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Die Geschichte der Stadt Freising und die Denkmalpflege haben Prälat Sigmund Benker sein ganzes Leben beschäftigt. Jetzt ist er im Alter von 90 Jahren gestorben.

Prälat Sigmund Benker (90) gestorben

Um Freising und den  Domberg verdient gemacht

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Er war unter anderem Subregens des Freisinger Priesterseminars, Gründungsdirektor des Diözesanmuseums und viele Jahrzehnte Chef der Freisinger Dombibliothek: Prälat Sigmund Benker. Der verdienstvolle Seelsorger, der in Freising lebte und wirkte, ist jetzt im Alter von 90 Jahren gestorben.

Freising – Viele Jahre lang prägten Domberg und Bürgerstadt den Lebensrhythmus von Prälat Siegmund Benker, der familiäre Wurzeln in der Domstadt hatte: Seine Mutter stammte aus der Freisinger Familie Herbstbuchner.

Sigmund Benker wurde am 8. Dezember 1927 in Nürnberg geboren. Nach dem Abitur an der damaligen Münchner „Luitpold-Oberschule“ studierte er Philosophie und Kunstgeschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Ernst Gall, als Herausgeber des berühmten und vielbändigen Kunstführers „DehioGall“ weiten Kreisen bis heute bekannt, gehörte dort zu seinen Lehrern und Förderern.

Bei Hans Sedlmayr promovierte er über das Thema „Philipp Dirr und die Entstehung des Barock in Bayern“ und stellte damit der Öffentlichkeit erstmals Lebensweg, Werk und Würdigung des berühmten Bildhauers vor, der für Freising mit den Hochaltarfiguren im Dom und der Verkündigungsgruppe in der Hauskapelle seine bedeutendsten Werke geschaffen hat. 1957 wurde Sigmund Benker mit 33 Mitbrüdern im Freisinger Dom durch Kardinal Wendel zum Priester geweiht.

Im Laufe seines arbeitsreichen Lebens hatte sich Sigmund Benker als Subregens des Freisinger Priesterseminars, als Diözesankonservator, als Gründungsdirektor des Diözesanmuseums in Freising, das von ihm aufgebaut wurde, als Leiter des Erzbischöflichen Archivs in München und als Chef der Freisinger Dombibliothek große Verdienste um die Erzdiözese München und Freising erworben. Äußerliche Anerkennung für diese beeindruckende Lebensleistung war der Titel eines päpstlichen Ehrenprälaten, der ihm Anfang der 80er Jahre verliehen wurde. Für seinen Einsatz für die Kulturstadt Freising und seine wissenschaftliche Tätigkeit, die sich besonders eingehend mit der Kunstgeschichte und der Historie der Domstadt auseinandergesetzt hat, zeichnete ihn der damalige OB Dieter Thalhammer und der Stadtrat ihn 2004 mit der Goldenen Bürgermedaille aus.

Sigmund Benkers großes Verdienst bleibt aber sein unermüdliches Eintreten für die bayerische Denkmalpflege ab 1969. Als Konservator des Landesamts reichte sein weites Arbeitsgebiet damals von der Hallertau bis nach Berchtesgaden.

Verbunden mit seiner Tätigkeit als Vorsitzender des Historischen Vereins Freising, der ihn im Jahr 2000 zum Ehrenvorsitzenden ernannte, warb der Historiker unermüdlich für den sensiblen Umgang mit der alten Freisinger Bausubstanz.

Besonders dankbar sind Sigmund Benker auch die Freisinger Pfarreien für seine langjährige engagierte Mitarbeit in der Seelsorge in der Domstadt: Viele Jahre lang hat er in der Neustifter Kirche, in Tüntenhausen, in der Wies oder in St. Klara Gottesdienste gehalten und gepredigt und so auch in Zeiten des Priestermangels geholfen, die Gottesdienstordnung aufrecht zu halten.

In den letzten Lebensjahren gab es zwei Umzüge zu bewältigen: Nachdem Sigmund Benker viele Jahrzehnte seinen Wohnsitz in der Freisinger Altstadt hatte, wechselte er 2011 ins Seniorenheim Augustinum nach München. Nach wenigen Jahren dann kam er ins Altenheim St. Michael, das unter der Obhut der Barmherzigen Schwestern steht, und wo er jetzt für immer die Augen schloss. 

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