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„Großer Bedarf“: Blutspenden auch in Zeiten von Corona unerlässlich – Termine im April und Mai

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Von: Magdalena Höcherl

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Blutspenden sind auch in Zeiten von Corona unerlässlich.
Blutspenden sind auch in Zeiten von Corona unerlässlich. © Symbolbild: dpa / Thomas Frey

Aus Angst vor Corona nimmt die Blutspende-Bereitschaft ab. Diesen Trend kann das BRK Freising  zwar nicht bestätigen. Dennoch appelliert man an die Bevölkerung.

Landkreis – In Deutschland werden täglich rund 15.000 Blutkonserven gebraucht. Doch aus Angst vor Corona gehen viele Menschen nicht mehr zum Spenden. Diesen Trend kann Freisings BRK-Geschäftsführer Albert Söhl glücklicherweise nicht bestätigen. Er betont aber auch, dass die Spendebereitschaft nicht nachlassen sollte.

Der jüngste Spendetermin im Landkreis liegt ein paar Wochen zurück – er fand Mitte Februar statt, bevor sich das Coronavirus in der Region auszubreiten begann. „Der Zulauf war sehr gut, an den zwei Tagen, sprich acht Stunden, waren insgesamt etwa 400 Leute da“, berichtet Söhl. Da die Bereitschaft grundsätzlich groß sei, sorge er sich auch in Zukunft nicht, dass in Freising zu wenig gespendet werde.

Das große Interesse sei wichtig. Aufgrund der Pandemie werden zwar momentan viele aufschiebbare Operationen nicht durchgeführt. Damit sei der Bedarf an gespendetem Blut laut Söhl „eher weniger“. Dennoch seien nach wie vor Menschen auf Blutkonserven angewiesen. „Gerade bei bestimmten Krebserkrankungen, zum Beispiel Leukämie, ist der regelmäßige Blutaustausch wichtig und der Bedarf groß“, erklärt der BRK-Kreisgeschäftsführer. „Auch in Zeiten von Corona weiter fleißig spenden“, lautet daher sein Appell an die Landkreisbürger.

Spenden mit Abstand: Auch in Zeiten von Corona werden Blutkonserven dringend benötigt. Auch hier gelten die nötigen Sicherheitsmaßnahmen.
Spenden mit Abstand: Auch in Zeiten von Corona werden Blutkonserven dringend benötigt. Auch hier gelten die nötigen Sicherheitsmaßnahmen. © Symbolbild: dpa / Thomas Frey

Dabei sollten aber natürlich die aktuell geltenden Einschränkungen beachtet werden: Personen, die Kontakt zu einem nachweislich an Covid19-Erkrankten oder zu einem Verdachtsfall hatten, müssen vier Wochen warten, bevor sie wieder spenden dürfen. Wer selbst infiziert ist, muss mit der nächsten Blutspende mindestens acht Wochen nach der Ausheilung warten. Das ist laut Söhl eine wichtige Information, denn die nächsten Blutspendetermine im Landkreis stehen schon wieder an – freilich mit den nötigen Sicherheitsmaßnahmen: In der Grundschule Allershausen ist der Blutspendedienst am Donnerstag, 30. April, vor Ort. In Freising geht es am Montag und Dienstag, 4. und 5. Mai, weiter – das erste Mal im neuen Rotkreuzhaus.

So läuft Blutspenden ab: Die wichtigsten Fragen und Antworten

Wer kann sein Blut spenden?

Blut spenden kann jeder gesunde Mensch ab dem 18. Geburtstag bis einen Tag vor dem 73. Geburtstag. Erstspender müssen jünger als 64 Jahre sein. Zudem muss man mindestens 50 Kilogramm wiegen und unbedingt gesund sein. Zwischen zwei Blutspenden müssen mindestens 55 Tage liegen, um Eisenmangel vorzubeugen.

Wie läuft eine Spende ab?

Wer zum Spenden kommt, muss sich zunächst mit seinem Blutspendeausweis anmelden. Erstspender registrieren sich mit dem Personalausweis und erhalten den Blutspendeausweis später per Post. Dann muss ein medizinischer Fragebogen rund um die eigene Gesundheit ausgefüllt werden. Danach wird der Hämoglobinwert im Blut bestimmt. Damit wird getestet, ob der Körper genug Eisenreserven besitzt, um nach der Spende wieder neue rote Blutkörperchen zu bilden. Ist der Wert zu niedrig, ist eine Blutspende nicht möglich – zum Schutz des Spenders. Bei der anschließenden ärztlichen Untersuchung werden Blutdruck, Puls und Körpertemperatur gemessen sowie der Kreislauf kontrolliert. Der medizinische Fragebogen wird mit dem Arzt besprochen.

Jetzt kommt die eigentliche Spende: 

Diese wird von erfahrenen Krankenschwestern und Pflegern durchgeführt und dauert etwa zehn Minuten. Dabei werden etwa 500 Milliliter Blut entnommen. Im Anschluss hat der Spender die Möglichkeit, seine Spende durch den vertraulichen Selbstausschluss von der Verwendbarkeit auszuschließen. In manchen Situationen können oder wollen Spender ein bekanntes Infektionsrisiko nicht zugeben. Der Selbstausschluss gibt die Möglichkeit, vertraulich darauf hinzuweisen, dass die Spende vernichtet werden soll.

Damit es nach der Spende zu keinen Komplikationen kommt, ist Entspannung notwendig: Man ruht sich etwa zehn Minuten auf der Liege aus, sollte noch etwas essen und genügend trinken.

Was passiert dann mit dem Blut?

Nach dem Termin geht das Blut auf große Reise: In Bayern gespendetes Blut wird ins Produktions- und Logisitkzentrum im unterfränkischen Wiesentheid gebracht. Dort wird das Blut zentrifugiert und in die Bestandteile Erythrozyten (rote Blutkörperchen), Thrombozyten (Blutplättchen) und Plasma zerlegt. Während das Konzentrat der roten Blutkörperchen, das bei hohen Blutverlusten gebraucht wird, bis zu 42 Tage haltbar ist, muss es bei den Blutplättchen, die für die Gerinnung zuständig sind, schnell gehen: Sie sind nur vier bis fünf Tage lang einsetzbar. Die Blutflüssigkeit (Plasma), die hauptsächlich zur Medikamentenherstellung genutzt wird, wird tiefgefroren und kann länger gelagert werden.

Bei der Spende werden zudem drei Teströhrchen befüllt. Diese werden in Labors in München und Wiesentheid zuerst getestet. Ist etwas nicht in Ordnung, wird die Spende vernichtet und der Spender von seinem Hausarzt kontaktiert.

Quelle: BRK-Blutspendedienst

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