleunigen den Heilungsprozess. Da der Körper bei Fieber vermehrt Vitamin C verbraucht, kann ein Hagebuttentee auch sehr hilfreich sein. Hagebutten enthalten mehr Vitamin C als Zitronen und im Tee wird das empfindliche Vitamin nicht so schnell abgebaut. Bei Reizhusten oder verschleimtem Husten sind außerdem Pflanzen wie Spitzwegerich, Fenchel, Thymian und Lungenkraut empfehlenswert.

Was kann man vorbeugend gegen eine Erkältung tun?

Auf jeden Fall viel trinken, damit der Körper genug Flüssigkeit hat. Hände waschen ist auch wichtig, damit sich nicht so viele Bakterien und Viren ansammeln, und frische Luft schadet auch nicht. Genug Schlaf hat einen zusätzlichen positiven Effekt, und auch warme Füße sind sehr wichtig. Wenn man friert, sind die Schleimhäute schlecht durchblutet und Bakterien und Viren haben leichtes Spiel. Wichtig ist aber auch, dass man sich nicht davor fürchtet, krank zu werden. Ansonsten stellt der Körper Stresshormone her, die ebenfalls die Abwehr schwächen.

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Auf welche Symptome sollte man achten?

Man muss hier unbedingt zwischen einer echten Grippe und einer Erkältung unterscheiden. Die Grippe ist eine schwere, ernst zunehmende Krankheit. Die Symptome treten sehr plötzlich auf, meist mit hohem Fieber und starken Gliederschmerzen. Die Symptome betreffen dann auch den gesamten Organismus. Die echte Grippe dauert oft länger als 14 Tage. Bei einer Erkältung kommen die Symptome langsam – bei einer langsamen Verschlechterung und nur mäßigem Fieber. Meist läuft die Nase oder ist verstopft, der Hals kratzt, und aus einem Reizhusten wird mit der Zeit ein festsitzender Husten.

Hilft eine Impfung?

Die kann vor einer gefährlichen Influenza-Grippe schützen, nicht aber vor einer Erkältung.

Ist die Erkältungswelle so schlimm wie im vergangenen Jahr?

Nein, letztes Jahr war es schlimmer. Vor allem hat uns da die Grippewelle mit voller Wucht erwischt. Wie es weitergeht, ist schwer zu sagen. Aber es liegen noch einige kalte Monate vor uns, deshalb kann die große Welle durchaus noch kommen.

Interview: Sophia Völkel

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