Brückendrama in Genua - Weitere Todesopfer - Neunjähriges Mädchen und seine Eltern geborgen

Brückendrama in Genua - Weitere Todesopfer - Neunjähriges Mädchen und seine Eltern geborgen
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Stoffsterne mit Wachs, selbstgemachtes Mehl, Geschenkpapier der Marke Eigenbau, Gestecke aus Holzrinde: Die Kleinen der Wolfersdorfer Kindertagesstätte „Kleine Wölfe“ haben sich im Vorfeld ihrer Nikolausfeier kreativ betätigt. Ihre Kunstwerke fanden dann am Nikolausabend neben Punsch und Kuchen reißenden Absatz. Den Reinerlös in Höhe von 300 Euro übergaben die Kinder jetzt an die FT-Spendenaktion „Menschen in Not“. Die kleine Hannah hielt die rote Dose fürs Presse foto fest in ihren Händen, ehe sie sie an FT-Fotograf Rainer Lehmann weitergab.   

Spendenaktion „Menschen in Not“: Der Verein Phoenix

Die Freude am Leben neu entdecken

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Schlaganfall, schwerer Unfall: Dieses Schicksal kann jeden von uns treffen – in jedem Augenblick. Wenn das Gehirn dabei geschädigt wurde, bleiben häufig Dauerschäden – dramatisch für die Betroffenen, aber auch für die Angehörigen. Das Leben, wie man es bis dahin kannte, ist vorbei. Hier möchte der Verein Phoenix Freising helfen – mit Rat und Tat.

Freising Trotz chronischem Geldmangel baut der Verein sein Angebot zu „Hilfe mit Rat und Tat“ unermüdlich aus. Weit und breit gibt es so etwas nicht. Das Phoenix-Team leistet hier also Pionierarbeit. Dabei ist man allerdings dringend auf Spendenangewiesen.

Im Jahr 2001 gründeten Angehörige von Betroffenen mit mehr oder minder schweren chronischen Hirnschäden eine Selbsthilfegruppe, die sich jeden letzten Donnerstag im Monat von 16.30 Uhr bis etwa 18.30 Uhr in den Räumen der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Freising trifft. „Es ging darum, sich auszutauschen und sich Mut zuzusprechen“, erinnert sich die Vorsitzende Inge Thaler. Seitdem ist der Verein auf 76 Mitglieder angewachsen – und hat sich auch breiter aufgestellt.

2012 wurde eine Gruppe für Betroffene ins Leben gerufen, die sich parallel zur Angehörigen-Gruppe – also ebenfalls in der AWO – trifft. „Auf diese Weise haben auch die Betroffenen die Gelegenheit, sich kennen zu lernen und sich in einem geschützten Raum auszutauschen“, erklärt die 3. Vorsitzende Margit Staudinger. Gleichzeitig werden die Angehörigen entlastet. „Die konnten manchmal gar nicht zu den Treffen der Selbsthilfegruppe kommen, weil sie ja zuhause jemanden betreuen mussten“. Betreut und begleitet werden die Betroffenen bei diesen Treffen von Krankenschwestern. Den finanziellen Aufwand bestreitet Phoenix aus den Mitgliedsbeiträgen, ist dabei aber dringend auf Spenden angewiesen. Deshalb hofft der Verein diesmal auch auf Spenden aus der Aktion „Menschen in Not“.

Nur so kann man auch weiterhin die „strukturierte Freizeitgestaltung“ stemmen. Hier möchte man den Menschen mit cerebralen Schäden viermal im Jahr einen „Freiraum für individuelle Entfaltung“ anbieten: Man geht miteinander ins Kino, frühstückt zusammen oder kocht: „Vor kurzem hat eine betroffene Frau vier Jahre nach ihrem Unfall zum ersten Mal wieder einen Salat angemacht“, berichtet Inge Thaler – „das war sehr bewegend“. Man war auch schon im Backhaus, hat Kerzen gebastelt oder gemalt. Mit Spaß und Freude am gemeinsamen Gestalten, mit gegenseitiger Unterstützung, erleben alle Beteiligten Mut und Motivation. „Hier geht es uns um ein zentrales Anliegen des Vereins Phoenix“, erklärt Inge Thaler: „Die Lebensfreude soll erhalten oder wiedererweckt werden“. Gleichzeitig sollen auch die Angehörigen erfahren, dass das Leben trotz der schweren Einschränkung doch auch lebenswert ist.

Inge Thaler und Margit Staudinger haben auch Träume: Man hätte gerne eine eigene Tagesstätte oder ein Schulungszentrum. Doch auch wenn der Weg bis dahin noch weit ist: Im Vergleich zu anderen Landkreisen ist der Verein Phoenix ein einsamer Vorreiter – ein Vorbild. Und jeden Euro an Spenden wert.

Gut zu wissen

Weitere Informationen auf www.phoenix-freising.de. Die Vorsitzende Inge Thaler erreicht man auch unter Tel. (0 81 61) 6 76 66.

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