+
„Das Mundgefühl ist toll“: FT-Reporterin Claudia Bauer ist mit der selbstgemachten Zahnpasta zufrieden. Der bisher enttäuschenden Wascherde will sie noch etwas Zeit geben.

„Plastikfasten“ in Freising – Ein Selbstversuch 

Es gibt nichts, das nicht doppelt und dreifach verpackt ist – nichts!

FT-Reporterin Claudia Bauer hat sich entschieden, Verpackungsmüll jeglicher Art, vor allem aber Plastikverpackung zu reduzieren.  In regelmäßigen Erfahrungsberichten gibt Claudia Bauer Einblicke in ihren Low-Waste-Alltag.

Freising – Die erste Woche der Challenge ist rum, und ich bin nur so halbwegs zufrieden mit mir. Die selbstgemachte Zahnpasta ist gar nicht schlecht. Gut, man muss sich an Farbe und Konsistenz gewöhnen und an das Gefühl, dass man sich mit einer sandigen Masse die Zähne putzt (das knirscht hinterher auch noch eine Weile lustig vor sich hin) – aber das Mundgefühl ist tatsächlich toll, und die Zähne fühlen sich lange richtig sauber an. Ich hab auch ein zweites Rezept mit Kokosöl ausprobiert, das hat mich aber nicht überzeugt. Ich werde jedenfalls weiter panschen und testen. Das macht Spaß. Und wenn ich ganz ehrlich bin, war dieser Aktionismus bisher auch eine kleine Ausrede, um härtere Maßnahmen noch vor mir her zu schieben.

Und dann ist da noch die Wascherde. Statt eines dicken Erdbreis laut Rezept kam bei mir eher Schlick heraus, und so richtig gut fühlen sich die Haare trotz Zitronenspülung noch nicht damit an. Irgendwie struppig. Ich habe mir aber vorgenommen, dieser Methode noch ein wenig Zeit zu geben.

Mit der gelieferten Biokiste bin ich sehr zufrieden. Die gibt mir auch ein gutes Gefühl, weil ich damit aktuell die Verpackung von Gemüse vermeide. Aber das Einkaufen erspare ich mir damit natürlich nicht. Und ich sage es Ihnen, ich habe das Gefühl, es gibt rein gar nichts, dass nicht in Plastik oder Alu oder sonst wie doppelt und dreifach eingewickelt ist. Nichts! Natürlich ist das nur eine veränderte Perspektive, weil ich gerade meinen Fokus darauf lege – oder vielleicht fällt es mir jetzt einfach erst richtig auf? Jedenfalls, beim Einkaufen bin ich bisher kläglich gescheitert. Ich bin Vegetarier und kann leider nicht mit meiner Schüssel ins Geschäft gehen und mir den Tofu offen geben lassen, wie das bei manchem Metzger geht. Und das mit den Großpackungen an Linsen, Kichererbsen und Nudeln scheitert irgendwie am Platz in meiner Wohnung.

Und dann sind da noch die Gummibärchen, nach denen bin ich einfach süchtig. Dafür allerdings habe ich mir eine gesunde Lösung überlegt: getrocknete Mango oder Apfelchips. Die werde ich kommende Woche selbst machen, ebenso wie Frischkäse. Da habe ich von unserer Zero-Waste-Expertin Manuela Gassner ein leichtes Rezept bekommen (siehe unten). Die Milch dafür bekomme ich in der Mehrweg-Glasflasche. Damit habe ich diese Woche also die Shampooflaschen im Bad entsorgt, keinen Tetra-Pack mehr für Milch gekauft und etwas an Gemüseverpackung gespart. So gesehen, vielleicht doch gar nicht so schlecht für den Anfang. Und die Expertin hat ja gesagt: ein kleiner Schritt nach dem anderen. Es bleibt spannend.                                                                                                              Claudia Bauer

Frischkäse selbstgemacht:

Es gibt verschiedene Varianten, Frischkäse selbst herzustellen. Hier ein einfaches Rezept mit nur zwei Zutaten. 

O Benötigte Utensilien: Kochtopf von drei Liter Fassungsvermögen, Kochlöffel, Siebdurchschlag und passende Schüssel sowie ein Mulltuch oder Vlies zum Abseien

O Zutaten: ein Liter frische Vollmilch (3,5 Prozent Fettgehalt), Saft einer Zitrone. O Zubereitung: Die Milch im Topf zum Kochen bringen. Den Zitronensaft mit einem Kochlöffel einrühren und köcheln lassen, bis sich das Eiweiß von der Molke trennt. Der Zitronensaft lässt das Eiweiß in der Milch ausflocken. Wenn das nicht passiert, einfach etwas mehr Zitrone zugeben und aufkochen. Anschließend die Milch in ein mit einem Mulltuch ausgelegtes Sieb gießen und die Molke ablaufen lassen. Am besten das Ganze abtropfen und abkühlen lassen.

O Sobald die Masse kühl genug zum Anfassen ist, etwas auspressen. Den Frischkäse kann man nun nach Belieben würzen. Und auch die Molke (gemischt mit Fruchtsaft) ist eine gesunde Erfrischung.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Freisinger Kreishandwerksmeister: „Interesse am Handwerk ist ungebrochen“
Das Handwerk im Landkreis Freising freut sich über neuen Berufsnachwuchs: Für das am 1. September beginnende Ausbildungsjahr wurden bisher 201 Lehrverträge …
Freisinger Kreishandwerksmeister: „Interesse am Handwerk ist ungebrochen“
„Das ist es, was ich mit Urlaub verbinde“: So verbringen unsere Pfarrer ihre Ferien
Die einen zieht es in die Ewige Stadt, die anderen in die Berge: Pfarrer aus dem Landkreis Freising haben dem FT verraten, wo sie ihren Urlaub verbringen. Nur einer …
„Das ist es, was ich mit Urlaub verbinde“: So verbringen unsere Pfarrer ihre Ferien
TV-Star Hannes Jaenicke giftet gegen Söder - aber eine Sache findet er gut an ihm
Er ist prominent, er ist Grünen-Parteimitglied und er ist engagiert: Hannes Jaenicke (58), Schauspieler und Umweltaktivist. 
TV-Star Hannes Jaenicke giftet gegen Söder - aber eine Sache findet er gut an ihm
VW-Bus will auf der A92 wenden: Vier Verletzte
Ein waghalsiges Manöver auf der A92 hat am Montagnachmittag zu einem schweren Unfall auf der A 92 geführt. Beteiligt war ein Sattelzug-Fahrer aus dem Kreis Erding. Vier …
VW-Bus will auf der A92 wenden: Vier Verletzte

Kommentare