Haben massive Einwände: Freisings Ökodemokraten um Ulrich Vogl (Mitte) fordern eine Auswirkungsanalyse für die geplante Event-Arena. Erst dann könne man ein Urteil über das Großprojekt fällen.
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Haben massive Einwände: Freisings Ökodemokraten um Ulrich Vogl (Mitte) fordern eine Auswirkungsanalyse für die geplante Event-Arena. Erst dann könne man ein Urteil über das Großprojekt fällen.

Spekulation um „künstlichen Bedarf“ an Flugbewegungen

ÖDP kritisiert Event-Arena-Pläne: Vogl vermutet „perfiden Hintergedanken“

  • Andreas Beschorner
    vonAndreas Beschorner
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Die Freisinger ÖDP-Fraktion kritisiert abermals die Pläne für eine Event-Arena am Flughafen. Für eine Beurteilung des Projekts fordern sie Antworten auf Fragen.

Freising – Die ÖDP im Freisinger Stadtrat sieht die geplante Event-Arena auf dem Flughafengelände sehr kritisch. Jetzt mahnen die Ökodemokraten den Stadtratsbeschluss von Januar an, in dem man den Klimanotstand anerkannt hat. Sie fordern für das Großprojekt eine Auswirkungsanalyse: Wie viele Tonnen CO2 würden durch die Realisierung und den Betrieb der Arena erzeugt? Erst wenn diese Frage beantwortet sei, könne man sich ein abschließendes Urteil über das Großprojekt vor den Toren Freisings bilden. Und einen „Hintergedanken“, der mit dem Bau der Event-Arena offenbar verbunden sei, bezeichnet ÖDP-Stadtrat Ulrich Vogl als „perfide“.

ÖDP hält weiteren S-Bahn-Halt für „Augenwischerei“

27 Hektar groß sei die für die Arena vorgesehene Fläche, die dann versiegelt wäre, sagte Vogl am Bürgerstammtisch der ÖDP am Mittwochabend. Die richtige Stelle für solch ein Projekt sei eigentlich dort, wo viele Menschen wohnten und wo eine umweltverträgliche Anbindung gewährleistet sei.

Im Falle der geplanten Event-Arena sei das mitnichten so: Die Buslinie 635 mit ihrer Kapazität von maximal 200 Personen pro Stunde könne man praktisch vergessen. Rein rechnerisch müsste die Anbindung per Bus 50 Stunden vor Beginn der Veranstaltung starten und 50 Stunden nach Ende des Events andauern, um 20 000 Besucher zu transportieren. Vom bestehenden S-Bahn-Haltepunkt „Besucherpark“ sei die Event-Halle 2,2 Kilometer entfernt – so weit wie das Landratsamt vom Weihenstephaner Berg. Viel zu weit also. Und die Idee eines weiteren S-Bahn-Halts sei „Augenwischerei“, dauere der Bau so eines Bahnhofs doch und koste „zig Millionen“ – und das nur für den Sonderbetrieb bei Großveranstaltungen.

Bleibe zum einen noch der „Hotelpuffer“ – also die Möglichkeit, dass Gäste im angrenzenden Hotel übernachteten. Da würden aber sicherlich viele mit dem Flugzeug an- und abreisen, was wohl auch der „Hintergedanke“ zum Projekt sei: nämlich „künstlich“ Bedarf für Flugbewegungen zu schaffen. In Zeiten des Klimawandels eine „perfide“ Vorgehensweise, sagte Vogl. Dass dadurch zudem die Nachtflugregelung aufgeweicht werde, wie er spekulierte, sehe man als große Gefahr. Es wundere ihn, wie „schmerzbefreit“ da manche Stadträte agierten.

ÖDP: Bau setzt „zig Millionen Tonnen CO2 frei“

Zum anderen bleibe die Anbindung per Pkw, die aufgrund der zwei Autobahnausfahrten zwar „ganz passabel“ sei, aber eben zusätzlichen Verkehr auf den eh schon stark belasteten Straßen bedeute. Und ob so ein Projekt auf dem Flughafengelände planungsrechtlich zulässig sei, wisse man noch gar nicht. Kurz: Das alles müsse geprüft und untersucht werden, vor allem im Hinblick auf die Klimaauswirkungen des Projekts, das ja schon beim Bau „zig Millionen Tonnen CO2 freisetzen“ würde. Ob das den Nutzen rechtfertige, sei „mehr als fragwürdig“. Ein entsprechender Antrag der Ökodemokraten an den Freisinger Stadtrat zur Überprüfung sei derzeit in Vorbereitung.

Zu den jüngst im Finanzausschuss angedeuteten möglichen „Verflechtungen“ mancher Stadträte und des Oberbürgermeisters mit dem Investor habe er zwar eine klare Meinung, die er aber nicht öffentlich kundtun wolle, erklärte Vogl. Dass das Projekt ohne ein wie auch immer geartetes „Sponsoring“ der Flughafen München GmbH und ohne intensive Beteiligung des Flughafens an der Planung ablaufe, „kann ich mir nicht vorstellen“, so der ÖDP-Rat.

Die geplante Event Arena am Flughafen München polarisiert. Hier sprechen die Planer - und machen den Gegnern ein Angebot.

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