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Grillabfall und Babywindeln: Der Müll wird achtlos in die Wildnis geworfen.

Problem in den Freisinger Isarauen 

Weniger Müll durch mehr Mitdenken

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Es ist ein Ärgernis, das alle Jahre wieder auftritt: Müll in den Isarauen. In den sozialen Medien ist eine hitzige Diskussion entbrannt – doch der Tenor ist immer der Gleiche: Wenn man seinen gesamten Hausrat mit an die Isar nehmen kann, warum dann nicht auch mit zurück? Größere Mülleimer sollen laut Stadt und Landkreis zumindest nicht die Lösung sein.

Freising – „Sauerei“, „Ich bin entsetzt“, „nach mir die Sintflut“, „so ein Saustall“ – die Empörung unter Freisinger Bürgern ist groß. Auslöser war ein Post in der Facebook-Gruppe „Treffpunkt Freising“, der Bilder von überfüllten Mülleimern und achtlos daneben geworfenem Abfall zeigte. Die Kommentatoren darunter sind sich einig: So kann und darf es nicht weitergehen. Lösungsvorschläge gibt es auch: Größere Mülleimer, den Abfall selbst wieder mitnehmen, sogar solarbetriebene Müllpressen wurden angesprochen. Auch Müllsherriffs kamen in der Diskussion auf.

Zumindest zu größeren Mülleimern gibt es eine Aussage der Stadt, die aber in dem Gebiet eigentlich gar nicht verantwortlich ist: Die Zuständigkeit liegt eigentlich beim Landratsamt. Städtische Bauhof-Mitarbeiter haben die Mülleimer allerdings aufgestellt und leeren sie in der Sommersaison täglich – auch am Wochenende, damit das Stadtbild nicht leidet. Trotzdem kann es immer mal zu Überfüllungen kommen, vor allem, wenn viele Personen an der Isar sind. „Wenn eine Großfamilie ein Picknick macht und dann alles in den Eimer stopft, kann es schon aussehen, als ob wochenlang nicht geleert wurde.“ Aber: „Die Mülleimer sind eigentlich nur dafür da, schnell mal etwas wegzuwerfen“, erteilt Christl Steinhart, Pressesprecherin der Stadt, größeren Behältnissen eine Absage. Die eigentliche Müllentsorgung müsse schon daheim stattfinden. Überhaupt hat sie keinerlei Verständnis dafür, den Abfall einfach liegen zu lassen: „Wenn ich alles an die Isar tragen kann, kann ich es auch wieder mitnehmen.“ Das habe nicht nur etwas mit der Optik vor Ort zu tun – „man muss doch auch mal an die Umwelt denken“. Da gebe es Tiere, die davon betroffen sind, Wind, der den Plastikmüll in die Isar wehe – „Hirn anschalten!“ Und: Mülleimer zögen auch Müll an – das müsse auch beachten, meint Steinhart.

Auch seitens des Landkreises sieht man derzeit keinen Handlungsbedarf: „Wir appellieren an die Vernunft der Bürger, ihren Abfall nicht in die Natur, sondern in die Behältnisse zu werfen“, erklärt Landratsamt-Sprecher Robert Stangl – und hat Worte des Lobes für die Stadt übrig: „Das läuft seit Jahren sehr gut.“

In der Diskussion auf Facebook zeigte sich, dass es allerdings nicht nur ein auf die Isar beschränktes Problem ist. Auch auf dem Weg zum Uferlos-Festival, im Wieswald oder in der Nähe des Xaverienthals wird der Müll nicht mitgenommen – sondern einfach an den Wegrand geworfen, wie hochgeladene Bilder beweisen. Auch die Moosach im Stadtgebiet ist immer wieder betroffen.

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