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Spenderherz für Franka (2) gefunden: Jetzt kann ihr zweites Leben beginnen

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Von: Andrea Beschorner

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„Mein bereits zweiter Sommer in Großhadern geht zu Ende“: Als dieses Foto auf der Facebookseite „Team Franka“ gepostet wurde, ahnte Carolin Aumann nicht, dass nur wenige Tage später das neue Herz in der Brust ihrer kleinen Tochter schlagen wird. © privat

In Frankas kleiner Brust schlägt seit drei Tagen ein neues Herz. Seit April 2018 wartete das heute zweijährige Mädchen aus Freising auf ein Spenderorgan. Am Sonntag – zufällig am von der Deutschen Herzstiftung ausgerufenen Weltherztag – kam der erlösende Anruf.

Freising/Großhadern – In Frankas kleiner Brust schlägt seit drei Tagen ein neues Herz. Seit April 2018 wartete das heute zweijährige Mädchen aus Freising auf ein Spenderorgan. Am Sonntag – zufällig am von der Deutschen Herzstiftung ausgerufenen Weltherztag – kam der erlösende Anruf.

Um halb zwei Uhr nachts klingelt das Telefon. „Ich dachte erst, ich hab es nicht richtig verstanden“, erzählt Frankas überglückliche Mama Carolin Aumann. Der Augenblick, den sie und ihr Mann Frank sich seit vielen Monaten so sehr herbeisehnen, ist endlich da: Es gibt ein Herz, das für Franka in Frage kommt. Sofort beginnen die Vorbereitungen. Alles muss schnell gehen. „Sie haben ihr ziemlich viel Blut abgenommen“, erzählt Carolin Aumann. Alle Werte werden kontrolliert und die Kleine für die OP vorbereitet. Zunächst prophylaktisch. Denn während Franka alle Untersuchungen durchläuft, fliegt der Herzchirurg zu dem Spenderherz, um sich vor Ort davon zu überzeugen, ob es für Franka auch wirklich geeignet ist. „Es hätte sein können, dass es doch nicht passt.“ Und wieder heißt es für die Familie: warten und hoffen. Um elf Uhr dann die nächste gute Nachricht: Das Herz passt, die Ärzte beginnen, das Berlin Heart – das Kunstherz, das Franka, seit sie 14 Monate alt ist, am Leben hält – zu entfernen.

Stundenlange Operation - und dann schlägt ihr neues Herz

Was dann passiert, wie sich die Eltern während des Wartens fühlen, dafür gebe es keine Worte. „Gegen Mittag ist das Herz in Großhadern angekommen. Frankas Herz, transportiert in einer Kühlbox, das jetzt in ihren kleinen Körper kommt und hoffentlich anfängt zu schlagen.“ Und genau das passiert: Frankas neues Herz beginnt in ihrer kleinen Brust sofort zu arbeiten. Die Ärzte sagen, besser hätte die Transplantation nicht laufen können.

Nach der stundenlangen Operation wird das Mädchen auf der Intensivstation rund um die Uhr überwacht. Die Eltern dürfen bei der Ultraschallkontrolle dabei sein. Sie sehen zum ersten Mal das neue, gesunde Herz ihrer Tochter schlagen. „Es ist verrückt!“, versucht Carolin Aumann in Worte zu fassen, wie sie diesen Augenblick erlebt.

Und während Eltern, ihre Geschwister, die Großeltern, Freunde und Bekannte – einfach alle – überglücklich und voller Dankbarkeit sind, ist Franka grantig. „Sie versteht überhaupt nicht, was da gerade passiert“, sagt ihre Mutter und lacht. „Sie ist sauer auf uns.“ Und das sei aus ihrer Sicht völlig nachvollziehbar. „Ihr ging es gut, sie hatte die Situation total akzeptiert, hatte im Nebenzimmer ihren besten Freund, keine Schmerzen.“ Was sie jetzt über sich ergehen lassen muss, sind wichtige Schritte in ein neues Leben. Doch das versteht das zweijährige Mädchen noch nicht.

Franka geht es gut - aber sie braucht jetzt viel Geduld

Aus medizinischer Sicht ist alles bestens. Franka ist wach, will aus dem Bettchen – aber sie muss geduldig sein. Damit ihr Immunsystem das neue Herz nicht angreift, wird es durch Medikamente unterdrückt (Immunsuppression). „Das größte Risiko sind Viren und Keime – schon ein kleiner Schnupfen könnte jetzt gefährlich für sie werden.“ Die wenigen, die Franka im Moment besuchen dürfen, müssen deshalb völlig gesund sein. Wenn alles weiterhin so gut läuft, stehen Franka nun noch zwei bis fünf Wochen Krankenhaus bevor, ehe sie endlich, endlich nach Hause darf.

Carolin Aumann hat ihre Tochter nie aufgegeben. Doch die Hoffnung auf ein neues Leben für ihre Tochter sei immer kleiner geworden, je mehr Zeit vergangen ist. „Ich konnte es mir fast nicht mehr vorstellen, dass sie noch ein neues Herz bekommen wird“, sagt die Mama. Worauf sie sich jetzt am meisten freut? „Franka einfach hochzuheben und ohne Schläuche an ihrem Körper herumtragen zu können, sie auf die Schaukel auf dem Spielplatz zu setzen.

Franka muss sich aber erst einmal von der OP erholen. Ihre Familie ist bei ihr, singt ihr vor – und kann das Glück über dieses wunderbare Geschenk kaum fassen: Frankas zweites Leben hat begonnen.

Lesen Sie hier die Geschichte der kleinen Franka

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