Zwei Kinder im Schwimmbad.
+
Sie haben es drauf: Antonia und Kilian sind die Schwimmstars der sieben pfiffigen Lernvideos. Am Freitag zeigten sie live im „fresch“, wie man richtig schwimmt.

Pandemie verhindert Schwimmkurse – Hoher Nachholbedarf – Prominenz startet Aktion

Piazolo startet Aktion in Freising: Damit die Kinder nicht ins Schwimmen kommen

  • Andreas Beschorner
    VonAndreas Beschorner
    schließen

Während der Pandemie fielen die Schwimmkurse aus. Jetzt gibt es einen riesigen Nachholbedarf. Der Startschuss für eine bayernweite Aktion fiel nun in Freising.

Freising - Schwimmen sei eine „Kulturtechnik“. Das sagt der bayerische Kultusminister Michael Piazolo. Und deshalb sei ihm die Aktion der Wasserwacht mit dem Namen „Bayern schwimmt 2021“ eine Herzensangelegenheit. Gestern wurde die Aktion, die auch in diesem Jahr wieder virtuell und digital stattfinden muss, gestartet. Ort des Geschehens: das Freisinger „fresch“.

Das Wetter war alles, aber nicht zum Baden geeignet, die Schirmherrin der Aktion, Landtagspräsidentin Ilse Aigner, konnte wegen einer Sommergrippe nicht nach Freising kommen. Doch das tat der Freude darüber, dass man für „Bayern schwimmt 2021“ den Startschuss geben konnte, keinen Abbruch. Schwerpunkt heuer: Schwimmabzeichen in Freigewässern und Badeseen. Das sei ein klug gewähltes Thema, so der Vorsitzende der Wasserwacht Bayern, Landtagsabgeordneter Thomas Huber. Schließlich stünden die Ferien vor der Tür und für viele Familien sei Urlaub daheim angesagt. Dass man wie schon 2020 zum Erlernen des Schwimmens auch heuer „nur“ digital über sieben „kurzweilige Videos“ in kindgerechter Sprache motiviert werde, sei zwar kein Ersatz für Schwimmkurse live, aber eine zeitgemäße Ergänzung. Für Huber steht nämlich fest: „Schwimmen ist eine überlebensnotwendige Fähigkeit.“

Wer Schwimmen kann, kann Leben retten

Dass Schwimmen nicht nur Spaß mache, sondern auch dazu dienen könne, anderen Sicherheit zu geben und im Fall des Falles sogar Leben zu retten, wie das kürzlich im „fresch“ zu erleben gewesen sei, betonte Piazolo in seiner Ansprache gestern. Schwimmen sei also nicht nur eine „Kulturtechnik“, sondern auch „eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe“. Nachdem Schwimmunterricht an Schulen wegen der Corona-Pandemie zwei Jahre lang praktisch nicht stattgefunden habe, müsse man mit Schwimmkursen „jetzt wieder mit voller Kraft loslegen“, betonte der Minister. Ebenso wie Huber appellierte Piazolo an die Kommunen, mehr Schwimmbäder zu bauen.

Beim Schwimmen gibt’s Nachholbedarf

Leonhard Stärk, der Landesgeschäftsführer des BRK, war ebenfalls nach Freising gekommen, um im Restaurant des „fresch“ den Startschuss mitzuerleben: Schwimmen sei in den vergangenen zwei Jahren keine Selbstverständlichkeit gewesen, da gebe es einiges nachzuholen. Vor allem gelte es, den Kindern, den „großen Opfern der Pandemie“, jetzt wieder Normalität, Unbeschwertheit und Freiheit zu bieten. Sieben Videos sind es also, zu finden unter www.bayernschwimmt.de, die von „Checker Julian“, dem Nachwuchs bekannt aus dem KiKa, vertont sind und in denen Kilian und Antonia zusammen mit ihren Eltern Birgit und Wolfgang Dantle als Hauptdarsteller auftreten und den Kindern zeigen, wie man über Wasser bleibt. Erstes Ziel: das Seepferdchen-Abzeichen.

Einen Eindruck von den Video-Tutorials gab es für die Prominenz und die Medien schon am Freitag. Da zeigten die Video-Schwimmstars nämlich live im Hallenbad des „fresch“, wie richtiges Schwimmen geht – und wie es eben nicht geht. Danach ab in die Dusche, abtrocknen und föhnen – schließlich war es kein Badewetter. Und eine Sommergrippe wollte sich auch niemand einfangen.

Ebenfalls lesenswert: Familie verunglückt auf A92: Einsatzkräfte stecken nach Vollsperrung ohne Rettungsgasse im Stau fest

Übrigens: Alles aus der Region gibt‘s jetzt auch in unserem neuen, regelmäßigen Freising-Newsletter.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare