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Rolf Lübkert nach seinem feierlichen Abschiedsgottesdienst mit der geschäftsführenden Pfarrerin Dorothee Löser (l.) und der Diakonin Katja Roth. 

Rolf Lübkert (75) beendet Tätigkeit für die evangelische Kirche Freising

Prädikant mit Prädikat

Es ist ein ungewöhnlicher Weg, den Rolf Lübkert in seinem bunten Leben beschritten hat: Vom Industriekaufmann fand der gebürtige Hamburger in den Beruf eines selbstständigen Unternehmensberaters und wandelte sich schließlich als Rentner im Alter von 60 Jahren nach einer theologischen Ausbildung in der Evangelischen Kirche zum Prädikanten, Notfallseelsorger und Krisenberater im Landkreis Freising. Jetzt wurde Lübkert im Rahmen eines feierlichen Gottesdienstes in der Christi-Himmelfahrts-Kirche in Freising aus dem aktiven Dienst verabschiedet.

Freising – Mit 75 Jahren blicke er gemeinsam mit seiner Ehefrau Erika voller Zuversicht in die Zukunft, so Lübkert in seiner Abschiedsrede, und vertraue darauf, „dass der Herr stets am Ufer meines Lebens steht“ – auch in Spanien, wo er sich nun häuslich niederlassen werde.

Lübkert hat auch viele Jahre als Altenheimseelsorger in Zolling und Dekanatsbeauftragter für die Altenheimseelsorge im Dekanat Freising gearbeitet. Seit Herbst 2012 engagierte er sich auch in der Freisinger Mitte (FSM) im Ausschuss für Religion, Kulturgeschichte und interkulturelle Kontakte (RKI), organisierte Gottesdienste und brachte sich unter anderem bei der Planung und Umsetzung des Meditativen Isarwegs in der Domstadt erfolgreich ein.

Pfarrerin Dorothee Löser dankte Lübkert für seinen besonderen Einsatz und seine Menschlichkeit, seine vielen Vertretungsdienste und sein offenes Wesen. Aber auch die anderen Laudatoren wie der Vertrauensmann des Kirchenvorstands, Roland Hausknecht, OB Tobias Eschenbacher, der FSM-Vorsitzende Patrick Romer und Jens Bergmann, der Leiter des Seniorenheims Pichlmayr in Zolling, stimmten in die Lobeshymnen ein. Dass Rolf Lübkerts Einsatz als Notfallhelfer eine ganz besondere Leistung darstellt, unterstrich Iris Menzinger, die 2. Vorsitzende des Freisinger Kriseninterventionsteams KIT. „Es ist wahrlich keine leichte Aufgabe, Hinterbliebenen zusammen mit der Polizei mitteilen zu müssen, dass ein lieber Mensch nach einem tödlichen Unfall nicht mehr heimkommen wird“. Rolf habe Tag und Nacht für Notfälle zur Verfügung gestanden, die passenden Worte gefunden und die Trauernden begleitet.

Den Kontakt nach Freising wolle er auch im nächsten Lebensabschnitt nicht abreißen lassen, versicherte Lübkert. Und in seiner vorerst letzten Predigt von der Kanzel riet er zur richtigen Lebensbalance: „Auf der einen Seite sich nicht von all dem, was sein könnte, was geschehen könnte, niederdrücken lassen. Dem Sog der Hoffnungslosigkeit und den lockenden Gesängen des ewigen Gejammers nicht zu erliegen. Auf der anderen Seite aber auch nicht übermütig werden, zu viel wollen und zu viel aus der Situation herausschlagen zu wollen.“                            ft

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