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Nach langen Diskussionen montierten die Aktiven von Plane Stupid am Karsamstag das Plakat mit den Konterfeis von Markus Söder und Florian Herrmann am Feldstadl.

Konterfei des Staatskanzlei-Chefs am Feldstadl 

Provokatives Plakat in Freising: Staatskanzleichef und Ministerpräsident am Pranger

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Die Bandagen im Kampf gegen die 3. Startbahn werden härter. Auf einem neuen Plakat bezeichnen Gegner der Flughafen-Erweiterung den Freisinger Abgeordneten Florian Herrmann als „Heimatzerstörer“.

Freising – Der Stadl an der Ismaninger Straße in Freising ist berüchtigt. Schon einige provokante Plakate von Plane Stupid haben die Gemüter erhitzt – zuletzt ein Banner, auf dem mit drastischen Bildern vor Ultrafeinstaub gewarnt wird. Mit dem neuen Transparent gehen die Startbahngegner nun noch weiter: Erstmals bilden sie das Konterfei eines Freisinger Politikers, weithin sichtbar, ab. Auf dem Plakat ist Florian Herrmann, neuer Chef der Staatskanzlei, mit Ministerpräsident Markus Söder zu sehen, darunter steht: „Unsere Heimatzerstörer“.

Herrmann hat die „Quittung“ bekommen

„Uns ist bewusst, dass das provokativ ist“, sagt Ludwig Grüll von Plane Stupid. Man habe lang darüber diskutiert, sich letztendlich aber für das Motiv entschieden. „Herrmann hat sich jetzt über zehn Jahre lang durch das Thema geschmuggelt. Damit ist jetzt Schluss.“ Mit ausschlaggebend sei gewesen, dass sich der Abgeordnete der Stimme enthalten habe, als es darum ging, einer Umwandlung der FMG in eine Aktiengesellschaft zu verhindern. Die hatte der damalige Ministerpräsident Horst Seehofer angeregt, um, so glauben die Startbahngegner, damit den Münchner Bürgerentscheid auszuhebeln. „Da spätestens hätte Herrmann Farbe bekennen müssen“, findet Grüll.

Das meint auch Franz Spitzenberger, Sprecher der BI Attaching. Zwar hat seine Gruppierung mit dem Plakat nichts zu tun, für Spitzenberger aber ist es das richtige Signal. „Herrmann sagt zwar, dass er gegen die 3. Startbahn ist, hat aber bisher nie danach gehandelt. Er war nie bei einer Demo und hat nicht einmal im Landtag ein klares Abstimmungsverhalten gezeigt.“ Das Plakat sei die Quittung dafür.

Landrat hält die Aktion für „misslungen“

Markus Grill, der im Oktober für die SPD Freising in den Landtag einziehen möchte, kann das Plakat nachvollziehen. „Es ist verständlich, dass den Menschen der Geduldsfaden reißt, wenn man über zehn Jahre für etwas kämpft, aber nichts vorangeht.“ Herrmann habe aber nun die Möglichkeit zu zeigen, dass er sich wirklich für die Region einsetzen will. „Wenn er es durchsetzen würde, den Planfeststellungsbeschluss vom Eis zu bekommen, dann, denke ich, ist das Plakat in Nullkommanichts wieder weg.“

Landrat Josef Hauner (CSU) hält die Plakatierung für eine „misslungene Aktion“. „Mit einer falschen Wortwahl kann man großen Schaden anrichten. Denn viele Leute, die im Prinzip gegen die 3. Startbahn sind, fühlen sich davon abgeschreckt.“ Er plädiert dafür, zu einer sachlichen Auseinandersetzung zurückzukehren und für die Argumente gegen die Erweiterung des Airports weiter Überzeugungsarbeit zu leisten.

An Herrmanns Haltung zu zweifeln, sieht Hauner keinen Grund. Erst im Februar habe der Abgeordnete in seinem Beisein bei einem Treffen mit Söder eindeutig startbahnkritische Positionen unterstützt. „Daher sehe ich es positiv, dass er Leiter der Staatskanzlei geworden ist. Denn auch wenn nie einer allein in der Staatsregierung entscheidet – da kann er am Ehesten etwas für uns erreichen.“

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