30 Jahre bei Freiwilligen Feuerwehr sind dabei: Andreas Betz, Stefan Förster, Günther Liebl, Thomas Reisch und Vize-Kommandant Christian Schäffler (v. l.).
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30 Jahre bei Freiwilligen Feuerwehr sind dabei: Andreas Betz, Stefan Förster, Günther Liebl, Thomas Reisch und Vize-Kommandant Christian Schäffler (v. l.).

Dienstversammlung: Pandemie verlangte den Ehrenamtlichen viel ab – Digitale Übungsstunden

Rückblick der Freisinger Wehr auf das Corona-Jahr: Das „Handwerk Feuerwehr“ kreativ weitergeführt

Auch in der Coronakrise war auf die FFW Freising 2020 Verlass. Dank eines umfassenden Schutz- und Hygienekonzeptes waren die Aktiven jederzeit einsatzbereit.

Freising - Bei der Jahreshauptversammlung der Feuerwehr Freising lobte Kommandant Oliver Sturde die Einsatzbereitschaft der Mitglieder. Auch unter den Landkreisfeuerwehren habe es keine Ausfälle gegeben, zeigte sich auch Kreisbrandinspektor Manfred Danner in seinem Grußwort erleichtert.

Obwohl sich die geleistet Dienststundenzahl im letzten Jahr im Vergleich zu 2019 fast halbiert habe, wurden die 220 ehrenamtlichen Kräfte zu 406 Einsätzen gerufen (2019: 478), 250 technische Hilfeleistungen seien angefallen und 79 Brände mussten gelöscht werden. Was in Zeiten der Pandemie auffällig gewesen sei: „Verdächtige Rauchmeldungen“ seien vermehrt eingetrudelt, erinnerte sich Sturde. „Weil alle zu Hause waren, ist der Grill am Balkon oder im Garten des Nachbarn wohl eher aufgefallen“, meinte der Kommandant und schmunzelte. Insgesamt habe man zu 76 Fehlalarmen ausrücken müssen.

Um die Einsatzfähigkeit der Feuerwehr sicher zu stellen, wurde zu Beginn der Pandemie, im Frühjahr 2020, ein umfangreiches Schutz- und Hygienekonzept erstellt. So habe auch die Neuwahl der beiden Kommandanten im Sommer 2020 unter freiem Himmel stattfinden können. Wie berichtet, gab Stadtbrandinspektor Anton Frankl nach 30 Jahre als Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Freising sein Amt altersbedingt ab.

Übung in Präsenz unmöglich: Die Feuerwehr wurde kreativ

Weil auch der Übungsbetrieb nicht in Präsenz statt finden konnte, wurden kreative Alternativen in Form von Online-Übungsabenden entwickelt. Mehr Vorbereitung von den Schulungskräften habe das abverlangt, so Sturde. Alles sei mehr Aufwand gewesen. „Die Feuerwehr ist ein Handwerk“, meinte der Kommandant. Online-Veranstaltungen ersetzten nicht die Übung am „Gerät“. Diese seien von 8360 (2019) auf 3931 (2020) eingebrochen. Um trotzdem maximale Fahrsicherheit aufrecht zu erhalten, habe man die Bewegungsfahrten von 233 (2019) auf 428 (2020) erhöht.

Nur die Gemeinschaft unter den Ehrenamtlichen halte die Feuerwehr am Leben. Das betonte der Vorsitzende des Feuerwehr-Vereins, Thilo Kachel. Und das habe die Pandemie besonders schwer gemacht. Nicht nur, dass die Übungen auf „Sparflamme“ hätten statt finden können - auch gesellschaftliche Ereignisse seien weitgehend ausgefallen.

Der beliebte Brunch in der Feuerwache 2, der Hausball im Fasching oder auch Weihnachts- und Nikolausfeiern seien nicht möglich gewesen. Anstelle des traditionellen Volksfestbesuches der Wehr habe man im September zur „Burgerstraße“ in die Hauptfeuerwache geladen. Auch „Steckerlfisch to go“ habe man zu einem anderen anderen Zeitpunkt angeboten. „Bittet haltet durch und füllt die Feuerwehr mit Kameradschaft“, bat Kachel.

Für den von der Feuerwehr „sehnsüchtig“ erwarteten Neubau der Feuerwache 2 in Lerchenfeld starte im nächsten Frühjahr die Ausschreibung, versprach OB Tobias Eschenbacher in seinem Grußwort. Bereits im September würden die Planungen vorgestellt. „Wir zünden jetzt den Turbo“. Auch wenn die Kosten mehr würden als ursprünglich vorgesehen. Die Preise für Baumaterialien hätten extrem angezogen. Den Zeitpunkt für die Fertigstellung sprach Eschenbacher ebenfalls an. „2024 ist ein realistisches Zeitfenster.“

Für 40- und 50-jährige Mitgliedschaft geehrt wurden Anton Frankl (l.) und Alfred Berzl (daneben). OB Tobias Eschenbacher, Kommandant Oliver Sturde und Vize Christian Schäffler (weiter v.l.) gratulierten den Feuerwehr-Jubilaren.

Für die Einsätze in der Innenstadt wird die Wehr ein Altstadt taugliches Kleinlöschfahrzeug mit einem Radstand von 3,90 Metern erhalten. Damit seien alle Ereignisbereiche in der Innenstadt bestens erreichbar, freute sich Sturde. Dass die Freiwillige Feuerwehr Freising großes Vertrauen genieße, lobte der Oberbürgermeister. Der gesamte Stadtrat stehe zu der Neuanschaffung. „Wir wissen, dass die Feuerwehr wirklich nur das anmeldet, was auch benötigt wird.

Feuerwehr in Zahlen

Die Statistik 2020: Einsätze gesamt (406); Dienststunden gesamt (11 137); Mitglieder gesamt (322), davon Aktive (220); Anzahl der Übungen Aktiv/Jugend 486); Übungsstunden Aktiv/Jugend (4 727); Übernahme aus der Jugend in die aktive Mannschaft (11).

Maria Martin

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