Man sieht den bayerischen Umweltminister Thorsten Glauber
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Der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber (FW, r.) ließ sich von Landrat Helmut Petz (2. v. l.) und MdL Benno Zierer (2. v. r.) über die stark gefährdete Tierart informieren.

Politische Impulse für bedrohte Tierart

Umweltminister Thorsten Glauber soll Unkenprojekt auf die Sprünge helfen

Der bayerische Staatsminister für Umwelt, Thorsten Glauber, kam jüngst in den Landkreis Freising. Sein Ziel: Die Gelbbauchunke, die es zu schützen gilt.

Landkreis – Mit so viel politischer Prominenz hatten die Gelbbauchunken in der ehemaligen Kiesgrube in Unterkienberg bei Allershausen vermutlich nicht gerechnet. Doch am Donnerstag machte sich dann sogar der bayerische Staatsminister für Umwelt und Verbraucherschutz Thorsten Glauber (Freie Wähler) auf die Suche nach der stark gefährdeten Tierart. Grund: Das Projekt „Allen Unkenrufen zum Trotz“ endet diesen Monat. Jetzt, so Landrat Helmut Petz, sind deshalb weitere politische Impulse gefragt.

Gelebter Artenschutz

„Das ist gelebter Artenschutz“, betonte Glauber, der die zuvor zur Ansicht eingefangenen Gelbbauchunken wieder in die Freiheit entließ. Ohne die finanziellen Mittel der Bayerischen Naturschutzfonds, so Glauber, wären solche ambitionierten Projekte gar nicht möglich. Allerdings weiß er auch: Ohne großes Engagement geht es nicht - und dafür dankte er allen Beteiligten.

Der Glücksfall

Das ehemalige Kiesgrube, und das bestätigte auch die Projektkoordinatorin Judith Jabs-Ingenhaag aus dem Landratsamt Freising, sei natürlich ein besonderer Glücksfall. Zudem hat die Gemeinde Allerhausen und das Tiefbauamt Freising zusätzliche Areale auf dem Grundstück erstehen können, so dass die betreute Fläche auf ungefähr zehn Hektar angewachsen ist.

In der Kiesgrube bei Unterkienberg hat sich längst die Gelbbauchunke fest angesiedelt – aber auch andere Tiere haben sich hier niedergelassen, beispielsweise eine ganze Uferschwalben-Kolonie und sogar ein Uhu. So ist das Projekt, das jetzt fünf Jahre gelaufen ist, ein voller Erfolg – und doch eigentlich erst der Anfang. Denn diese Unken brauchen vor allem eine gute Vernetzung zu anderen umliegenden Flächen, die nicht allzu weit entfernt sein sollten.

Der Fortschritt

Ein überaus wichtige Fortschritt: Insgesamt wurden 500 Gewässer als Laichbiotope in den Träger-Landkreisen Altötting, Freising und Neuburg-Schrobenhausen geschaffen. Zudem wurden in diesem Zeitraum über 100 Unkenpaten ausgebildet, die unter anderem für eine höhere Sensibilisierung der Bevölkerung in Punkto Gelbbauchunken sorgen wollen.

Die Zielsetzung

Denn das sei fundamental: Das öffentliche Bewusstsein für diese gefährdete Tierart muss deutlich gestärkt werden. Zentral sei dabei, so Jabs-Ingenhaag, die natürlichen Laichgewässer, die beispielsweise auch durch tiefe Traktorspuren entstehen können, als Selbstverständlichkeit bei den Leuten zu verankern. Im ländlichen Bereich, betonte die Projektmanagerin, werde immer mehr das „kreative Chaos“ vermieden und immer mehr aufgeräumt, so dass kaum noch Laichplätze entstehen können. Weiteres Engagement, so Petz, muss dringend wertgeschätzt und mit politischen Impulsen verstärkt werden. Glauber sei laut Petz dafür genau der richtige Mann, der ja auch in die Causa Ultrafeinstaubmessung eingestiegen sei und die Schirmherrschaft für die Freisinger Klimakonferenz übernommen habe – die unter Umständen aufgrund der Pandemielage verschoben werden muss.

Die Zukunft

Doch wie geht es jetzt in Zukunft weiter? Die Kurse für Unkenpaten werden auf jeden Fall weitergeführt werden, auch sehr viele Ehrenamtliche werden sich laut Jabs-Ingenhaag weiter engagieren.

Die Koordination der Maßnahmen zum Schutz der Unke wird in drei Landkreisen von Biodiversitätsberatern übernommen werden, in anderen Landkreisen sei die Situation unklar, wie auch in Freising. Hier möchte Jabs-Ingenhaag für ein Jahr lang die weitere Betreuung übernehmen – allen Unkenrufen zum Trotz.

Robert Lorenz

Das Landkreiswetter

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