Armin Laschet (CDU, l.) und Markus Söder (CSU)
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Diese zwei wollen Kanzler werden: Armin Laschet (CDU, l.) und Markus Söder (CSU). (Symbolbild/Archiv)

„Jetzt ist die CDU am Zug“

Söder als Kanzlerkandidat? Erich Irlstorfer sieht Potenzial, Florian Herrmann hält sich bedeckt

  • Andreas Beschorner
    vonAndreas Beschorner
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Sowohl Markus Söder als auch Armin Laschet sehen sich bereit für eine Kanzlerkandidatur. Hier lesen Sie, wie die Freisinger CSU-Abgeordneten darauf reagieren.

Landkreis Freising – Er wäre nach Franz Josef Strauß 1980 und Edmund Stoiber 2002 erst der dritte Kanzlerkandidat, den die CSU ins Rennen schickt: Markus Söder. Für den CSU-Bundestagsabgeordneten Erich Irlstorfer ist es keine Frage, dass Söder der geeignete Bewerber wäre und das Zeug zum ersten Kanzler aus den Reihen der CSU in der Geschichte der Bundesrepublik hätte. Söders „rechte Hand“ und Vertrauter Florian Herrmann hält sich hingegen zur K-Frage bedeckt.

Florian Herrmann hüllt sich derzeit noch in Schweigen.

Es ist die Zeit der Entscheidung: Bis Pfingsten wollen die beiden Ministerpräsidenten Armin Laschet, CDU-Chef aus Nordrhein-Westfalen, und Markus Söder, CSU-Chef aus Bayern, klären, wer sich im September als Kanzlerkandidat der Union bewirbt. Am Sonntagnachmittag nun zumindest eine Vorentscheidung: Söder ist bereit für Berlin, Laschet auch. Florian Herrmann, als Chef der Staatskanzlei ganz nah dran an Söder, hüllte sich, was seine Präferenzen in der K-Frage betrifft, bislang in Schweigen: „Wir verstehen das Interesse, aber im Moment möchte sich Herr Staatsminister Dr. Herrmann nicht zum K-Thema äußern. Wir bitten um Verständnis“, hieß es am Freitag aus der Staatskanzlei auf die Bitte um eine Äußerung Herrmanns. Am Sonntag war Herrmann bis Redaktionsschluss für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Erich Irlstorfer spricht sich für Söder aus. 

Anders reagierte MdB Erich Irlstorfer: Für ihn war die Sache schon vor Sonntagnachmittag ziemlich klar. Wahlen würden nicht Parteigremien gewinnen, sondern der Wähler entscheiden. Und wenn man die Zahlen und Werte beider Aspiranten betrachte sowie die Umfragen ansehe, zeige sich, „dass der CSU-Kandidat ein gewisses Format hat“. Gerade in Corona-Zeiten und in einer Phase, in der die Umfragewerte für die Union „nicht berauschend“ seien, brauche es jemanden, der Probleme lösen könne. Fazit: „Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass der Kanzlerkandidat aus dem bayerischen Bereich kommt“, spricht sich Irlstorfer ziemlich klar für Söder aus. Dass der nun tatsächlich bereit wäre, wenn ihn die CDU unterstütze, das „befürwortet“ Irlstorfer. Gut sei auch, dass man sich der Entscheidung in der K-Frage nähere, ein möglichst naher Zeitpunkt sei gut. Und: „Jetzt ist die CDU am Zug.“

Für den Ministerpräsidenten des Freistaats spreche laut Irlstorfer außerdem, dass er durch seine bisherigen Ämter und in seinen vielfältigen Funktionen sowie Ministerien in vielen Themenbereichen wisse, wie der Hase läuft. Söder decke durch seinen politischen Werdegang eine große Vielfalt an Themen ab.

Demonstratives Desinteresse Richtung Grüne

Über Ralph Brinkhaus, den dritten Unionsmann, der in puncto K-Frage immer wieder einmal genannt wurde, kann Irlstorfer ebenfalls nur Gutes sagen. Ein Fraktionschef der CDU/CSU im Bundestag sei als Generalist für jedes Amt in Deutschland geeignet.

Jetzt gelte es, den richtigen Kandidaten zu küren, dann einen ordentlichen Wahlkampf zu führen und ein möglichst gutes Ergebnis einzufahren. Danach könne man sich mit anderen Parteien und Programmen sowie mit einer Regierungsbildung beschäftigen. Anders ausgedrückt: Annalena Baerbock oder Robert Habeck? „Es ist mir herzlich egal, wen die Grünen aufstellen“, so Irlstorfer zu der Frage, ob Laschet oder Söder geeigneter für eine schwarz-grüne Regierung wäre.

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