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Innenstadt-Pflaster

Rinne statt Stolperstein

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Freising - Wann geht es los? Wann ist man fertig? Was sagen die Bürger? Wie schaut das genau aus? Fragen über Fragen haben die Freisinger zum soeben begonnenen Umbau der Innenstadt. Auf der Musterfläche vor der Hypo-Vereinsbank hatte gestern das Stadtplanungsamt einen Pavillon und einen kleinen Stehtisch aufgebaut, um Rede und Antwort zu stehen.

Michael Schulze ist zuständig für die Koordination des Innenstadt-Umbaus. Broschüren, Pläne und kleine Postkarten hatte er mitgebracht, war aber trotzdem gestern ein gefragter Mann. Da war zum Beispiel die eine Dame, die Angst hatte, dass sie nach dem Umbau der Innenstadt nicht mehr mit dem Auto zum Arzt fahren könne. Eine Passantin schimpfte wie ein Rohrspatz, dass Freising keine vernünftige Fußgängerzone zu Stande bringe, und spielte damit darauf an, dass weiterhin Busse durch die Innenstadt fahren dürfen – auch zwischen Amtsgerichtsgasse und der Bahnhofstraße. Geduldig erläuterten Schulze, Stadtbaumeisterin Barbara Schelle, Aktive City Freising sowie Vertreter der beiden Agenda 21-Projektgruppen „Seniorinnen und Senioren“ beziehungsweise „Menschen mit Behinderung“, was es mit dem künftigen Verkehrskonzept auf sich habe, wie der zeitliche Ablauf der Maßnahmen und Bauabschnitte angedacht sei und auch wie das mit dem höhengleichen Ausbau aussehe. 

Denn seitdem die Musterfläche an der Unteren Hauptstraße 5 ausgelegt ist, gibt es in der Bevölkerung Diskussionen besonders über das, was für die einen eine Stolperfalle, für die anderen eine wichtige Orientierungshilfe ist: die Kanten innerhalb der Belagsfläche. Anfangs war es eine drei Zentimeter hohe, abgerundete Stolperstelle, die für Sehbehinderte eine wichtige Orientierungshilfe sein sollte. Inzwischen ist man zu einem anderen Konzept übergegangen: Es gibt eine rund 50 Zentimeter breite „Rinne“, die um 1,5 Zentimeter tiefer liegt als die umgebende Pflasterung und so den Sehbehinderten zeigt, wie sie auf dem geraden Weg bleiben. Ina Kreil, die Kreisbeauftragte des Bayerischen Blindenbundes, lobte diese Variante sehr. Damit der Bürger die Mini-Stufen auch bemerkt, setzen sie sich durch ein anderes Pflasterformat optisch ab. 

Viele Bürger wollten wissen, wann denn wo gebaut werde. Ein Flyer informierte über die Bauabschnitte, aber auch Schulze wurde nicht müde, den geplanten Bauablauf zu erklären: 2017 etwa geht es in der General-von-Nagel-Straße und in der Weizengasse weiter, bereits jetzt laufen die vorbereitenden Maßnahmen für das Vorzeigeprojekt der gesamten Innenstadtumgestaltung: für die Moosach-Öffnung in der Oberen Hauptstraße, bei der es dann 2018 richtig ernst wird.

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