Poetry-Slam in der Kirche

Annäherung an Luther mit jugendlichem Dichter-Wettstreit

„Wer(s) glaubt, wird selig.“ Das ist das Thema für acht in Deutschland bekannte Poetry Slammer, die in zwei Wochen in Freising auftreten werden. Der Anlass: Das Luther-Jahr, das die evangelische Kirche heuer feiert. Das Ziel? Jugendlichen Kirche und Glaube näher bringen.

Freising– Deutschlandweit blicken Protestanten zurück auf das Jahr 1517 und damit auf ein ausschlaggebendes Ereignis der Evangelischen Kirche: Martin Luther gibt die ersten Anstöße zu Reformation. Und von ihm stammt auch der Satz, der in Freising am 9. Mai für reichlich Gesprächsstoff sorgen wird: „Wer glaubt wird selig“. In Kooperation mit der evangelischen Jugend im Dekanat, der katholischen Jugendstelle und dem Kreisjugendring, hat die Hochschulgemeinde Freising mit der Stiftung Bildungszentrum der Erzdiözese das Projekt auf die Beine gestellt.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht der Dichterwettstreit mit dem Motto „Wer(s) glaubt wird selig“, in dem die Poetry Slammer, also Freizeitpoeten, im friedlichen Wettkampf, begrenzt Zeit haben, ihre selbstverfassten Texte so vorzutragen, dass sie dem Publikum gut in Erinnerung bleiben. Gestik, Mimik und Schauspiel sind dabei auch erwünscht. „Es ist eine Veranstaltung, zu der alle kommen können, egal, welcher Konfession und welchen Alters“, betonte der katholische Hochschulseelsorger Dirk Berberich im Rahmen einer Pressekonferenz. „Wir wollen erreichen, dass der Glaubensausdruck junger Leute eine hohe Resonanz bekommt“, sagt Hochschulpfarrerin Anne Lüters von der evangelischen Hochschulgemeinde. Jugendliche hätten laut ihr „wahnsinnig viel zum Thema Glaube beizutragen“. Das Problem aber: Viele kämen mit dem starren Kirchenkonzept nicht zurecht. Intention der Veranstaltung sei es deswegen, der Jugend etwas in ihrer Sprache und ihrer Ausrichtung zu bieten: „Wir bringen mit dem Poetry Slam ein Stück Jugendkultur in die Kirche“, ergänzt Jugendpflegerin Bernadette Cußmann von der Katholischen Jugendstelle Freising.

„Der Ablauf ist der gleiche wie bei jedem sonstigen Poetry Slam auch“, ergänzt Anne Lüters: „Es wird zwei Runden mit jeweils vier Teilnehmern geben. Die Gewinner aus den beiden Runden werden dann in einem Finale erneut mit anderen Texten gegeneinander antreten.“ Wie die acht Poeten zum Thema Glaube stehen, „das wissen wir selbst noch nicht, aber es wird bestimmt zu interessanten Reibungspunkten kommen“, hofft Kati Jindrich von der evangelischen Dekanatsjugend. Das bringe auch Erfahrungswerte für die spätere Jugendarbeit. Auch Claudia Pfrang, Chefin der Stiftung Bildungszentrum, schätzt das Projekt. „Mit solchen Veranstaltungen baut man Brücken. Ich bin echt gespannt, wie die Slammer den Luther-Satz über- und umsetzen.“                                                           Mirjam Esser

Mehr zum Event

O „Wer(s) glaubt, wird selig“: Der Poetry-Slam findet am Dienstag, 9. Mai, in der Christi-Himmelfahrtskirche statt. Um 20 Uhr wird gegen Eintritt von acht Euro (ermäßigt fünf Euro) losgeslamt.

O Moderiert wird der Abend von Ko Bylanzky und Lars Ruppel. Für den Rest der Unterhaltung sorgen die acht Slam-Poeten Marco Michalzik, Yannik Sellmann, Fee, Tanasgol Sabbagh, Lara Ermer, Alex Burkhard, Clara Nielsen und Bo Wimmer.

O Karten können schon jetzt in der Touristinfo am Rindermarkt in Freising gekauft werden.

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