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Starker Auftritt: Ottfried Fischer zeigte sich im Furtner von seiner besten, weil kämpferischen Seite.

Ottfried Fischer im Furtner  

Otti und die Freisinger Abseits-Regel

Freising - Ottfried Fischer hat es immer noch drauf. Trotz seiner Parkinson-Erkrankung, trotz sichtlicher Beschwerden. Im Furtner lief er bisweilen richtig zur Hochform auf.

Das Gastspiel des Schauspielers und TV-Stars Ottfried Fischer glich einer kabarettistischen Jamsession. Musikalische Unterstützung erhielt er von seinem Bühnenkollegen Norbert Bürger. Man spielte sich die Bälle zu – beispielsweise bei der Erklärung der Freisinger „Abseits-Regel“. Eine subtile Anspielung und eine Steilvorlage für die Stadt Freising, doch bitteschön das Geld für den Erhalt der Neustifter Kultkneipe und die damit verbundene Kleinkunst locker zu machen.

Zum Schmunzeln: Das Publikum erlebte einen vergnüglichen Abend – dank Ottfried Fischers wie aus der Luft gegriffenen Geistesblitzen, aber etwa auch mit Auszügen aus dem Buch „Das Leben ein Skandal: Geschichten aus meiner Zeit“.

Das war nicht verwunderlich, schließlich war Fischer auf Einladung des Abseits-Vereins gekommen. An Appellen, das Lokal wieder zum Leben zu erwecken, mangelte es beim Gastspiel der bayerischen Kabarett-Ikone nicht – von Seiten der Wirte, aber auch von dem Schwergewicht auf der Bühne nicht. Franziska Kreuter und Ludwig Dinzinger brachen ebenso eine Lanze für die Kultkneipe wie Fischer selbst, der Kleinkunst erklärtermaßen schätzt, der selbst einmal klein angefangen hat, wie er einräumte, der aber auch weiß, dass die Kleinkunst es ohnehin schwer hat, „weil die Leute meist nicht hingehen“.

Programmatisch schöpfte der TV-Serien-Star aus dem Vollen: Er parlierte süffisant und eloquent über Gott, Bayern und den Rest der Welt, über Trump und die Frauen. „The Lady is a Trump“, frotzelte Fischer in Anlehnung an einen Sinatra-Hit. „A Supertrump“, entgegnete Bürger. „Der war gut“, sagte Fischer.

Es war Vorsicht geboten, wenngleich manches aus der Luft gegriffen schien. Einer wie Fischer weiß jederzeit, einen rauszuhauen. Einen Aufreger wie „lecker“ zum Beispiel: „Lecker, lecker“ – das habe man doch dem Biolek zu verdanken, echauffierte sich Fischer und äffte den Kollegen nach. Ganz der Bayer. „A g’wamperter Hund“, wie er zugab. Ein Bayer kenne „lecker“ nur von „am Osch konnst mi lecker“, ätzte er und erntete großes Gelächter. Das tat ihm gut, seine Augen blitzten auf. So wie man das kennt von ihm, von Rollen wie „Sir Quickly“. Dass der Mann über viel Charme und Aberwitz verfügt, das war in Momenten wie diesen spürbar – bis ins letzte Eck. Apropos Charme: Wie galant er mit Gast-Sängerin Julia Schröter umging, war ein Kapitel für sich. Große, alte Schule. Wie vieles an diesem Abend.

Alexander Fischer

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