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Interessante Themen, kompetente Redner: (v. l.) Rechtsanwalt Manfred Nikui, Robert Hauner, Christian Pagany und Walter Maier.

Vortrag beim Haus- und Grundbesitzerverein Freising

So klappt’s mit der guten Nachbarschaft

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Freising - Nachbarn kann man sich nicht aussuchen, weder als Mieter noch als Eigenheimbesitzer. Jedes Jahr werden drei Millionen Nachbarschaftsstreitigkeiten vor Gericht ausgetragen. Dabei ließen sich viele Streitereien vermeiden.

Es war die erste Botschaft von Rechtsanwalt Manfred Nikui: Die Kenntnis und Einhaltung gesetzlicher Regelungen und vor allem gegenseitige Rücksichtnahme helfen dabei, nachbarlichen Streitereien aus dem Weg zu gehen. Der Jurist referierte bei einer Veranstaltung des Haus- und Grundbesitzervereins über „Wissenswertes rund um den Gartenzaun“ – jenem Bereich also, der einem Sprichwort zu Folge gute Nachbarn macht. Von Pflanzabständen zur Grenze des Nachbarn bis hin zu Belästigungen durch jährliches Herbstlaub angrenzender Grundstücke reichte sein Vortrag. Weitere Redner waren Walter Maier von der Bayerischen Hausbesitzer-Versicherung, der über versicherungsrechtliche Fragen und Einbau von Rauchmeldern sprach, sowie Christian Pagany, der Interessantes über Schädlingsbekämpfung in Haus und Garten zu berichten wusste.

Besonders interessierte die Zuhörer, in welcher Entfernung zur Nachbargrenze etwa Hecken gepflanzt werden dürfen. Gesetzlich sind Pflanzabstände zur Grundstücksgrenze exakt geregelt, erklärte Nikui. Dabei unterscheide das Gesetz nach Pflanzenart und Pflanzenhöhe, wobei die Abstände aber nur für Gehölze, also Bäume, Sträucher oder Hecken gelten. Diese dürften bis zwei Meter Höhe einen halben Meter von der Grenze entfernt gepflanzt werden. Seien sie über zwei Meter hoch gewachsen, betrage der Mindestabstand zur Grenze auch zwei Meter.

Müsse ein Grundstückseigentümer befürchten, dass ein Nachbarbaum oder eine Hecke zu Schatten auf seinem Grundstück führen könne, sollte er auf Rückschnitt unter zwei Meter oder gar Beseitigung drängen, riet der Jurist. Ansonsten drohe Verjährung. Sei ein Baum oder eine Hecke nämlich weniger als zwei Meter zur Grenze gepflanzt und würde mehr als fünf Jahre lang ununterbrochen die zulässige Höhe von zwei Metern überschritten, könne sich der Baum-, Hecken oder Straucheigentümer auf Verjährung berufen und den Rückschnitt oder die Entfernung verweigern, sagte Nikui.

Viel Streit zwischen Nachbarn werde wieder das jährliche Laub verursachen, wusste der Verbandsjurist aus seiner Praxis zu berichten. Zum Erstaunen der meisten Zuhörer sagte Nikui, dass man gegen Laubfall in der Regel nicht viel machen könne, weil diese Art „Einwirkung“ auf das eigene Grundstück nach Auffassung der Gerichte nur „unwesentlich“ oder zumindest „ortsüblich“ ist.

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