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Feine Pizzen aller Art sind das Markenzeichen des Portofino, das das Ehepaar Incoronata und Carlo Sette seit einem Vierteljahrhundert gemeinsam betreibt. Nun übernehmen sie ab September die Sportgaststätte in Attaching.

Carlo Sette übernimmt die Sportgaststätte Attaching

Die Ära „Portofino“ geht zu Ende

  • Helmut Hobmaier
    VonHelmut Hobmaier
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Vor einem Vierteljahrhundert eröffnete Carlo Sette (48) das „Portofino“ im Landratsamt – und eroberte die Herzen der Freisinger im Sturm. Die Ära geht nun zu Ende. Das Lokal muss saniert werden, und Carlo Sette wandert aus – nach Attaching. Dort übernimmt er die Sportgaststätte, die wieder der Dreh- und Angelpunkt des Dorfs werden soll.

Freising – Bereits vor einem Jahr endete der Vertrag mit dem Portofino, wurde aber noch einmal um ein Jahr verlängert – bis zum Beginn der grundlegenden Sanierungsmaßnahmen im September. Carlo Sette, der dort 1993 als 23-Jähriger das „Portofino“ eröffnet hatte, musste raus, das war klar. Aber für wie lange? Sette: „Gute Frage“. Das wisse er bis heute nicht. Er habe zunächst bis Mitte Mai gewartet, um Konkretes aus dem Landratsamt zu erfahren. Als er dann Mitte Juni immer noch nichts Schriftliches erhalten hatte, habe er beim BC Attaching einen Fünf-Jahres-Vertrag als Wirt unterschrieben. „Die sind auf mich zugekommen. In dieser Situation war das für mich eine gute Chance, weitermachen zu können.“

Tatsächlich handelt es sich bei der Sportgaststätte des BC Attaching um das einzige Lokal der Ortschaft. Für die Bürger ist die Frage, ob und wie gut man dort essen kann, genauso wichtig wie die Funktion der Sportgaststätte als Treffpunkt. Und daher wurde der BC Attaching schnell aktiv, als man davon hörte, dass es im Portofino eine längere Zwangspause für Carlo Sette geben würde. Gleichzeitig lief nämlich der Dreijahresvertrag des BC mit dem griechischen Wirt aus, dessen Engagement in der Sportgaststätte nicht so gelaufen ist, „wie wir uns das vorgestellt haben“, wie es BC-Vorsitzender Albert Ziegltrum diplomatisch formuliert. Viele Gäste aus Attaching seien ausgeblieben.

Nach den Vorstellungen des BC aber solle das Sportheim der Dreh- und Angelpunkt der Ortschaft sein, da es – seit der Schließung des Alten Wirts – die einzige Wirtschaft im Dorf sei. Man wolle daher das Sportheim unbedingt wiederbeleben. Das könnte klappen: Die Gäste werden künftig fein italienisch bekocht – „und jeder wird so behandelt, als wäre er ein König oder der Papst höchstpersönlich“, wie Carlo Sette sagt. Der Papst war tatsächlich schon im Portofino – auch wenn Joseph Ratzinger damals, am Neujahrstag 2004, noch als Kurienkardinal tafelte.

Ende August ist also im Portofino Schluss – und ab Mitte September wird Carlo Sette in Attaching seinen Pizza-Ofen anschmeißen. Am Bier ändert sich nichts: Das kommt in der Sportgaststätte, wie bisher auch im Portofino, vom Hofbrauhaus Freising. Der griechische Wirt übergibt die Sportgaststätte übrigens Anfang August an den BC Attaching. Dann wird das Lokal hergerichtet, wobei da der BC Attaching gemeinsam mit der Stadt als Besitzerin und dem neuen Wirt anpackt.

Und was wird aus den Räumen des Portofino? Wieder ein Lokal? Oder Büroräume? Und wie lange dauert die Sanierung? Antworten auf diese Fragen gab es gestern aus dem Landratsamt keine. Die Sache bedürfe „noch einer weiteren Prüfung“, wurde dem Tagblatt schriftlich mitgeteilt – ein weiterer Bericht folgt.

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