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Noch viele Dächer gemeindlicher Gebäude könnten mit PV-Anlagen bestückt werden, mahnt Andreas Horn von Sonnenkraft Freising an.

Treffen des Klimaschutzbündnisses

Solarstrom lohnt sich

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Auf dem Weg zur Energiewende ist man schon ein gutes Stück vorangekommen. Doch noch gebe es Potenzial - vor allem bei der Sonnenenergie.

Es ist der 29. März 2007: Der Kreistag fasst den Energiewendebeschluss, votiert dafür, dass im Landkreis bis 2035 der Umstieg auf regenerative Energien vollzogen ist. 10 227 Tage hat man dafür also Zeit. Am 29. März nächsten Jahres ist der Beschluss zehn Jahre alt, sind 3653 Tage vergangen. Da wird man, so kündigte am Montag beim Informationstreffen des Klimaschutzbündnisses im Landkreis Johannes Hofmann an, eine Zwischenbilanz ziehen. Es war nach zehn Jahren der letzte Auftritt von Johannes Hofmann als der Mann, der für die Energiewende im Landkreis zuständig ist. Künftig machen das Moritz Strey und Albrecht Gradmann, die neu eingestellt wurden.

Hofmanns Bericht vor den Bürgermeistern und Gemeindevertretern führte an, dass die Einspeisevergütung bei PV-Anlagen bei 10,71 Cent pro Kilowattstunde liege. Das sei relativ wenig, ermögliche aber trotzdem noch einen wirtschaftlichen Betrieb der PV-Anlagen – vor allem wenn man einen Teil des Stroms selbst verbrauche. Und genau das war auch eine Botschaft, die Andreas Horn von Sonnenkraft Freising in seinem Vortrag am Montag überbrachte: Praktisch jede PV-Anlage bringe, vor allem wenn Eigenverbrauch gewährleistet sei, mehr als sie koste. Kommunen, die diese Möglichkeiten nicht nützten, „treten Geld in die Tonne“, so Horn. Da Wasserkraft und Bioenergie im Landkreis relativ wenig Potenzial besäßen und die Nutzung der Windkraft wegen der 10-H-Regelung auch beschränkt sei, sei Solarstrom ein ganz wichtiger Baustein für die Energiewende.

Horn erläuterte, dass es noch viele Dächer gemeindlicher Gebäude gebe, die für PV-Anlagen genutzt werden könnten – vor allem weil man inzwischen auch Ost-West-Dachflächen gut nutzen könne. Ein Beispiel: Eine PV-Anlage auf einer Schule mit einer Leistung von 10 kWp und einer Eigenverbrauchsquote von 70 oder 80 Prozent, spare der Gemeinde im Zeitraum von 20 Jahren rund 20 000 Euro. Bei geringerem Eigenverbrauch sei der finanzielle Vorteil zwar geringer, eine PV-Anlage lohne sich aber trotzdem.

Wichtig: Energiewende betreffe nicht nur Strom, so Horn weiter, sondern auch die Mobilität, sprich: Elektroautos, die idealerweise dann eben noch mit PV-Strom betankt und betrieben würden. Wie Hofmann berichtete, gebe es neben den E-Autos des Landkreises weitere Elektroautos in Freising, Haag, Hallbergmoos, Langenbach und Moosburg, in Allershausen sei die Anschaffung geplant. Und am Parkplatz des Landratsamtes werde es ab Mitte Juli eine Stromtankstelle für Elektroautos geben.

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