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SPD-Verbraucherschützer von Brunn in Freising: „Seehofer zum Depperltest“

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Es hätten auch mehr sein dürfen: Vor nur zehn Interessenten hielt der SPD-Abgeordnete Florian von Brunn (stehend) seinen Vortrag im Furtner. © Lehmann

Großteils sachlich hat SPD-Verbraucherschützer Florian von Brunn im Furtner die Politik der Staatsregierung kritisiert. Doch im Fall von Horst Seehofer schaltete der Abgeordnete in den Wahlkampfmodus.

Freising – Der Kreis war eher klein, als MdL Florian von Brunn (SPD) am Dienstagabend im „Furtnerbräu“ das „Sündenregister“ der CSU in Sachen Umweltschutz darlegte. Dabei sei Bayern in diesem Bereich einst ganz vorn gewesen, so der Sprecher für Verbraucherschutz in der SPD. Auf Einladung des Freisinger Bezirkstagskandidaten Victor Weizenegger war von Brunn in das unterkühlte Nebenzimmer des Furtnerbräus gekommen, wo sich nur an die zehn zuhörenden Interessenten eingefunden hatten.

Dabei hätte der Vortrag des Landespolitikers mehr Interesse verdient gehabt, weil er in einem weitgehend sachlichen und mit Zahlen untermauerten Vortrag an der heilen Welt Bayerns kratzte. Von Brunn begann freilich gleich mit einer Breitseite gegen den amtierenden Bundesinnenminister: „Wenn Horst Seehofer sich im Straßenverkehr so aufführen würde, wie in den vergangenen Monaten in der Politik, wäre er längst beim Depperltest gelandet.“

von Brunn: Beim Schienenverkehr liegt Bayern hinter Italien und Polen

Mit einem Loblied auf die 70er Jahre würdigte der Referent, dass „Bayern beim Umweltschutz einmal ganz weit vorn gelegen“ habe - er erinnerte an die Schaffung des ersten Landes- Umweltministeriums. Aktuell werde aber nur „unglaublich viel heiße Luft“ von der Staatsregierung produziert. Die selbstgesteckten Klimaziele würden „nie erreicht“. Bis 2020 werde man bei unter sechs Tonnen CO2-Ausstoß bleiben.

Die Hauptverfehlung der Staatsregierung, also der CSU, sieht von Brunn beim Verkehr. Da habe man mit der neuen ICE-Strecke nach Berlin durchaus ein Pfund, mit dem man wuchern könne. „Fünf Stunden Zugfahrt ist zuzumuten, wir dürfen keine 3. Startbahn bauen.“ Der Ausbau des Schienenverkehrs sei „total unterfinanziert“, Florian von Brunn forderte hier, das Zehnfache des jetzigen Betrags für die Schiene. Der Öffentlichen Personen-Nahverkehr müsse ebenfalls attraktiver werden, etwa im ländlichen Bereich. Es müsse ein Anreiz für die Bürger geschaffen werden, vom Auto auf den ÖPNV umzusteigen. Die Elektrifizierung der Bahn sei in Bayern hinter Polen, Italien und anderen weit zurück. „Und es ist bemerkenswert, dass der erste Brennstoffzellenzug in Niedersachsen fährt und nicht in Bayern.“ An den Bahnhöfen wünscht sich der Referent mehr Fahrräder, mehr Car-Sharing und ähnliches. Das E-Auto ist für von Brunn nicht der letzte Stein der Weisen. Wenn er bei sich in Sendling die Wohnsilos ansehe, stelle sich immer die gleiche Frage. „Wo sollen die alle aufladen?“

Agrar-Zuschüsse sollen nicht zu 70 Prozent an Groß-Betriebe gehen

In der Energiewende sieht der SPD-Politiker bei der Windkraft noch Potenzial in Bayern, Biogas und Wasserkraft seien hingegen am Limit. Die Entwässerung der Moore müsse beendet werden, seien intakte Moore doch effiziente CO2-Speicher. Und zur Agrarpolitik sagte von Brunn, dass sie gegen das Bienen- und Insektensterben, gegen die „wahnsinnige“ Überdüngung vorgehen solle. Es müsse auch eine andere Förderung der Landwirtschaft her: „Nicht 70 Prozent der Zuschüsse an Großbetriebe.“

Heinz Mettig

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