Gewalttat in Moosburg 

Obdachlosen brutal ausgeraubt: Schläger-Duo muss hinter Gitter

Schutz vor der Kälte hatte ein Moosburger Obdachloser (54) im Vorraum einer Bank gesucht – und wurde Opfer zweier Männer, die ihm nicht nur sein Bargeld raubten, sondern ihn auch massiv verprügelten.

Landshut/Moosburg – Dafür handelte  sich das gewalttätige Duo jetzt vor der 6. Strafkammer des Landgerichts eine Freiheitsstrafe ein. Diese fiel moderat aus, weil  sich die beiden Angeklagten nicht nur geständig, sondern auch reuig zeigten.

Wie zum Prozessauftakt berichtet, hatten der 27-jährige vorbestrafte Umzugshelfer und der 22-jährige Arbeitslose, der bisher lediglich wegen „jugendtypischer“ Straftaten aufgefallen war, am 26. Januar dieses Jahres gegen 2.15 Uhr den Obdachlosen überfallen, ihm mit der Faust ins Gesicht geschlagen, und mit einem Messer drohend die Geldbörse mit 410 Euro abgenommen. 410 Euro befanden sich darin. Danach ließen die Gangster kurz von ihm ab, kehrten aber zurück und forderten eine Kreditkarte. Als der Obdachlose nur mit einer ungültigen EC-Karte dienen konnte, schlugen sie ihn zu Boden und traten mit den Füßen auf ihn ein. Das Opfer hatte Glück: Es kam mit Prellungen und Hämatomen davon.

Die von Staatsanwalt Adrian Mühlbauer vertretene Anklage warf dem Duo neben Raub, versuchten Raub und gefährlicher Körperverletzung noch weitere Ausraster vor. Bereits im Rahmen des Ermittlungsverfahrens hatte das Duo ohnehin umfassende Geständnisse abgeliefert. Im Prozessverlauf entschuldigten sich die beiden bei ihren Opfern und verpflichteten sich, dem Mann das geraubte Geld zurückzuzahlen.

Für eine Überraschung sorgte dann der obdachlose Frührentner, der sich zwar an sämtliche Details des Überfalls erinnern konnte, zunächst aber bekundete, die beiden Angeklagten nicht als seine Peiniger wiederzuerkennen, letztlich sogar erklärte, sie seien es nicht gewesen. Den Angriff habe er gleichwohl „gut verarbeitet“ und keinerlei Angst, weiterhin ungeschützt zu nächtigen. Bis Dezember verbüßt er ohnehin noch eine Freiheitsstrafe.

Die 6. Strafkammer verhängte gegen den Umzugshelfer eine Freiheitsstrafe von drei Jahren und elf Monaten. Bei ihm fielen vor allem die insgesamt 18 Voreintragungen, die er sich in erster Linie wegen Diebstählen und Körperverletzungsdelikten eingehandelt hatte, straferschwerend ins Gewicht. Bei den knapp vier Jahren wird es aber nicht bleiben – er muss noch eine elfmonatige Strafe aus dem Jahr 2016 verbüßen – wegen Volksverhetzung und Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Sein arbeitsloser Kumpan, den die Kammer als Mitläufer einstufte, kam mit zweieinhalb Jahren Freiheitsentzug davon. Strafmildernd haben sich die Geständnisse und die Schuldeinsicht sowie die Reue ausgewirkt. Verteidiger Martin Paringer hatte für den 22-Jährigen geltend gemacht, dass der beim Überfall in den Sog seines Kumpels geraten sei, zunächst nicht zugeschlagen, letztlich aber doch noch zugetreten habe.

Walter Schöttl

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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