Unser Bild zeigt von links nach rechts: Tobias Grießl (Freisinger Stadtwerke) sowie Sepp Beck und Rainer Teschner, beide von der Agenda21-Gruppe „Energie und Klimaschutz“.
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Präsentierten den neuen PV-Stecker: Tobias Grießl (Stadtwerke) sowie Sepp Beck und Rainer Teschner (beide von der Agenda21-Gruppe „Energie und Klimaschutz“, alle v.l.).

Agenda 21 und Stadtwerke präsentieren neues Freisinger PV-Produkt

Grüner Strom aus dem roten Stecker

  • Manuel Eser
    vonManuel Eser
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Auch Mieter können ihren eigenen Solarstrom produzieren. Möglich macht das ein PV-Stecker-PV. Die Agenda21-Aktiven präsentierten das kleine Balkonkraftwerk.

Herr Beck, was ist eine Stecker-PV?

Eine einfache und kostengünstige Möglichkeit für jeden, einen Teil seines Stroms selbst zu erzeugen und zu verbrauchen. Sie besteht normalerweise aus einem oder zwei PV -Modulen, einem Mikrowechselrichter und einer speziellen Steckdose. Ansonsten wird die vorhandene Hauselektrik verwendet.

Welchen Mehrwert hat eine Stecker-PV denn für den Nutzer?

Mit einer Stecker-PV erzeugt man Strom für unter zehn Cent pro Kilowattstunde. Zum Vergleich: Beim Energieversorger zahlt man zirka 30 Cent. Eine solche Stecker-PV, auch Balkonkraftwerk genannt, amortisiert sich in vier bis acht Jahren – je nachdem, wie sonnig der Platz ist, der dem Nutzer zur Verfügung steht.

Und es ist ein Beitrag zum Klimaschutz.

Richtig. So viele Menschen fragen sich ständig, wie auch sie etwas dazu beitragen können, die Klimakrise abzuwenden. Die Stecker-PV ist das ideale Modell für alle, da sie auch für jeden Mieter leicht einzusetzen ist und wie das eigene Bett jeden Umzug mitmacht.

Wie wird eine Stecker-PV in Betrieb genommen?

Als erste sucht man sich einen geeigneten Standort aus - auf der Terrasse, am Balkongeländer, im Garten oder auf dem Dach. Man spricht das Ganze mit seinem Vermieter oder den anderen Wohnungseigentümern ab, kauft die entsprechenden Module und Mikrowechselrichter (siehe Infoblatt) und die dazugehörigen Befestigungen.

Und dann einfach an der Steckdose anschließen?

Das wäre der einfachste Weg. Da hat der Gesetzgeber allerdings eine kleine Hürde eingebaut. Man muss eine berührungssichere Steckdose vom Fachmann installieren lassen, eine sogenannte Wieland-Steckdose und ein paar Anmeldeformalitäten durchführen. Danach meldet man die Stecker-PV bei den Freisinger Stadtwerken an, trägt sie im Marktstammdatenregister ein und lässt prüfen, ob man schon einen Zähler mit Rücklaufsperre hat. So wird man zu Teilen sein eigener Energieversorger.

Und wie helfen Sie?

Die Agenda 21-Gruppe hat eine Kurzinformation zu Bezugsquellen, rechtlichen Formalitäten und allgemeinen Fragen entwickelt. Zudem sind wir jeden ersten und dritten Donnerstag im Monat vor dem Energielokal am Rindermarkt 5 für Interessenten da. Dort demonstrieren wir Stecker-PV. Bei Bedarf kommen wir ins Haus, um die örtlichen Gegebenheiten zu begutachten und zu beraten. Die Beratung ist kostenlos. Aber auch die Stadtwerke beraten. Sie werden demnächst auch Module vertreiben und prüfen, ob die Anlage mit dem vorhandenen Stromzähler einsetzbar ist. mes

Gut zu wissen

■  Die Beratungstermine der Agenda-21-Gruppe starten am Donnerstag, 18. März, von 14.30 bis 17 Uhr am Energielokal in Freising (Rindermarkt 5).

■  Beratungen können zudem per E-Mail vereinbart werden: marie.hueneke@freising.de.

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