Der bessere Schienenersatzverkehr: Die Agenda-21-Vertreter machen Werbung für den von ihnen geforderten Schnellbus zwischen Freising und Garching. Der aber soll auch über die Sperrung der S-Bahn-Strecke im Sommer Bestand haben. grafik:

Gunst der Stunde

Per Schnellbus zum Campus: Agenda 21 will Linie von Freising nach Garching

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Die Bahn will derzeit nicht, die Agenda 21 schon: Deren Vertreter fordern einen Schnellbus vom Freisinger Bahnhof zum Campus Garching und dem dortigen U-Bahnhof. Die Gelegenheit für das Langzeitprojekt ist günstig. Denn im Sommer wird die S-Bahn-Strecke etliche Wochen lang gesperrt.

Landkreis – Der Antrag an den Stadtrat, der am heutigen Dienstag auf den Weg gebracht werden soll, geht von zwei Agenda-21-Gruppen aus: der Gruppe Bauen, Wohnen und Verkehr sowie der Gruppe Energie und Klimaschutz. Deren Vertreter fordern einen Schnellbus, der den Freisinger Bahnhof mit der U-Bahnhaltestelle Garching Forschungszentrum (U 6) verbindet. Sollte der Antrag in der Agenda-21-Sitzung eine Mehrheit finden, müsste sich der Stadtrat mit der Idee beschäftigen.

Wie Sepp Beck, Sprecher der Agendagruppe Energie und Klimaschutz, dem FT am Montag erläuterte, würde diese Buslinie das Passagieraufkommen auf der überlasteten Bahnstrecke Freising–München verringern und somit zu deren Entlastung beitragen. „Insbesondere zum Forschungszentrum Garching und in den Nordosten der Stadt München bis Schwabing würden sich die Fahrtzeiten stark verkürzen, was die für Klima- und Umweltschutz notwendige Attraktivität des Nahverkehrs bedeutend steigert.“ Die Fahrt des Schnellbusses würde im Schnitt etwas über 20 Minuten dauern – je nachdem, wie oft er auf der Strecke hält. Denn wie Beck erläutert, gibt es entlang der Strecke an der Staatsstraße 2350 noch vier Bedarfshaltestellen, die einkalkuliert wurden. Dabei handelt es sich um Dürneck, Achering, Mintraching und Dietersheim, die nahverkehrstechnisch besser versorgt wären.

Beck und sein Mitstreiter Andreas Mehltretter, Sprecher der zweiten Gruppe, geht es darum, die Linie zwischen Freising und Garching dauerhaft einzurichten. Dafür wollen sie die Gunst der Stunde nutzen. Denn im Sommer ist die Strecke der S 1 zwischen Freising und Feldmoching mindestens für sieben Wochen gesperrt. Wie berichtet, findet dann nicht nur der Endspurt für den Bau der Neufahrner Kurve statt, es werden auch einige S-Bahn-Stationen barrierefrei ausgebaut. In dieser Zeit der Zumutungen für Pendler sieht die Bahn Schienenersatzverkehr vor. Für Beck und Mehltretter wäre der Schnellbus die bessere Alternative für Garching-Pendler. Mit ins Boot beziehungsweise in den Bus holen wollen sie den Freisinger Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher und Landrat Josef Hauner. Denn die könnten auf Grundlage des Antrags ihrerseits Druck bei der Bahn machen.

Für die ablehnende Haltung des Konzerns hat Beck kein Verständnis: „Die Bahn sollte Einschränkungen für Pendler aus dem Landkreis Freising und ganz Niederbayern nicht auf die leichte Schulter nehmen und alle Optionen für einen anständigen Ersatz umsetzen.“ Den geplanten Schienenersatzverkehr halten Beck und Mehltretter für „völlig unzureichend“. Sowohl die Verbindung der geplanten S 18 über Neufahrn und Flughafen als auch die Busse nach Feldmoching oder zum Airport würden zu einer massiven Fahrtzeitverlängerung führen. Der Schnellbus hingegen verkürze die Fahrtzeit bis in die Innenstadt auf das Niveau der S1-Fahrzeit.

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