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Gründonnerstagung mal anders: Per Computer, Laptop oder auch Handy konnte man live dabei sein.

Gründonnerstagung diesmal virtuell

Freisinger Grüne servieren Politik und Satire im Netz

  • Andreas Beschorner
    vonAndreas Beschorner
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Die Gründonnerstagung ging dieses Mal virtuell über die Bühne: Die Freisinger Grünen schauten ein Video, chatteten im Netz und aßen Zuhause grüne Suppe.

Das Kreisvorsitzenden-Duo Verena Juranowitsch und Maximilian Breu in der Arktis, in den wunderschönen bayerischen Bergen und auf einer Südsee-Insel am Palmenstrand – selbstverständlich nicht real und nicht mit dem Flieger, sondern virtuell im Video, um so die drei Musikeinlagen anzukündigen, die den Mitgliedern das Herz erwärmen sollten: Raffael Luto mit seinem Lied „Leute, die leuchten“ (wie man sie derzeit in der Politik brauche), Petra Lewi mit ihrer Ukulele und Apollon’s Smile „aus dem Grünen für die Grünen“ mit ihrem Song „Time has come“ aus dem aktuellen Album „A brand new day“.

Die Politiker und ihre Reden

In das Video eingebettet waren auch die Reden. Der Landtagsabgeordnete Johannes Becher bezeichnete die Gründonnerstagung als „einen der größten Feiertage“ grüner Politik. Aber Becher, zusammen mit Toni Wollschläger verantwortlich für das traditionelle Kabarett und darin der fränkelnde Söder, war auch etwas traurig: „Was hätten wir nicht für Themen heuer gehabt?“, fragte er mit Blick auf das auch in diesem Jahr abermals abgesagte Kabarett: Die Corona-Politik der Staatsregierung, den verzweifelten Kampf Söders um die Kanzlerkandidatur, Abgeordnete der CSU, die sich nebenbei „eine goldene Nase verdienen“ – all das hätte man satirisch und spitzzüngig durch den grünen Kakao ziehen können. Becher warb auch für den Bundestagskandidaten der Grünen im Wahlkreis 214: Leon Eckert sei „ein guter Typ“, dem er einen guten Listenplatz wünsche. Und wenn es im nächsten Jahr dann wieder das grüne Kabarett live im Lindenkeller gebe, dann habe er nichts dagegen, dass man dann einen grünen Kanzler oder eine grüne Kanzlerin in das Stück einbauen müsse.

Die zweite politische Grußbotschaft per Videoaufzeichnung kam von Katharina Schulze, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Landtag, und laut Ankündigung eine „Power-Frau“. Schulze bezeichnete die Gründonnerstagung der Freisinger Parteikollegen als schon „historisch“. Denn: „Ihr macht Kabarett vom Feinsten“ – scharfzüngig, aber auch selbstkritisch und immer mit ein paar nachdenklichen Punkten. Kurz: „Ihr seid eine großartige Truppe“, lobte Schulze das Freisinger Team. Sie vermisse das persönliche Treffen, sie vermisse die Gespräche in der langen Schlange vor der grünen Suppe. Aber: „Das wird wieder kommen“, war sich Schulze sicher. „Wir ringen die Pandemie nieder und sehen uns wieder im Lindenkeller.“

Und zum Schluss doch noch Satire

Ach ja, ein bisschen Satire und Kabarett gab es dann doch noch: Max Breu trat als CSU-Abgeordneter Alfred Hinterbänkler an das Pult des Landtags und zeterte, dass dieser „Johannes Flasche“ doch nicht Bayerisch reden dürfe, denn „boarisch san mia“. Es folgte ein Zusammenschnitt aus Reden die Becher im Landtag gehalten hat - mit knackigen Zitaten wie „Zug statt Flug“ oder auch „Jeder blamiert sich halt so wie er kann“.

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