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Spediteur: Sozialbetrug m großen Stil

Freising - Ein Freisinger Transportunternehmer hat die Sozialversicherungen um über 200 000 Euro betrogen. Die Schwarzarbeit kommt ihn und vier Fahrer teuer zu stehen.

Mit einem abgebrühten Zeitgenossen hatte es die Abteilung Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Hauptzollamtes Landshut zu tun. Der im Raum Erding wohnhafte Geschäftsführer eines Freisinger Transportunternehmens hat längere Zeit Arbeitnehmer beschäftigt, die er entweder überhaupt nicht oder nicht mit dem zutreffenden Lohn bei der Sozialversicherung angemeldet hatte, berichtet Claudia Donhauser, Sprecherin des Hauptzollamtes. Damit betrog der Unternehmer die Sozialkassen um 236 000 Euro. Hinzu kommt, dass er mit diesem Handeln seine Mitarbeiter der Gefahr aussetzte, nicht umfassend abgesichert zu sein.

Da verstand auch das Amtsgericht Erding keinen Spaß mehr. Von dem bekam der Transportunternehmer jetzt die Quittung präsentiert: Er wurde zu zwei Jahren Freiheitsstrafe verurteilt, die allerdings zur Bewährung ausgesetzt wurde. Den Schaden, sprich die 236 000 Euro, muss er ersetzen, also an die Versicherungen abführen. Besonders dreist war sein Vorgehen, weil er die Schwarzlohnzahlungen in Tischkalendern festhielt. Diese Aufzeichnungen fielen den Fahndern bei der Durchsuchung der Räume in die Hände.

Mit dem obskuren „Kassenbuch“ konfrontiert, erklärte der Spediteur, es habe sich lediglich um Schreibübungen gehandelt. Er leide an Legasthenie, einer krankhaften Schreibschwäche, die er auf diese Weise beheben wolle. Der Zoll spricht von einer „interessanten Ausrede“. Mit der kam der Transportunternehmer nicht durch. Danach tischte er gleich die nächste Lüge auf. Bei den Eintragungen handle es sich um an die Fahrer ausbezahltes Benzingeld. Aufgrund seiner ausweglosen Situation habe der Angeklagte die illegale Beschäftigung schließlich eingeräumt. Dies dürfte ihm eine noch höhere Freiheitsstrafe erspart haben.

Mit dem Urteil war der Fall für die Schwarzarbeitsfahnder noch nicht zu Ende. Donhauser berichtet, dass auch vier Fahrer der Spedition wegen Betrugs zu Geld- und Freiheitsstrafen verurteilt worden seien. Sie haben neben dem Schwarzlohn rechtswidrig Sozialleistungen bezogen, da sie sich zu Unrecht arbeitslos gemeldet hatten.

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