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Ein Trommler vor dem Herrn: Peter Sadlo wurde für seine Kunst am Schlagzeug weltweit gefeiert und ausgezeichnet. Umso schockierter ist die Musikwelt, dass er im Alter von nur 54 Jahren gestorben ist.

Tod mit 54 Jahren

Peter Sadlo: Nachruf auf einen Musiker von Weltrang

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Er war in allem früh dran: mit seiner musikalischen Ausbildung, mit seinem Engagement fürs große Orchester, mit seiner Professur. Sein Tod aber kam zu früh. Mit 54 Jahren ist der weltbekannte Schlagzeuger Peter Sadlo gestorben.

Der August war für Peter Sadlo ein besonderer Monat. Es war die einzige Zeit im Jahr, in der der Perkussionist von Weltrang sein Schlagwerk einmal ruhen ließ. „Da schaue ich nicht mal eine Trommel an“, hat er dem FT einmal verraten. Jetzt schreiben wir wieder August, und der Wahl-Giggenhausener hat seine Instrumente für immer zur Seite gestellt: Im Alter von 54 Jahren ist er in der Nacht zum Freitag in einer Münchner Klinik gestorben – an den Folgen einer Nieren-Operation, wie der Donaukurier schreibt.

Sadlo, 1962 in Nürnberg geboren, wuchs in Zirndorf auf und begann 1967 mit der klassischen Schlagzeugausbildung. Gerne erzählte er, dass er bereits im Alter von drei oder vier Jahren Kochtöpfe seiner Mutter nach Tonhöhe zu einem Drumset arrangierte. Auch später in seiner Karriere war er immer einer der Jüngsten: Schon mit zwölf Jahren erhielt er als Gastschüler Unterricht am damaligen Meistersinger-Konservatorium in Nürnberg. 1982 wurde er – mit gerade einmal 20 Jahren – Solopauker bei den Münchner Philharmonikern. 1983 übernahm er eine Professur für Pauke und Schlagzeug an der Hochschule für Musik und Theater München, 1990 wurde er als Professor an das Mozarteum in Salzburg berufen. Da war er immer noch keine 30 Jahre alt.

Nach seiner Trennung von den Münchner Philharmonikern 1997 trat er vornehmlich als Solo-Schlagzeuger auf, häufig in kammermusikalischer Besetzung, etwa mit Gidon Kremer oder der Pianistin Anna Gourari. In der Nachfolge von Kremer betreute er von 2007 bis 2010 als Künstlerischer Leiter das kammermusikalisch hochkarätige Basler Festival „Les muséiques“. Zudem war er seit 2007 künstlerischer Berater der Internationalen Musikbegegnungsstätte Haus Marteau des Bezirks Oberfranken in Lichtenberg.

Wer viel reist, benötigt auch einen Ort der Ruhe, an dem er Erholung findet und neue Kraft tanken kann. Sadlo fand ihn in Giggenhausen. „Obwohl eigentlich Zigeunerblut durch meine Adern fließt, fühle ich mich Giggenhausen sehr verbunden“, hat er dem FT einst berichtet. „Früher hatte ich immer Probleme mit den Nachbarn, in Giggenhausen ist das ganz anders. Die Nachbarn sind ein Traum.“

60 Konzerte absolvierte der mit etlichen Preisen (unter anderem dem Europäischen Kulturpreis) dekorierte Meister pro Jahr – der Job gab ihm alles, verlangte ihm aber auch alles ab. „Es gibt eine Grenze für die körperlichen Anstrengungen“, räumte er ein. Deshalb schwebte ihm vor, es mit 50 Jahren langsamer angehen zu lassen. So richtig wurde daraus nichts. Sein letztes Konzert gab der 54-Jährige am 22. Juli bei den Audi-Sommerkonzerten in Ingolstadt – eine Woche vor seinem Tod. Der Frühberufene wurde abberufen – viel zu früh.

„Petrus ist Percussion-Fan“, hat FT-Reporter Andreas Beschorner im Jahr 2003 festgestellt, als Peter Sadlo bei den Freisinger Kulturtagen auftrat. Während andere Konzerte von strömendem Regen begleitet wurde, herrschte bei seinem Auftritt auf dem Marienplatz wolkenloser Himmel. Jetzt müsste Petrus eigentlich erst recht keinen Regen mehr auf den Landkreis trommeln lassen. Schließlich hat er nun den vielleicht besten Perkussionisten der Welt bei sich. Trotzdem regnete und regnete es auch nach Sadlos Tod. An traurigen Tagen weint der Himmel einfach von sich aus.

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