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Spiegelglatte Bürgersteige (wie hier in Moosburg) gab es am Montag und Dienstag, weil der Regen auf dem kalten Pflaster sofort gefror. Dennoch hatten die kommunalen Winterdienste die Lage binnen kürzester Zeit im Griff.

Nicht nur das Glatteis forderte seinen Tribut

Kaputte Knochen und geplatzte Rohre

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Überstunden am Klinikum, bei der Polizei und in den Bauhöfen: Der überfrierende Regen am Montag und Dienstag bescherte allen Beteiligten viel Arbeit. Doch auch unter der Erde gab’s einige Überraschungen. Eine Bilanz.

Auch viele Privatleute machten die Bürgersteige mit Streusalz rutschsicher.

Freising – „Seit Montagabend kurz nach 17 Uhr geht es bei uns im OP rund“, schildert Pressesprecher Christoph Wenzel die Lage am Klinikum nach den Glatteis-Tagen: „Rund 50 Fälle werden seit Montag behandelt.“ Das sei ein riesiges Pensum, denn: „An ,normalen Wintertagen‘ sind es nicht mehr als ein dutzend Fälle.“ Insgesamt sechs Chirurgen, Internisten und Assistenten samt OP-Schwestern operieren seit Montag in zwei Sälen quasi rund um die Uhr, berichtet Wenzel: „Am Montag wurde es sogar Mitternacht.“ Dabei reichte das Spektrum vom Bein- und Hand- bis zum Schulterbruch. Zudem mussten Prellungen und Verstauchungen ambulant versorgt werden. Den Pflegedienst verstärkten Kollegen aus der Verwaltung, Betten wurden für Notfälle freigehalten.

Dauereinsatz

Auch wenn böse Ausrutscher nicht zu vermeiden waren, taten die Winterdienste von Stadt und Landkreis doch ihr Möglichstes, um Gehwege und Straßen eisfrei zu bekommen. Bereits am Montag ab 13 Uhr rückten erste Fahrzeuge präventiv aus, um auf den Hauptverkehrsstraßen die Fahrbahnen mit Feuchtsalz gegen Glätte und Eis zu präparieren. Und diese Strategie war erfolgreich: „Zumindestens auf den Straßen Freisings hatte der überfrierende Regen kaum eine Chance“, meinte Stadt-Pressesprecherin Christl Steinhart. Auch der mobile Handräumdienst hatte bereits am frühen Montagnachmittag Treppenabgänge und Gehwege vorsorglich gestreut. Am Dienstag war das Bauhof-Team dann mit rund 50 Mann bereits ab 4 Uhr im Einsatz. Die Landkreis-Trupps waren im Zwei-Schicht-Betrieb mit 20 Leuten im Einsatz.

Laufend Rohrbrüche

Gegen Wasserrohrbrüche – wie hier am Plantagenweg in Freising – kämpften die Trupps der Stadtwerke am Montag und Dienstag an.

Richtig zu tun bekamen die Reparaturteams der Stadtwerke: Denn am Montag ging es ab kurz vor 15 Uhr rund. Ab da wurden fast minütlich Rohrbrüche am Plantagenweg, an der Prechtl-, Hermann- und Rotkreuzstraße gemeldet. Obwohl bis in die Nacht hinein gearbeitet wurde, konnten die letzten Leitungen erst am Dienstagnachmittag wieder aufgedreht werden. Stadtwerke-Geschäftsführer Andreas Voigt erklärt dazu: „Bei extremen Temperaturschwankungen gibt es Spannungen im Boden. Die übertragen sich auf die Rohre, die teilweise noch aus Guss sind, und die können reißen.“

Kaum Verspätungen

Weil es auch Dienstagfrüh noch tückisch glatt war, kam es an den Freisinger Schulen zu Verspätungen – bei Schülern und Lehrern. An der Karl-Meichelbeck-Realschule hatten besonders die Lehrkräfte aus Niederbayern mit Rutschpartien Richtung Freising zu kämpfen. „Aber die Verspätungen hielten sich doch in Grenzen“, versicherte Schulleiterin Christine Obermaier. Genauso sah es an der Fach- und Berufsoberschule aus, bestätigte Oberstudiendirektorin Roswitha Stichlmeyr: „Nur eine Kollegin aus Landshut konnte nicht kommen.“

„Keine größeren Schwierigkeiten“ meldete Geschäftsführerin Dorothea Hadersdorfer vom gleichnamigen Busunternehmen, das unter anderem für den Stadt- und Schulbusverkehr in der Domstadt zuständig ist: „Ein paar Verzögerungen gab es zwar in Haindlfing, aber es mussten keine Touren abgesagt oder unterbrochen werden.“

Viele Ausrutscher

Im Bereich der Polizeiinspektion Freising kam es am Montag aufgrund von Straßenglätte zu mehreren Unfällen (gestern kam es zu keinem Glatteis-Unfall mehr). 
  •  So prallte ein 50-jähriger Taxifahrer in Sünzhausen mit seinem Pkw auf spiegelglatter Straße gegen eine Gartenmauer. Verletzt wurde niemand. 
  •  Ebenfalls in Sünzhausen kam eine Schülerin (21) mit ihrem Fiat von der Fahrbahn ab und beschädigte einen Gartenzaun. Auch hier wurde glücklicherweise niemand verletzt, wie die Polizei berichtet. 
  •  In Freising, unweit der Polizeiinspektion stürzte eine Frau (53) auf dem Gehweg und zog sich eine Platzwunde im Gesicht zu. Die Dame musste ins Klinikum Freising gebracht werden.
  • Auf der Strecke zwischen Palzing und Wolfersdorf rutschte ein VW-Fahrer von der Fahrbahn, prallte gegen die Leitplanke und anschließend gegen einen Baum. Das Auto überschlug sich hierbei. Der Fahrer wurde leicht verletzt. Die Feuerwehr Palzing war mit zwei Fahrzeugen in den Einsatz eingebunden und beseitigte die ausgelaufenen Betriebsstoffe. Der Pkw musste durch ein örtliches Abschleppunternehmen mittels Kran geborgen werden.
  •  In Marzling schließlich wurde die Witterung sogar einem Fahrzeug des Winterdiensts zum Verhängnis. Der Unimog schlitterte gegen einen Gartenzaun, wie im Polizeibericht vermerkt wird. Verletzt wurde hierbei niemand. 
  • Insgesamt beziffert die Polizeiinspektion Freising den Schaden durch die diversen Glatteis-Unfälle auf mehrere Tausend Euro.

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