Man sieht  Kerstin Rehm (Vorsitzende), Rudolf Weichs (stellvertretender Vorsitzender), Daniela Nager (stellvertretende Vorsitzende Arbeitnehmer), Michael Mayer, Barbara Brandl (GEW), Cathrin Kaufung, Ulrike Schwochau, Thomas Dittmeyer, Monika Janson, Sandra Paretzke und Nele Kreß.
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Nach der Wahl: (v. l.) Kerstin Rehm (Vorsitzende), Rudolf Weichs (stellvertretender Vorsitzender), Daniela Nager (stellvertretende Vorsitzende Arbeitnehmer), Michael Mayer, Barbara Brandl (GEW), Cathrin Kaufung, Ulrike Schwochau, Thomas Dittmeyer, Monika Janson, Sandra Paretzke und Nele Kreß.

Vorsitzende Kerstin Rehm noch einmal in ihrem Amt bestätigt – Ausblick und Ziele

Personalratswahlen: BLLV ist im Kreis Freising Wahlsieger

„Die Personalratswahlen sind eine Bestätigung für die Arbeit des BLLV Freising.“ Das schreibt die in ihrem Amt bestätigte Vorsitzende Kerstin Rehm.

Freising - Unter dem Motto „Wir sind da, wenn es brennt“ habe der BLLV Freising laut Rehm seinen Vorsprung weiter ausgebaut. Er erhielt im Schulamtsbezirk Freising 81,5 Prozent Zustimmung bei den Personalratswahlen.

„Eine Bestätigung“

„Das ist eine wunderbare Bestätigung unseres Einsatzes für die Beschäftigten hier im Schulamtsbezirk Freising“, betont Kerstin Rehm. „Wir haben seit dem gigantischen Wahlergebnis von 2016 unseren Anteil von 77,7 noch einmal um 3,8 Prozent steigern können. Im Vergleich zu den Wahlen von 2011 liegen wir sogar bei einer Steigerung von fast acht Prozent.“

Wahlbeteiligung sank

Im Örtlichen Personalrat Freising sind nun in der Amtsperiode von 2021 bis 2026 ein Mitglied der GEW sowie zehn weitere Vertreter des BLLV vertreten. Gesunken hingegen ist heuer die Wahlbeteiligung. Kerstin Rehm zeigte die Entwicklung auf: Im Jahr 2011 lag die Teilnahme an der Abstimmung bei 61,97 Prozent; 2016 bei 73,5 Prozent. Heuer kam der Absturz auf 46,4 Prozent. Rehm kann sich das kaum erklären: „Es muss einerseits mit der pandemiebedingten Anordnung der Briefwahl in Zusammenhang stehen, andererseits auch Ausdruck eines Verdrusses sein, dass die Arbeitsbedingungen für die Lehrkräfte seit über einem Jahr an die Grenze der Zumutbaren stoßen und manch einer ein Zeichen setzen wollte.“ Demokratiemüde seien Lehrkräfte jedenfalls nicht – dessen ist sich die Vorsitzende sicher.

Im Einsatz für die Basis

Rehm nimmt die geringe Wahlbeteiligung als Auftrag für die künftige Personal- und Verbandsarbeit an. Gerade im Hinblick „auf die nicht mehr zu bewältigende Arbeitsverdichtung im Berufsfeld Schule“ werde das neu gewählte Team entschieden daran arbeiten, „auf die Politik und das Kultusministerium Einfluss zu nehmen“: „Wir müssen die Basis vertreten. Das ist unsere Aufgabe. Wir werden uns alle vertrauensvoll im Sinne und zugunsten der Beschäftigten einsetzen und auch die bewährte konstruktive Zusammenarbeit mit dem Freisinger Schulamt fortführen.“

Bereits unter dem früheren Landrat Josef Hauner, ehemals leitender Schulamtsdirektor, und seiner jetzigen Nachfolgerin Irmintraud Wienerl, habe es stets einvernehmliche Lösungen in Konfliktfällen gegeben.

Ein besonders starker Pfeiler in der Personalratsarbeit sei die gute Vernetzung zur Regierung von Oberbayern durch die dort wieder bestätigte Bezirkspersonalratsvorsitzende Helga Gotthart. „Viele Lösungen konnten auf schnellem Wege durch sinnvolle Entscheidungen getätigt werden.“

Letzte Amtsperiode

Die wiedergewählte Personalratsvorsitzende blickt auf eine lange Zeit in diesem Amt zurück. Seit Januar 2000 bekleidet sie diesen Posten, hat bereits mit vier verschiedene Schulamtsdirektoren zusammengearbeitet und freut sich nun auf ihre letzte Amtsperiode. „Bis zum Schluss werde ich mich, so es die Gesundheit zulässt, mit ganzer Kraft für Menschen einsetzen, denn es ist einfach wunderbar, wenn man Lösungen herbeiführen kann und alle Beteiligten wieder Freude an ihrer Arbeit haben.“ Das komme auch den Schülerinnen und Schülern zugute und bringe „die Schulen in ihrer Weiterentwicklung voran“.

Ein Appell

Eines müsse allerdings aufhören: „Ständig den Erwartungsdruck seitens der Eltern und der Gesellschaft an die Schulen zu erhöhen.“ Lehrkräfte seien „nur Menschen, die ihr Bestes Tag für Tag geben“. Lehrerinnen und Lehrer könnten nicht die vielen Defizite auffangen, die es bereits vor der Pandemie gab und die sich zum Teil in der Pandemie verstärkt hätten. Das sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.

Kritik an Piazolo

Rehm: „Digitalisierung ist jedenfalls nicht der Schlüssel für psychisch gesunde Kinder und Jugendliche.“ Und sie verweist auf Kultusminister Michael Piazolo: Dieser meine, „über Arbeitszeiterhöhungen, Forderungen nach Zusatzangeboten in den Sommerferien und Einstellungen von berufsfremdem Personal das sinkende Schiff Schule vor einer Havarie zu bewahren.“ Rehm abschließend: „Immer noch gibt er nicht zu, dass es einen eklatanten Lehrermangel gibt. Ich verstehe nicht, dass sich so ein Mann politisch halten kann.“   ft

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