Reinhold Deuter nicht mehr auf Wahlkreisliste

„Piraten“-Kandidat erleidet Schiffbruch

  • schließen

Reinhold Deuter, der Kandidat der Piratenpartei im Wahlkreis 214 (Freising, Pfaffenhofen, Neuburg-Schrobenhausen), ist runter von der Wahlkreisliste. Er hat die nötigen 200 Unterstützer-Unterschriften nicht beibringen können. Dennoch setzt er zum Sprung in den Bundestag an – über die Landesliste.

Landkreis – Bei der Aufstellungsversammlung im März in Scheyern war er für die lokale Piratenpartei und ihren Kandidaten Reinhold Deuter die Welt noch in Ordnung. Zumindest im Landesparlament von Nordrhein-Westfalen saß sie noch, also waren keine Unterstützer-Unterschriften nötig. Die braucht es nur, wenn eine Partei in keinem Landes- oder Bundesparlament mehr vertreten ist. Doch in der NRW-Wahl im Juli schafften es die Piraten nicht mehr in den Landtag, ebenso wenig wie zuvor im Saarland (März) und in Schleswig-Holstein (Mai). Jetzt also mussten Deuter und sein Team zum Sammeln gehen und 200 Unterschriften beibringen. Das aber schafften sie nicht mehr, wie Kreiswahlleiter Wolfgang Doriat aus dem Landratsamt bestätigte. Die Folge: Der Kandidat wurde von der Wahlkreisliste gestrichen.

Es war ein bisserl „turbulent“, gab Reinhold Deuter am Freitag auf Nachfrage zu. Der Kandidat hatte seit seiner Nominierung schon Mitte Juli in der Zwischenzeit an einer Podiumsdiskussion des Weltladens im Vhs-Gebäude in Freising teilgenommen: „Und wir waren der festen Überzeugung, dass es in NRW klappt.“ Aber dann wurde Ende Juli dort gewählt – und die Piraten, die noch vor fünf Jahren in NRW als Hoffnungsträger des Politikbetriebs galten, holten weniger als ein Prozent.

Reinhold Deuter will über die Landesliste in den Bundestag.

Dennoch setzt Reinhold Deuter zum Sprung in das Bundesparlament nach Berlin an: Denn für die Landesliste, für die die Partei in einer spontanen Großaktion ebenfalls zum Unterschriften-Sammeln antrat, konnten die notwendigen 2000 überregionalen Unterstützer gefunden werden. Deuter am Freitag: „Wir haben sogar über das notwendige Limit hinaus Unterschriften bekommen.

Noch nicht in Erscheinung getreten ist hingegen im Landkreis Freising der Pfaffenhofener Bayernpartei-Kandidat Robert Prado Diaz. Er wurde im April aufgestellt und musste ebenfalls auf Unterschriftensammlung gehen – und das mit Erfolg. Neben Kerstin Schnapp (Grüne) und Thomas Neudert (FDP) ist er der dritte Direktkandidat aus dem Landkreis Pfaffenhofen. Der 58-jährige unverheiratete Kaufmann ist seit 2014 Mitglied der Bayernpartei, seit 2016 hat er das Amt des 2. Kreisvorsitzenden der BP Pfaffenhofen inne.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Nach Bluttat in Hallbergmoos: Jahrelange Haftstrafe für Asylbewerberin
Was der Grund für die Bluttat in einem Hallbergmooser Asylbewerberheim gewesen sein mag, konnte vor dem Amtsgericht Freising am Dienstag nicht geklärt werden. Tatsache …
Nach Bluttat in Hallbergmoos: Jahrelange Haftstrafe für Asylbewerberin
Das Herz an den Fasching verloren
Eine restlos ausverkaufte Halle, Gäste in edler Abendgarderobe, ein festliches Ambiente und Musik von der Showband Dolce Vita: Die Messlatte für diesen Fasching wurde …
Das Herz an den Fasching verloren
Volkmannsdorf: „Sperrung überzogen“ - Entlastung für Anlieger in Sicht
Die überraschende Vollsperrung in Volkmannsdorf beschäftigte jetzt auch den Wanger Gemeinderat. Wie es scheint, könnte die Lage für Anwohner bald erträglicher werden.
Volkmannsdorf: „Sperrung überzogen“ - Entlastung für Anlieger in Sicht
Abstimmung im Stadtrat: Emotionale Debatte um Parkplatz am Stadtgraben
Als „Coup“ hatte es Moosburgs Bürgermeisterin bezeichnet, dass sie von Clariant den Parkplatz am Stadtgraben anmieten konnte. Doch nicht alle sind davon begeistert. Im …
Abstimmung im Stadtrat: Emotionale Debatte um Parkplatz am Stadtgraben

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion