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Sie greifen dem Pflege-Nachwuchs künftig unter die Arme: dieneuen Praxisanleiter am Klinikum Freising, die ihre Fortbildung erfolgreich abgeschlossen haben. Schulleiterin Eva Gall (l.) und Kursleiter Karl-Heinz Kaiser (hinten, 2. v. l.) gratulierten.

Gesundheit

Ohne sie würde der Beruf aussterben:  Freisinger Pflegekräfte betreuen Neueinsteiger

Sie nehmen viel auf sich: Pflegekräfte des Klinikums Freising lassen sich zu Praxisanleitern ausbilden, um Schüler betreuen zu können. Mehr Geld gibt es nicht.

Freising– Die Gesundheits- und Krankenpflege ist ein anspruchsvoller Beruf, der viel Fachwissen und Erfahrung verlangt. Das betont Sascha Alexander, Sprecher des Klinikums Freising. Um Auszubildenden den Einstieg in den Stationsalltag, aber auch bereits tätige Pflegekräfte zu unterstützen, stellt ihnen das Krankenhaus sogenannte Praxisanleiter zur Seite. „Solche erfahrenen Pflegekräfte werden in einer Zusatzausbildung für diese Tätigkeit geschult“, berichtet Alexander. „Um mehr Gehalt geht es dabei nicht.“

Die Zusatzausbildung kostet viel Zeit

Als Teil ihrer dreijährigen Ausbildung absolvieren Schüler rund 2500 Praxisstunden am Klinikum. Dabei werden sie laut Gesetzgeber von erfahrenen Fachkräften, eben jenen Praxisanleitern, auf den Stationen betreut, damit der Start in die Praxis gelingt. „Praxisanleiter zu sein, ist eine anspruchsvolle Aufgabe“, betont Alexander. „Denn sie kümmern sich in der Praxis nicht nur um die Nachwuchsmitarbeiter, sondern betreuen auch ihre Kollegen auf den Stationen. Als Kandidaten kommen daher nur examinierte Fachkräfte in Frage, wie der Kliniksprecher erklärt. „Sie müssen mindestens zwei Jahre Berufserfahrung mitbringen und eine umfangreiche Zusatzausbildung machen.“

Vor Kurzem hat ein solcher Kurs für 15 Pflegekräfte am Klinikum begonnen. Fünf Blockwochen, insgesamt 200 Stunden, zwei Prüfungstage, zwei Hospitationstage an weiteren Berufsfachschulen und Weiterbildungsinstitute sind zu absolvieren. Zudem gilt es, eine mündliche Prüfung und eine Facharbeit zu bestehen. Am Ende werden die erfolgreichen Teilnehmer zertifiziert.

Praxisanleiter müssen Allround-Talente sein

Erwartet wird jedoch nicht nur jede Menge Fachwissen, sondern eine hohe Sozialkompetenz. Spaß am Umgang mit jungen Leuten und die Lust darauf, Wissen und Eigenerfahrung weiterzugeben, sind „wünschenswert“, wie es Eva Gall, Leiterin der Berufsfachschule für Krankenpflege, und Kursleiter Karl-Heinz Kaiser ausdrücken. Gefragt sind außerdem eine ausgeprägte Kommunikationskompetenz und die Bereitschaft zu Führungsaufgaben. Denn Praxisanleiter sind im Praxisalltag weisungsbefugt.

Ohne sie gebe es den Beruf bald nicht mehr

Was überrascht: Alle Teilnehmer machen die anspruchsvolle Ausbildung freiwillig und erhalten dafür bislang nur den „Gotteslohn“, berichtet Schulleiterin Gall. Nur hauptberufliche Praxisanleiter ab einer 50-prozentigen Tätigkeit erhielten aktuell eine Höhergruppierung – sprich: mehr Geld. „Hier herrscht eine große Ungerechtigkeit“. Sie erwarte aber in den kommenden Jahren eine Änderung, weil der Gesetzgeber immer höhere Ansprüche an die Praxisanleitung stelle.

Mittlerweile sind die Krankenhäuser verpflichtet, ausreichend Praxisanleiter nachzuweisen, um die praktische Ausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflege zu gewährleistet. „Ohne Praxisanleiter gibt es also keine Schüler“, fasst es Gall zusammen. Es gehe aber nicht nur um die Erfüllung gesetzlicher Vorgaben. Vielmehr kommen ausgebildete Pflegekräfte unmittelbar den Patienten zugute.

Auch spannend: Am Krankenhaus-Essen in Freising scheiden sich die Geister.

ft

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