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Für viele Menschen, die Angehörige pflegen, ist die Beratungsstelle eine wichtige Stütze.

Landkreis springt ein

Rettung in letzter Sekunde: Aus für Pflege-Beratung in Freising abgewendet

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Immer mehr Menschen nützen die Beratungsstelle für pflegende Angehörige im Landkreis Freising. Trotzdem stand die Einrichtung kurz vor dem Aus. Jetzt gibt es gute Nachrichten.

Freising – Immer mehr Betroffene wenden sich an die Fachstelle für pflegende Angehörige. Vor allem Menschen, die demente Verwandte im eigenen Haus betreuen, sind über diesen Service dankbar. Trotzdem stand dieses Beratungsangebot auf der Kippe. Doch es klappte noch mit der Finanzierung - Rettung in letzter Sekunde.

Beratungsstelle: Zahlen haben sich verdoppelt

Seit 2013 gibt es die Fachstelle für pflegende Angehörige, die vom AWO-Seniorenwohnpark Moosburg und dem Caritas-Zentrum Freising gemeinsam auf die Beine gestellt wird. Die Zahlen zeigen, welchen Nerv dieses Angebot trifft. Suchten anfangs 98 Verwandte von pflegebedürftigen Senioren die Beratung auf, waren es 2018 bereits 800, wie Carla Streifeneder, Leiterin des AWO-Seniorenwohnparks berichtet.

Auch ehrenamtliche Helfer werden an pflegende Verwandte vermittelt. Helfer, die sich Zeit für die alten Menschen nehmen und damit die Verwandten etwas entlasten und ihnen Verschnaufpause ermöglichen. Auch hier sind die Zahlen eindeutig: Binnen vier Jahren stiegen die Einsatzstunden der Ehrenamtlichen von 754 auf 1529. 

Bezirk rückt noch kein Geld heraus

Streifeneders Fazit: „In den vergangenen Jahren ist deutlich geworden, wie wichtig dieses Angebot für viele Menschen ist.“ Trotzdem mussten sie und etliche pflegende Angehörige um die Beratungsstelle bangen.

Wie Tassilo Winhart, Vorsitzender der Psychosozialen Arbeitsgemeinschaft Freising (PSAG), am Rande einer Versammlung berichtete, ist die Zuständigkeit vom Landkreis auf den Bezirk gewechselt. Der aber rücke erst Geld heraus, wenn der Bedarf von der Rechtsabteilung langwierig geprüft worden sei. Die Finanzierungsvereinbarung mit dem Landkreis sei aber Ende April abgelaufen. 

Wochenlange Hängepartie für Beratungsstelle

Nach wochenlanger Hängepartie habe sich das Landratsamt bereit erklärt, zunächst weiter für das notwendige Budget aufzukommen. Die gute Nachricht, die Winhart am Mittwoch verkündete: „Die Finanzierung ist bis Ende 2020 gesichert.“

AWO und Caritas würden die Beratungsstelle gerne noch erweitern. Denn auch immer mehr hilfsbedürftige Senioren, die keinen Verwandten in ihrer Nähe haben, wenden sich direkt an die Beratungsstelle. 88 ältere Menschen waren es 2018. Auch hier prüft der Bezirk laut Streifeneder derzeit den Bedarf.

Gut zu wissen

Als Pflegefachberaterin ist seit diesem Jahr Diana Flammann im Landkreis Freising im Einsatz. Wer Sucht-Probleme hat, findet Unterstützung beim Verein Prop, den es seit zehn Jahren gibt. Auch für Menschen mit Essstörungen gibt es im Landkreis eine Beratungsstelle.

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