Verstärkung wird händeringend gesucht

Polizei im Landkreis Freising leidet unter Personalnotstand

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Bei der Einstellung von neuen Polizisten vermeldet Bayerns Innenminister Joachim Herrmann neue Höchststände: Rund 1800 Beamten werden heuer eingestellt, die jetzt ausgebildet werden. Für die Polizeiinspektionen im Landkreis gab’s sogar schon Sofort-Verstärkung – und dennoch sind die PI’s chronisch unterbesetzt.

Landkreis – „Wir haben seit Anfang des Monats drei neue Kollegen“, vermeldet Freisings Polizeichef Ernst Neuner. Der Polizeioberrat kann sich darüber freuen. Denn die neuen Kollegen sind tatsächlich zusätzliche Kräfte in der PI an der Haydstraße: „Ich bin ganz zufrieden mit dieser Zuteilung.“ Aber dennoch ist damit die Sollstärke in der Polizeiinspektion Freising, die bei 80 Beamten liegt, noch lange nicht erreicht: „Da geht schon noch was.“

Ernst Neuner, Chef der PI Freising

Die vom Minister avisierten Zusatzbeamten, die gerade ausgebildet werden, schlagen derzeit noch nicht zu Buche. Neuner: „Die insgesamt rund 1800 gemeldeten Neueinstellungen sind erst in ein paar Jahren voll im Einsatz.“

Aber es gibt dennoch schon etwas früher „Zuwachs“, verspricht Minister Joachim Herrmann: Allein 2019 rechnet der Minister ein Plus von rund 300 fertig ausgebildeten Polizisten vor, von 2019 bis 2023 sollen es sogar rund 1750 zusätzlichen Beamten werden. Ab da hofft Ernst Neuner auch, dass die Personaldecke bei ihm etwas mehr Luft bekommt.

Auch in der Inspektion Neufahrn würde man sich mehr Personal wünschen, vermeldet deren Chef, Erster Polizeihauptkommissar Hermann Eschenbecher. Dennoch sei er stolz auf seine Truppe: „Wir haben einen Altersdurchschnitt von etwa 28 Jahren. Das heißt: Mein Team ist äußerst motiviert und schiebt kräftig an.“

Der zweite Vorteil dieser jungen Mannschaft: „Es gibt quasi null Krankenstand.“ So läuft die Arbeit reibungslos, auch wenn das Soll von 49 Beamten nicht erfüllt sei.

Der Neufahrner Polizeichef gibt am Rande aller Zahlenspiele und Ankündigungen aus München noch etwas zu bedenken: Sicherlich gebe es die vielzitierte Sollstärke. Aber wann wurde die festgelegt? Sei die überhaupt noch aktuell? Immerhin sei der Bereich der PI Neufahrn über die Jahre enorm gewachsen: „Wir sind derzeit für rund 53 000 Einwohner zuständig.“ Zudem kämen regelmäßig neue Aufgabenbereiche auf die Beamten zu: „Wenn ich da nur an Cyberkriminalität denke. Die hat es vor Jahren noch gar nicht gegeben.“

Den Prognosen des Innenministers vertraut auch Moosburgs Polizeichef Christian Bidinger: „Ich rechne damit, dass wir ab Herbst 2019 zusätzliches Personal bekommen.“ Momentan gibt es lediglich Ersatz für einen Kollegen, der versetzt wurde.

Bernhard Konrad, Leiter der Verkehrspolizei

Hoffnungsfroh gibt sich Bernhard Konrad, Chef der größten Inspektion im Landkreis, der Verkehrspolizei in Attaching. Dort liegt das Soll bei 129 Beamten, auch da sei noch viel Luft nach oben. Deswegen klopfe er beharrlich beim Präsidium in Ingolstadt an, um Verstärkung zu bekommen. Und das zeigte Erfolg: „Ich habe jetzt sechs neue Beamte bekommen. Damit konnten alle vakanten Stellen ausgeglichen werden.“ Und mit diesem Nullsummenspiel war Konrad zufrieden, denn: „Noch vor Jahren war selbst so ein Ausgleich nicht selbstverständlich.“

Der Polizeidirektor Konrad erläutert aber auch die besondere Struktur der VPI: „Wir sind eine Fachdienststelle. Da brauchen wir zusätzlich geschulte Kräfte“. Die Schwerverkehr-Kontrollen mit allen ihren Anforderungen an die Beamten, von der Theorie bis hin zum praktischen Wissen, erfordere nämlich sehr viel Spezialwissen und der Einsatz an den Autobahnen (inklusive der Polizeistation Hohenbrunn) „ein dickes Fell“: „Deswegen müssen bei uns eingesetzte Beamte eine weitere Ausbildung durchlaufen.“ Oder aber die Dienststelle bekommt sogenannte Quereinsteiger – idealerweise aus dem Kfz-Bereich – zugeteilt: „Die haben meist eine abgeschlossene Ausbildung hinter sich.“

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa / Frank Leonhardt

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