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Kleiner Experte: Der elfjährige Lukas Blaschke zeigt der Familie Wild einen Fliegenpilz. Der Bub hat gemeinsam mit ehemaligen Studenten einen Modelwaldboden aufgebaut.

Angebot der LWF

Pilzberatung in Freising: Damit es nicht zur tödlichen Verwechslung kommt

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Beinahe wäre der giftige Pilz in der Suppe gelandet. „Das ist mir noch nie passiert“, sagt die Frau aus Rosenheim und schüttelt den Kopf. Jetzt möchte sie genau wissen, um welchen Pilz es sich da handelt und ist dafür extra mit ihrem Mann nach Freising gekommen

Freising – Einmal im Jahr organisiert die Bayerischen Landesanstalt für Wald- und Forstwirtschaft (LWF) nämlich eine Ausstellung rund um heimische Pilze, Beratung dazu inklusive. Markus Blaschke und Gernot Lysek stehen als Experten zur Verfügung. Sie haben für die Ausstellung über die „kleinen Juwelen des Waldes“ über 200 Sorten zusammengetragen, beschriftet und mit Informationen versehen. Natürlich haben sie nicht alle selbst gesammelt. Insgesamt acht fleißige Helfer waren dafür in den Wäldern rund um Freising unterwegs und haben so interessante Sorten wie den Dunkelvioletten Schleierling oder den Rußfarbenen Milchling gefunden.

Pilze sind Blaschkes Passion – vor allem in wissenschaftlicher Hinsicht. Was genau so faszinierend daran ist? „Die Vielfalt“, sagt er, „und der Geruch.“ Und tatsächlich, sie riechen nicht nur nach Wald und Wiese, sondern auch nach Mandeln oder Anis. Und manchmal etwas unangenehmer, nach Schwefel zum Beispiel. Der Geruch, sagt Blaschke, sei aber auf keinen Fall ein Indikator für die Essbarkeit.

Nicht jeder giftige Pilz ist tödlicher, mancher schlägt „nur“ auf Magen und Darm

Und es gibt tatsächlich reichlich giftige Pilze. Nicht alle sind tödlich, einige verursachen nur unangenehme Magenprobleme – trotzdem sollte man wissen, was man in seine Suppe wirft. Ein Porphyr-Wulstling ist jedenfalls nicht ratsam. „Der ist ordentlich giftig und verursacht üble Magen- und Darmprobleme“, kommentiert Blaschke den Pilz des Ehepaars aus Rosenheim. Die beiden zeigen noch einen Fund her: einen großen Schirmpilz. „Ein Parasol“, sagt der Mann angesichts der Größe stolz. Aber Blaschke schüttelt den Kopf. „Ein rötender Riesenschirmling“, urteilt er und zeigt auf die rötliche Verfärbung am Stil. Er sieht dem Parasol sehr ähnlich und ist ebenfalls essbar.

Selbst in der Familie des guten alten Champignons gibt es Ungenießbare

Ja nicht in den Kochtopf: Experte Gernot Lysek zeigt einer Besucherin der LWF-Ausstellung den Grünen Knollenblätterpilz – einen hochgiftigen Gesellen.

In diesem Fall war die Verwechslung also ungefährlich, aber es zeigt doch, wie diffizil das Pilzesuchen eigentlich ist. Deshalb rät der Experte: „Man muss die einzelnen Arten nach und nach kennenlernen.“ Als Einstieg eignet sich die Familie der Röhrlinge gut. Denn ein Fehlgriff macht sich zwar im Magen bemerkbar, bringt einen aber nicht um. Etwa 20 bis 25 Pilzarten seien als Speisepilz in unserer Region interessant, darunter natürlich der Champignon. Aber selbst hier gibt es verschiedene Arten. Wer etwa einen Karbol-Champignon erwischt, wird beim Kochen einen strengen Geruch wahrnehmen. „Ähnlich wie Tinte“, beschreibt ihn der Pilzexperte. Der ist ungenießbar.

Wer also in die Schwammerl geht, sollte sich nur an die Pilze wagen, die er wirklich kennt. „Und zur Pilzberatung gehen“, fügt Lukas Blaschke, Sohn des Experten, an. Der Elfjährige hat zusammen mit einigen ehemaligen Studenten für die Ausstellung einen Modellwaldboden aufgebaut. Auf einer großen Holzplatte haben die Bastler einen Waldboden aufgebracht und Pilze eingesetzt. Diesmal dreht sich alles um die Pilze, die gern in der Umgebung der Fichte wachsen. Die Fichte ist nämlich heuer Baum des Jahres. Damit das Waldmodell zwei Tage lang frisch bleibt, wird es regelmäßig mit Wasser besprüht. „Aber nach den zwei Tagen führen wir es wieder dem natürlichen Kreislauf zu“, sagt Gabriele Weber-Blaschke und lacht. 

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