ÖDP-Wahlkampfthema Rente

Reck beklagt „wirtschaftliche Ausbeutung der Eltern“

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Vor allem mit einem „Konstruktionsfehler“ beschäftigte sich die Jahreshauptversammlung der Kreis-ÖDP am Mittwochabend – einem Fehler im Rentensystem. Bundestagskandidat Reinhold Reck hielt im Anschluss an den offiziellen Teil der Versammlung einen Vortrag mit dem Titel „Die Rente ist sicher – aber ob sie auch zum Leben reichen wird, das ist alles andere als sicher!“ Reck, der seit 2014 Vorsitzender der Bundesprogrammkommission der ÖDP ist, sprach von einer „wirtschaftlichen Ausbeutung der Eltern“.

Freising – Die eigentliche Jahreshauptversammlung der Ökodemokraten, zu der elf der 58 Mitglieder im Hofbrauhauskeller erschienen waren, dauerte knapp eine halbe Stunde. Kreisvorsitzender Ulrich Vogl sagte in seiner Begrüßung, ihm sei der Begriff Fairness nicht mehr aus dem Kopf gegangen: fairer Handel, faire Arbeit, ein fairer Umgang mit den Verkehrsressourcen, so Vogl mit Blick auf eine Podiumsdiskussion mit den Bundestagskandidaten vor einiger Zeit zu diesem Thema und auf die Ablehnung der Stelle eines Beauftragten für Fair Trade in der Stadt Freising (wir haben berichtet). Zudem, so Vogl, sei vor einem Jahr auch die Anstellung eines Fahrradbeauftragten für die Stadt Freising abgelehnt worden. Das sei schade, denn auch in Freising lauerten für Radfahrer im Verkehr große Gefahren.

Reinhold Reck sieht grundsätzliche Fehlerim Rentensystem.

Die Berichte aus den Ortsvereinen fielen am Mittwoch aus, der Bericht des Kreisvorstands beschränkte sich auf einen Blick auf die Kasse durch Angela Kern. Begonnen habe man das Jahr 2016 mit einem Kassenstand von etwas über 10 000 Euro, habe 21 000 Euro eingenommen und knapp 16 000 Euro ausgegeben, sodass man Ende 2016 zirka 15 000 Euro auf dem Konto gehabt habe.

Reck erläuterte dann, welcher Konstruktionsfehler seit 1957 im deutschen Rentensystem stecke: Es gebe nur eine Alters-, keine Kinderrente. Begründet sei dieser Fehler historisch mit der Aussage Konrad Adenauers, die Leute würden sowieso Kinder kriegen, da brauche es keine Kinderrente. Das derzeitige System führe, weil die Geburtenrate in Deutschland sinke, dazu, dass immer weniger Erwerbsfähige die Kinder und Rentner versorgen müssen – gerade auch in den kommenden Jahren, wenn die „Babyboomer“ ins Rentenalter kämen. Kinderlose würden in der Regel aufgrund besserer Einkommen höhere Rentenansprüche erwerben, die dann die Kinder derjenigen zahlen müssen, die weniger Rentenansprüche erworben hätten. Und warum? Eben weil sie Kinder hätten und teilweise nicht in die Arbeit gegangen seien, erläuterte Reck.

Dass die Rente derzeit trotzdem noch stabil sei, liege daran, dass man an diversen Stellschrauben wie Beitragshöhe, Renteneintrittsalter oder auch Zuschüssen aus Steuermitteln drehe, betonte der Direktkandidat der ÖDP. andreas beschorner

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