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Die dritte Bahn auf dem Plan begutachteten (v. l.) Florian von Brunn, Bundestagskandidat Sebastian Roloff und Isabell Zacharias von der SPD, Martin Falkenberg, Herbert Knur und Franz Spitzenberger.

SPD-Stippvisite bei den Startbahn-Brennpunkten

Ein wahnsinniger Verlust an Ökologie

Freising - Viele Menschen in der Region sehen den Pro-Startbahn-Kurs von Ministerpräsident Horst Seehofer mit Sorge. Vertreter von Aufgemuckt führten am Mittwoch zwei SPD-Landtagsabgeordnete zu Brennpunkten der künftigen Belastung – von Berglern über Schwaigermoos bis nach Attaching.

Landkreis – Die Partei werde sich an den ablehnenden Bürgerentscheid von 2012 halten, sagte MdL Isabell Zacharias bei der Tour am Mittwoch. Das gelte für die SPD im Landtag wie auch in der Landeshauptstadt mit OB Dieter Reiter. „Sollte es zu einem neuen Bürgerentscheid kommen, würde den die CSU haushoch verlieren“, zeigte sich die Münchnerin überzeugt. Ihre Haltung zu dem Ausbauprojekt: „Wir brauchen keine dritte Startbahn. Aus die Maus!“ Der Münchner OB werde keine Deals machen, die die zweite Stammstrecke, den neuen Konzertsaal und die Startbahn beinhalten, deutete Zacharias an. „Das kommt bei uns draußen aber schon so an“, meinte Franz Spitzenberger, Kreisrat und Sprecher der BI Attaching, zu der möglichen Verquickung der unterschiedlichen Politikfelder miteinander.

Die SPD in Bayern, im Landtag und in München sieht keinerlei Veranlassung, über den Bau einer dritten Startbahn nachzudenken. Das hat auch der verbraucherschutzpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Florian von Brunn, am Mittwochabend in Attaching nochmals bestätigt und versichert. Deshalb rede die SPD auch nicht über ein Ratsbegehren in München – schon gar nicht nur deshalb, „weil die CSU das will“.

Beim Abschlussgespräch im Sportheim des BC Attaching versicherten die Genossen den Vertretern von Aufgemuckt und BI Attaching nochdrücklich, dass sich die SPD an den Bürgerentscheid von München halte und weiterhin geschlossen und auf allen Ebenen gegen die Startbahn sei. Und auch ein Plus an Flugbewegungen im Jahr 2016 könne die SPD nicht dazu veranlassen, über das von der CSU und Horst Seehofer ins Gespräch gebrachte Ratsbegehren in München zu denken. Man habe schon ganz genau registriert, so von Brunn, dass die Zahl der Flugbewegungen noch weit von den bisher höchsten Zahlen von 430 000 entfernt sei. Erst wenn es über mehrere Jahre einen deutlichen Aufwärtstrend bei den Flugbewegungen gebe, könne man über ein Ratsbegehren reden. Und selbst das bedeute noch lange nicht, dass eine Startbahn dann gebaut werden solle. Franz Spitzenberger ergänzte: Als es im Moos rund 400 000 Flugbewegungen gab, hätten die Münchner Nein zur Startbahn gesagt. Jetzt aber sollen sie laut CSU-Vorstellung bei 380 000 Flugbewegungen Ja sagen?

Laut von Brunn wollten CSU und FMG aus mehreren Gründen jetzt versuchen, Fakten zu schaffen: Zum einen wolle der Geschäftsführer Michael Kerkloh, bevor er in den Ruhestand gehe, „seine Sache abschließen“, zum anderen wolle man offenbar nicht abwarten, wie sich die neue ICE-Verbindung München-Berlin (in vier Stunden) ab 2017 und die Fertigstellung des Berliner Flughafens auf die Flugbewegungen in München auswirkten. Doch diese Entwicklungen gelte es unbedingt abzuwarten. Außerdem nicht zu vergessen: „Die Startbahn würde einen wahnsinnigen Verlust an Ökologie bedeuten.“

Isabell Zacharias betonte, die Belastungen für die Bevölkerung seien „enorm“. Wenn man „entseelte“ Dörfer sehe, wenn man sehe, „was die CSU den Menschen und der Region antut“, dann sei das „grauselig und niederträchtig“. Sie erwarte von Ministerpräsident Horst Seehofer noch vor den Landtagswahlen ein klares Nein zur Startbahn.

Was von Brunn ebenfalls erschreckte, war die Tatsache, dass die FMG 270 Euro pro Quadratmeter Grund als Übernahmepreis anbiete. Diese Entschädigungsregelung, mit der sich die Betroffenen niemals etwas Adäquates aufbauen könne, sei „zynisch“, so Zacharias. Aber es gehe nicht um den Preis und um mehr Geld, hoben Spitzenberger und Manfred Drobny (BN) hervor. Ziel sei es, die Startbahn zu begraben. „Wir wollen hierbleiben“, so Spitzenberger. Geht es nach der SPD in Bayern, dann werden die Attachinger auch bleiben.

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