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Startbahn-Widerstand

Vom Sicherheitsdienst abgeführt: Aufgemuckt-Sprecher sorgt für Turbulenzen am Flughafen

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Freising - Ein Aufgemuckt-Sprecher hat von der FMG einen „Hausverweis“ erhalten. Grund: Er hatte auf dem Flughafen Materialien des Startbahn-Abwehrkampfs verteilt.

Gerhard Müller-Starck spricht von einem „Skandal“. Die FMG habe ihr Hausrecht in einer Weise ausgeübt, die die freie Meinungsäußerung unterdrücke. Sie habe ihn fast wie einen Verbrecher behandelt und ihm einen „Hausverweis“ erteilt. Die FMG sieht das anders: Der Freisinger habe den Anweisungen nicht Folge geleistet, sagt FMG-Pressesprecher Ingo Anspach. Die logische Konsequenz: „Platzverweis“.

Doch von Anfang an: Am 15. März war Müller-Starck, Mitglied im Aufgemuckt-Sprecherrat, offiziell registrierter Teilnehmer an den Passagier-Probeläufen im neuen T2-Satellitenterminal. Plötzlich, kurz nach der Mittagspause, so schildert es Müller-Starck, seien „einige Offizielle mit einem Fotografen gekommen“ und hätten jeden der 105 Teilnehmer gefragt, ob er die 3. Bahn befürworte. Wer zugestimmt habe, sollte sich für die Flughafen-Medien ablichten lassen – für den Aufgemuckt-Sprecher ein Unding: „Ich war empört über diese plumpe Aktion, die nichts mit dem Probebetrieb zu tun hatte.“

Wie Müller-Starck weiter berichtet, habe er dann im Gespräch mit Startbahn-Befürwortern den Brief des CSU-Arbeitskreises Umwelt, in dem die Startbahn abgelehnt wird, erwähnt und einigen interessierten Gesprächspartnern überreicht. Eine MUC-Mitarbeiterin habe sich auch ein Exemplar geben lassen. Eine halbe Stunde später seien sechs Leute vom Sicherheitsdienst gekommen, hätten ihm mit Flughafenpolizei und sofortigem Hausverbot gedroht und auch die Aufgemuckt-Plakette an seiner Jacke beanstandet. Es sei verboten, Materialien zu verteilen. Das gelte auch für den Dialog unter den Teilnehmern des Probebetriebs. Man habe das „Hausrecht“. Müller-Starcks Personalien seien festgestellt, ein „Hausverweis“ erteilt worden.

Er und ein anderer Teilnehmer an dem Probebetrieb, der sich mit Müller-Starck solidarisch gezeigt habe, seien dann von zwei Sicherheitsleuten im Lotsenauto zum T2 abtransportiert und aufgefordert worden, das Flughafengelände umgehend zu verlassen.

Müller-Starck ist „empört, weil freie Meinungsäußerung im Dialog mit anderen Teilnehmern unterdrückt wurde“. Er sei behandelt worden wie jemand, der eine schwere Verfehlung begangen habe. Andererseits zeige diese „Aktion“, wie nervös der Flughafen auf Kritik reagiere.

FMG-Pressesprecher Ingo Anspach bestätigt den Vorfall und verteidigt dieses Vorgehen: Infoflyer und Infomaterial, egal welcher Art, dürften auf dem Flughafengelände nur mit ausdrücklicher Erlaubnis verteilt werden. Müller-Starck habe auch nach Aufforderung durch die Sicherheitskräfte, die Verteilung „der Dinger“ zu unterlassen, keine Anstalten gemacht, den Anweisungen Folge zu leisten. Weil so ein Probebetrieb eine ernste Sache sei, für die es auch ein gehöriges Maß an Konzentration brauche, sei nichts anderes übrig geblieben, als Gerhard Müller-Starck einen „Platzverweis“ auszusprechen.

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