Geheime Facebook-Gruppen

Parteispitzen schockiert über „braunen Sumpf“

  • schließen
  • Manuel Eser
    Manuel Eser
    schließen
  • Andreas Beschorner
    Andreas Beschorner
    schließen

Landkreis – Zu den Umtrieben in geheimen Facebook-Gruppen melden sich auch führende Kommunalpolitiker aus dem Landkreis Freising zu Wort.

Christian Magerl findet den „braunen Sumpf“ erschreckend. Was den Landtagsabgeordneten der Grünen aber „noch mehr schockiert“, wie er bei der Jahreshauptversammlung der Freisinger Grünen am Mittwochabend beteuerte, ist, wer sich in diesen Facebook-Gruppen „so alles rumtreibt“. Völlig unverständlich war für MdL Magerl, dass sich bis dahin kein führender CSU- oder FW-Politiker aus dem Landkreis von diesen Machenschaften seiner Parteikollegen distanziert habe, dass man diese Personen nicht aus der Partei schmeiße. Magerl wörtlich: „Es kann nicht sein, dass ein Florian Herrmann abtaucht und glaubt, das Problem würde sich schon von selbst auflösen.“ Magerl warnt: „Das löst sich nicht von selbst auf.“

Gestern äußerte sich FW-MdL Benno Zierer allerdings durchaus kritisch zu den Vorfällen: „Es ist der Politik in keinster Weise dienlich, sich in dieser Art über Randgruppen zu äußern.“ Er sei „sehr überrascht“, was da auch von der Moosburger FW-Vize-Vorsitzenden Petra Bindereder gepostet und geliked wurde. „Über das muss diskutiert werden“, sagt Zierer – innerhalb der Gruppierung. Noch gestern hat er deshalb darum gebeten, einen Termin für eine Vorstandssitzung zu finden. Er lasse die Freien Wähler mit solchen Umtrieben nicht in eine rechte Ecke stellen. „Wir sind wertkonservativ!“ Muss das Ganze personelle Konsequenzen bei den Freien Wählern in Moosburg nach sich ziehen? „Das muss in Moosburg entschieden werden“, sagt Zierer.

Schockiert äußerte sich auch der SPD-Kreisvorsitzende Peter Warlimont: Als er den FT-Bericht gelesen habe, sei ihm „die Luft weggeblieben“. Da würden Menschen, die im gesellschaftlichen und politischen Leben stünden und „nach außen hin bürgerlich tun“, ihr anderes Gesicht zeigen. Und noch schlimmer sei, dass diese Menschen dann „nicht einmal den Hauch von Arsch in der Hose haben, dazu zu stehen, sondern sich rauswinden wie ein 13-Jähriger, der Angst vor seinem Lehrer hat“. Das, so Warlimont, habe er „total gefressen“. Würde ein SPD-ler in so einer Gruppe zu Gange sein, würde sofort ein Parteiordnungsverfahren eingeleitet und die klare Forderung nach Rücktritt „von allen nur erdenklichen Ämtern“ erfolgen. Denn: „Was ist das für eine Schande, so einen Typen in der Partei zu haben!“

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Schwer verletzt: Neufahrner stürzt mit Motorrad
Schwerverletzt wurde am Freitag ein Neufahrner (52). Er stürzte mit seinem Motorrad auf der Erdinger Straße in Neufinsing (Kreis Erding).
Schwer verletzt: Neufahrner stürzt mit Motorrad
„Eine konstante Größe“
Als Erfolgsgeschichte haben die Echinger Sozialdemokraten mit rund 150 Gästen ihr 70-jähriges Jubiläum im Echinger Bürgerhaus gefeiert. In einer kurzweiligen Mischung …
„Eine konstante Größe“
Donnerwetter am Anfang, Hammerschlag zum Schluss
Einen aufschlussreichen Bildervortrag über das Leben und Wirken von Martin Luther veranstaltete anlässlich des diesjährigen Reformationsjubiläums die Katholische …
Donnerwetter am Anfang, Hammerschlag zum Schluss
Den Menschen immer etwas mitgegeben
75 Jahre und schon ein bisschen müde. Deshalb beendet Rolf Lübkert jetzt seine Prädikantentätigkeit im evangelischen Dekanat. Unter großer Anteilnahme seiner „Schäfchen“ …
Den Menschen immer etwas mitgegeben

Was denken Sie über diesen Artikel?

Kommentare