Ihren großen Auftr itt hatten die Trommelgruppe „Pescho“, der integrative Chor „Insieme“ und die integrative Band „Süße Lotte“ am Donnerstagabend im „Asam“. Fotos: Lehmann

„mitanand“-Festival  

Auf da Welt dahoam

Freising - „mitanand“ ließ es sich wunderbar musizieren: Zum Auftakt des inklusiven Kulturwochenendes durften sich die Freisinger am Donnerstagabend über ein fröhliches Konzert freuen. Menschen mit und ohne Behinderung zeigten auf der Bühne des Asamsaals, wie es geht, gemeinsam mit Klängen glücklich zu werden. Auch die anderen Auftakt-Angebote des „mitanand“- Festivals stießen auf positive Resonanz.

Die Ergebnisse der Zeichensafari sind noch bis Sonntag im Pop-up-Store im Asamgebäude zu bestaunen.

Die integrative Band „Süße Lotte“, der integrative Chor „Insieme“ und die Trommelgruppe „Pescho“ gaben Kostproben ihres Könnens. „Auf da Welt dahoam“ lautete der Titel des Konzerts, und es war ein echter „Hinhörer“-Abend. Wochenlang waren fleißige Hände mit den Vorbereitungen für das Konzert beschäftigt. „Wir sind zwar eine ganz normale Band, aber beim Auf- und Abbauen unserer Anlage, da hapert’s“, sagte Bandleader Andi grinsend. Andreas Hörhammer ist Musiktherapeut und arbeitet seit Jahren mit seinen Schützlingen aus dem Lebenshilfe-Wohnheim an der Johannisstraße zusammen.

Michael, Heribert, Irene, Klaus und Lotte – Letztere mit über 70 Jahren wohl die älteste Musikerin und Namensgeberin der Band „Süße Lotte“ – gaben beim Auftritt am Donnerstag alles: Frontmann Michi, der Mann, der die eingängigen Texte wundervoll rhythmisch in das Mikrofon rappte, wurde unterstützt von Heribert. Aus den hinteren Reihen wiederholte der Rollstuhlfahrer das Thema des jeweiligen Songs: etwa bei „Chaos“, so heißt eines der selbstverfassten Stücke. „Bei mir herrscht es – manchmal im Herzen, manchmal, wenn ich aufstehe, mal in der Arbeit“, sagte Bassist Andreas Hörhammer. Manchmal waren es auch „Nonsens“-Texte – wie etwa der „Raben-Rap“, der auch gerne von der Trommelgruppe „Pescho“ aufgenommen wurde. „Der Name Pescho steht für die Anfangsbuchstaben von unseren Namen“, erklärte Pepito Anumu, der für das „Auf da Welt dahoam“-Konzert eigens den Rhythmus aus Westafrika mitgebracht hatte. „Pescho fährt mit Drive und ohne Abgase“, betonte der Moderator des Abends, Martin Weindl, wohl mit einem Augenzwinkern auf einen großen französischen Automobilkonzern.

Da stecken viele gute Gedanken drin: Mit kleinen Gaben geschmückt ist das NESTwerk in der Johanniskirche.

Einen ganz großen Auftritt hatte auch der inklusive Chor „Insieme“ unter der Leitung des früheren Geschäftsführers der Lebenshilfe Freising, Franz Burger. Mit einem afrikanischen Kanon begrüßten die Sänger die Gäste. Es folgten ein irischer Segen, ein tschechisches Volkslied und das wundervolle Solo „Gabriellas Song“ aus dem brillanten Film „Wie im Himmel“. Als Solistin glänzte hier Melanie Holzer. Der einzige Wermutstropfen des schönen Abends war der nicht einmal zur Hälfte besetzte Asamsaal. Dem stimmigen Konzert hätte man gerne mehr Zuhörer gewünscht. Auch wenn die Zuhörer sich dann auf Bitten von Moderator Weindl in den vorderen Sitzreihen niederließen – „das Motto heißt ja mitanand, nicht ausanand“ –, so hätte den Musikern noch mehr Applaus ganz gut zu Gesicht gestanden.

NESTwerk

Maria Kiess, Edith Kronawitter, Elisabeth Seitzl, Helma Dietz, Ingrid Hartert-Müller und Gabriele Abs präsentieren dem staunenden Publikum in der Johanniskirche ihr NESTwerk. Das Drahtgeflecht – etwa drei Meter im Durchmesser – wurde gefüllt, behangen und geschmückt mit kleinen Gaben. Diese wurden von den Künstlerinnen mit Flüchtlingen gefertigt und stehen für Gedanken, Gefühle, Hoffnungen und Sehnsüchte. NETZwerk soll das „Sich-Bergen“ und den Austausch in einer neuen Gemeinschaft symbolisieren.

Zeichensafari

Gemeinsam mit Künstlerinnen aus Freising sowie Dozenten der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf haben sich die Teilnehmer der Zeichensafari im Vorfeld von „mitanand“ auf den Weg gemacht und ihre Entdeckungen auf ganz unterschiedliche Art auf Papier gebannt. Die Ergebnisse sind bis Sonntag im Pop-up-Store (Asamgebäude) zu sehen.

Maria Martin

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