Bilanz

Positive Unfallbilanz - doch das macht der Polizei Freising Sorgen

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Immer weniger junge Erwachsene werden im Landkreis Freising in Autounfälle verwickelt. Eine andere Zahl aus dem Polizeireport ist hingegen „besorgniserregend“.

VON MAGDALENA HÖCHERL

Landkreis – Die Unfallkommission im Kreis Freising hat ganze Arbeit geleistet: Wie aus der jüngsten Verkehrsbilanz hervorgeht, ist es mitunter den Vertretern von Polizei, Straßenverkehrsbehörde und Straßenbauamt zu verdanken, dass es im Zehn-Jahres-Vergleich zu immer weniger tödlichen Verkehrsunfällen kommt. Im Großen und Ganzen zeigt sich Polizeihauptkommissar Josef Demmel zufrieden. „Besorgniserregend“ ist jedoch die nach wie vor hohe Anzahl an Wildunfällen.

Tödliche Unfälle

Sieben Menschen mussten 2018 auf den Straßen im Landkreis ihr Leben lassen, im Jahr davor waren es fünf, 2016 ebenfalls sieben. Die Zahl ist laut Demmel auf einem „relativ gleichbleibendem Niveau“. Im Zehn-Jahres-Vergleich setze sich der positive Trend fort – „trotz einer erheblichen Zunahme der Verkehrsbelastung“. Demmel führt das neben den verstärkten Kontrollen auf die Arbeit der Unfallkommission zurück. Sie habe „alle Unfallschwerpunkte im Landkreis durch umfangreiche Straßenbaumaßnahmen“ beseitigt, wie beispielsweise durch den Umbau der Kreuzung an der B 13 in Hohenkammer.

Verletzte

Die Gesamtzahl der Unfälle ist laut des Hauptkommissars ebenfalls konstant geblieben. 2018 hat die PI Freising insgesamt 5487 Unfälle registriert, 2017 waren es 5474 Karambolagen. Die Autobahnen A 9 und A 92 werden in der Statistik nicht berücksichtigt. 2018 gab es 783 Verletzte im Verkehr (2017: 774), 128 davon wurden schwer verletzt. Hier verzeichnet die PI einen Rückgang um fünf Prozent. Als Hauptursachen für Unfälle macht Demmel Fehler beim Abbiegen und Wenden, Missachtung der Vorfahrt sowie überhöhte Geschwindigkeit aus: 2018 waren 146 Raser unterwegs, die einen Unfall gebaut haben.

Wild

Sorgen bereitet dem Polizeihauptkommissar die „nach wie vor hohe Anzahl der Wildunfälle“. Sie mache fast 30 Prozent der Gesamtunfallzahl aus: 2018 waren es 1627, damit 20 mehr als im Jahr davor. „In 1338 Fällen kollidierten Rehe mit Fahrzeugen, gefolgt von 96 Hasen, 31 Füchsen, 41 Dachsen und 30 Wildschweinen. Bei elf Wildunfällen wurden zwei Personen schwer und neun leicht verletzt.

Unfallfluchten

Die Unfallfluchten im Landkreis haben 2018 um fünf Prozent zugenommen (wir berichteten). 946 Unfälle kamen 2018 zur Anzeige, im Vorjahr machten sich 898 Unfallverursacher aus dem Staub. Die Aufklärungsquote von gut 38 Prozent bewertet die Polizei als „gut“.

Alkohol

59 Alkoholsünder hat die Polizei im vergangenen Jahr aus dem Verkehr gezogen. Die Zahl ist ebenfalls ungefähr gleichbleibend: 2017 waren es 48 alkoholbedingte Unfälle, 2016 hatten 56 Fahrer zu tief ins Glas geschaut.

Schulweg

„Sehr erfreulich ist der starke Rückgang bei den Schulwegunfällen“, sagt Demmel. Im ganzen Landkreis ereigneten sich 2018 nur vier Unfälle auf dem Schulweg. Vier Personen wurden dabei leicht verletzt. 2014 waren noch elf Verletzte registriert worden. „Große Anerkennung verdienen die vielen Schulweghelfer, die einen wichtigen Beitrag zur Verkehrssicherheit leisten.“

Junge Erwachsene

Eine weitere gute Nachricht: Die Unfallbeteiligung von Fahrern zwischen 18 und 24 Jahren sieht Demmel „nach wie vor positiv“. Im Vergleich zu 2017 ist die Zahl mit 451 Unfällen zwar um sieben Prozent gestiegen. Seit 2009 seien die Zahlen jedoch kontinuierlich gesunken – das begleitende Fahren habe dazu sicher beigetragen.

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